Wiener Opernball 2020: Ein Fest der Oper und der Künste

Wiener Opernball 2020: Ein Fest der Oper und der Künste

Gestern Abend hieß es in der Wiener Staatsoper wieder „Alles Walzer!“. Damit wurde der 64. Opernball in Österreichs Hauptstadt festlich eröffnet. Dieses Jahr zum letzten Mal unter der Leitung von Maria Großbauer, die passend zum diesjährigen Motto „Königin der Nacht“ in einer lilafarbenen Traumrobe gekleidet war. Auch die Fächer waren dieses Jahr lila (dem Plakat angeglichen), ebenso wie die Blumensträuße der 144 Debütantinnen. Einige Künstler hatten an diesem Abend ihre Abschiedsvorstellung, wie der Direktor des Wiener Staatsballetts und künstlerischer Leiter der Wiener Staatsakademie Manuel Legris, der seit 2010 an der Staatsoper in Wien ist. Seit 2018 ist er Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper und feierte gestern mit dem Stück „Abendblätterwalzer“ seinen Abschied, denn er wird Ende 2020 an die Mailänder Scala wechseln.

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Manuel Legris, Dominique Meyer, Thomas Platzer
© Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Auch Maria Großbauer verabschiedete sich mit einem besonderen Moment, als sie – umgekleidet in einen Damenfrack – auf dem Saxophon mit dem berühmten Duke-Ellington-Jazzstandard „In a Sentimental Mood“ musikalisch „Danke“ und „Auf Wiedersehen“, sagte. Sie will sich in Zukunft auf ihre Tätigkeit als ÖVP-Nationalratsabgeordnete und Parteisprecherin für Kunst und Kultur konzentrieren. Auch für Staatsoperndirektor Dominique Meyer ist es der letzte Opernball. Er wechselt ebenfalls an die Mailänder Scala.

Maria Großbauer, Diana Nurmukhametova (Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper), Dominique Meyer
© Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

 

Passend zum Motto waren die Blumendekorationen in Lila- und Grüntönen gehalten und zudem mit Lichterketten versehen, alles in Anlehnung an Mozarts „Königin der Nacht“ aus der Oper „die Zauberflöte“.

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Spannend wie immer war die Antwort auf die Frage, wen wird Richard Lugner dieses Jahr als Ehrengast dabei haben? Nachdem ihm Lindsey Vonn einen Korb gegeben hatte, war es bis zum Schluss nicht sicher, wen er dabei haben würde. Ornella Muti, die italienische Filmschönheit, begleitete ihn dann letztendlich. Dass sie die zweite Wahl war, störte sie nicht. Ihr gefiel das Ballgeschehen und sie überlegte, ob sie im Laufe des Abends einmal die Gelegenheit zum Tanzen bekommen würde (ja, es gab den Ehrentanz mit Lugner). Auch Lugner zeigte sich von seinem Gast begeistert, „sehr problemlos sei sie“ und das freut ihn natürlich, schließlich hat man in der Vergangenheit schon ganz andere Damen erlebt (wir erinnern uns an die Kadashians, die nicht einmal auf die Tanzfläche wollten und sich zudem vorschnell aus dem Staub machten). Das mit der „zweiten Wahl“ wiegelte er aber charmant ab, denn „eigentlich“ sei sie die erste Wahl gewesen, aber da gab es Verträge und nun, egal, jetzt ist die Muti ja da.

Bei den Debütantinnen war heuer neu, dass sie nicht nur ein einheitliches Diadem – in diesem Jahr von Christian Lacroix – trugen, sondern das auch die Frisuren darunter einheitlich gestaltet worden sind. Neu war auch, dass die Paare zur „Bauern Polka“ von Strauß eine Gesangseinlage gaben, was vom begeisterten Publikum mit einem Zwischenapplaus gewürdigt wurde.

Swarovski Tiara für den Wiener Opernball 2020
© Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

 

Heuer war sowieso einiges anders – nicht allein die Dekorationen und die Frisur der Debütantinnen, sondern auch die Tanzfläche wurde vergrößert, so dass weniger Gäste hinter der roten Kordel standen und auch das Ballettensemble stellte mit 57 Tänzern einen Rekord auf. Und: Unter den 144 Debütantenpaaren gab es mit Sophie Grau und Iris Klopfer eine Premiere: Sie sind das erste gleichgeschlechtliche Debütantenpaar in der Geschichte des Wiener Opernballs – ihr Motto: sie tanzen für Chancengleichheit von gleichgeschlechtlichen Paaren bei traditionellen Veranstaltungen.

Extra für den Opernball gab es sogar einen Opernballcocktail: Dieser heißt „Magic Nectar – The Flowers Force“ und wird mit 4 cl Wodka, 2 cl Cointreau, 2 cl Schweppes Roses Lime Juice und 1,5 cl frischen Zitronensaft zubereitet. Alles mit Sekt auffüllen und vorsichtig genießen …

Wie wichtig der Opernball für die Stadt Wien ist, sagte auch Finanzminister Gernot Blümel, der einerseits den touristischen Wert dieser Veranstaltung hervor hob, wie auch die Einnahmen, die den Künstlern der Wiener Staatsoper zugute kommen.

 

Der Wiener Opernball im Überblick…

Wenn im Anschluss an die Ballettvorstellung MacMillan | McGregor | Ashton am Montag, 17. Februar 2020 alle Opern- und Ballettdekorationen von der Bühne abtransportiert, die Sitzreihen im Parkett ausgeräumt und Zuschauerraum und Bühne in einen großen Ballsaal umgebaut werden, verwandelt sich die Wiener Staatsoper zum Austragungsort der renommiertesten Ballveranstaltung Österreichs: des Wiener Opernballs. Der vielfach als „Höhepunkt der Ballsaison“ bezeichnete Abend findet dieses Jahr am Donnerstag, 20. Februar 2020 zum 64. Mal nach dem Zweiten Weltkrieg statt, zum vierten Mal unter der organisatorischen Leitung von Maria Großbauer und gleichzeitig zum zehnten und letzten Mal von Staatsoperndirektor Dominique Meyer verantwortet.

Die künstlerische Eröffnung

© Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Hochkarätig besetzt war auch in diesem Jahr das von Staatsoperndirektor Dominique Meyer zusammengestellte künstlerische Eröffnungsprogramm: Es sang – zum zweiten Mal (nach 2015) am Wiener Opernball – die international erfolgreiche Sopranistin Aida Garifullina und – zum ersten Mal bei der Opernballeröffnung – Startenor KS Piotr Beczała („Sempre libera“ aus La traviata von Giuseppe Verdi respektive „E lucevan le stelle“ aus Tosca von Giacomo Puccini sowie gemeinsam „Tanzen möcht’ ich“ aus Die Csárdásfürstin von Emmerich Kálmán); es spielte das Wiener Staatsopernorchester unter der Leitung von Spitzendirigent James Conlon (Ouvertüre zu Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus sowie Gesangs-und Balletteinlagen); das Bühnenorchester der Wiener Staatsoper unter Markus Henn (Fanfare) sowie das Wiener Opernball Orchester unter Andreas Spörri (Hymnen, Komiteedarbietungen); das Wiener Staatsballett – mit Ballettdirektor Manuel Legris sowie den Ersten SolotänzerInnen Olga Esina, Nikisha Fogo, Natascha Mair, Ketevan Papava, Nina Poláková, Maria Yakovleva, Denys Cherevychko, Davide Dato, Jakob Feyferlik, Robert Gabdullin, Masayu Kimoto und Roman Lazik an der Spitze – und die Ballettakademie der Wiener Staatsoper tanzten zum Abendblätter-Walzer von Jacques Offenbach in einer eigens für den Opernball kreierten Choreographie von Staatsballett-Solotänzer Eno Peci, der damit zum zweiten Mal die Eröffnung gestaltet.

Eröffnungsprogramm – 144 Debütantenpaare ziehen ein

© Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Insgesamt 144 Debütantenpaare aus elf verschiedenen Ländern bilden das Jungdamen- und Jungherren-Komitee und ziehen zu Beginn der Eröffnung in den Ballsaal ein. Zum zweiten Mal zeichnete die oberösterreichische Tanzschule Santner für die Choreographie der Eröffnungspaare verantwortlich. Das Geschwisterpaar Maria und Christoph Santner choreographierte den Eröffnungstanz des Komitees zur Bauern-Polka, Polka française, op. 276 von Johann Strauß (Sohn). Die Tanzschule Santner ist erstmals auch für den Einzug des Komitees zur Polonaise A-Dur, op. 40 Nr. 1 von Frédéric Chopin und den Eröffnungswalzer An der schönen blauen Donau, op. 314 von Johann Strauß (Sohn) verantwortlich. Der Eröffnungswalzer endete traditionell mit den Klängen des „Donauwalzers“ und mit einem gemeinsamen Ausruf aller Staatsopernkünstler: „Alles Walzer!“ als Aufforderung zum Tanz an die Ballgäste.

Ball-Musik

Abwechselnd mit dem Wiener Opernball Orchester sorgte für die richtige Stimmung und Tanzmusik im Großen Saal das Bernd Bernd Fröhlich Orchester & Andie Gabauer, Tini Kainrath sowie als Special Act Jazz-Superstar Nils Landgren.

Am Balkon rechts (Zum schwarzen Kameel) traten erstmals am Wiener Opernball Maria Happel und Nina Proll auf; in der Wolfsschlucht gastierte erstmals die bayerische Kult-Band LaBrassBanda.

Folgende MusikerInnen, Bands und Formationen traten weiters in den unterschiedlichen Ballbereichen auf: The Bad Powells, Bossa Club, Wiener Salonorchester Steubl, Christiana Uikiza Quintett, Erwin Schmidt Trio, Markus Gaudriot, Clemens Schaller Trio, Duo Italiano feat. Erik Arno&Domenico Limardo, Electric Beat Club, Frantisek Drafi, The Pillers, Josef Burchartz Quartett feat. Stella Jones, Wiener Glacis Ensemble, Eddie Luis und die Gnadenlosen, Max the Sax, Die Steirische Streich, Original Wolfsmilch Echo, Joschi Schneeberger Gipsy Swing Trio, Trio Sandor Rigo, The Schick Sisters, Johann Turek.

In der Disco legte außerdem Radio Wien mit DJ Johannes Willrader auf.

Ballsaison in Wien
Ballsaison in Wien

Komitee-, Damen- und Herrenspenden

Das Organisationsteam um Maria Großbauer hatte auch heuer ein ansehnliches Ballspenden-Paket für Komitee und Gäste zusammengestellt: Die Debütantinnen erhalten seit Jahren ein hochwertiges Diadem von Swarovski – heuer die Swarovski Tiara designed von Monsieur Christian Lacroix inklusive Style-Guide, eine Sonderausgabe der Duftkerze „Wohlfühlzeit“ von Looops, ein Spitzentaschentuch von Zur Schwäbischen Jungfrau und Opernball-Ballerinas von Humanic. Die Debütanten werden mit Sterling Silber-Manschettenknöpfen von Juwelier Heldwein, Frack-Stecktuch und Frackmasche von der Hemdenmanufaktur Gino Venturini, „Zuckerbrot“-Schokolade von Berger Feinste Confiserie und einer Opernball-Edition von Happy Socks ausgestattet.

Alle Debütantinnen und Debütanten erhalten außerdem ein Reinigungs- und Pflegeöl sowie ein Sonnenschutz-Puder von Croma Pharma/Yuvell, einen Humanic Friendship Voucher, eine Übernachtungsermäßigung im Hotel Bristol, eine Ausgabe des Valid-Magazins sowie Ermäßigung auf Fotos von Foto Fayer.

Der Look der Debütantinnen 2020 wird komplettiert durch eine neue Hochsteckfrisur, kreiert von Steinmetz-Bundy Privatsalon passend zur Swarovski Tiara 2020.

Die Damenspende 2020 beinhaltete ein Swarovski Remix Armband, „Zuckerbrot“-Schokolade von Berger Feinste Confiserie in Anlehnung an Mozarts Die Zauberflöte und einen „Katertee“ von Sonnentor.

Die Herrenspende besteht aus Happy Socks in einer exklusiven Opernball-Edition, Wiener Seife „Föhrengold“ im praktischen Täschchen, der Falstaff-Sonderausgabe zum Wiener Opernball 2020 sowie dem von der Edition Lammerhuber verlegten und zur Verfügung gestellten Foto-Bildband mit dem Titel „Gesamtkunstwerk Wiener Staatsoper“ mit einem Rückblick auf die zehnjährige Direktionszeit von Dominique Meyer und zahlreichen spannenden Einblicken hinter die Kulissen des Opernhauses.

Für eine noch komfortablere Abholung der Ballspenden wurde am Wiener Opernball 2020 eine 3. Ballspendenausgabe im Garderobenbereich neben dem Café Oper Wien (Erdgeschoss) eingerichtet.

Darüber hinaus schenkten die Casinos Austria allen Opernballgästen eine Gewinnkarte, die man im Casino am Wiener Opernball gegen Promotionsjetons eintauschen konnte; im Haus aufgelegt wurden der von Hubert Schmalix gestaltete und von Living De Luxe gespendete Fächer; Humanic stellte Opernball-Ballerinas zur Verfügung und beim Verlassen des Hauses am Morgen nach dem Opernball bekamen alle Gäste Jour-Krapfen von Ströck und Wasser von Vöslauer.

Der Wiener Opernball für den guten Zweck

Seit drei Jahren unterstützt der Wiener Opernball im Rahmen der Ballveranstaltung mit unterschiedlichsten Benefizaktionen die Caritas Gruft und Superar. Bisher konnten Spenden in der Höhe von über 100.000 Euro gesammelt werden. Auch 2020 gehen die Reinerlös aller Aktionen zu gleichen Teilen an die Gruft der Caritas Wien und an Superar.

Am Hänsel und Gretel-Lebkuchenhaus von Pirker konnten gegen eine Mindestspende von 5 Euro Lebkuchenherzen erworben werden; in der Negroni Secret Bar tranken Ballgäste für den guten Zweck. Teil der Online-Auktion von Dorotheum war außerdem Hubert Schmalix’ Original-Entwurf des Wiener Opernball-Plakats 2020. Neu war eine Fotobox von Camerad am Wiener Opernball, in der sich BallbesucherInnen gegen eine Mindestspende von 5 Euro pro Fotostreifen mit Opern-Kostümen und –Requisiten fotografieren lassen konnten.

Sämtliche Einsätze der Gäste in Form freiwilliger Spenden im Casino am Opernball kommen ebenfalls der Caritas Gruft und Superar zugute – die Spendensumme wird von Casinos Austria verdoppelt.

Serviceangebote

Zum vierten Mal gab es neben dem ausführlichen Programmbuch eine kompakte Version des Programms mit Übersichten über Räume, Musik, Kulinarik und Service am Wiener Opernball. Genannt: „Libretto“, kleines Buch.

Die international arbeitende Wiener Top-Visagistin Alma Milcic stand erstmals gemeinsam mit ihrem Team im Boudoir (Dirigentenzimmer im Erdgeschoß, 21.30 bis 3.00 Uhr) für ein Make-up-Fresh-up bereit, wo auch wieder StylistInnen von Steinmetz-Bundy Privatsalon allen Ballgästen unentgeltlich zur Verfügung standen.

Während der ganzen Ballnacht standen in einer Damensologarderobe (1. Stock) fachkundige Schneiderinnen und Schneider der Wiener Staatsoper für kleine und größere kleidertechnische Notfälle zur Verfügung. Ebenso waren Schuhmacher der ART for ART Theaterservice GmbH bei Notfällen rund ums Schuhwerk zur Stelle.

Mehrere Fotografen von Foto Fayer konnten auf der Feststiege, im Foto-Studio (in der Damensologarderobe) sowie im Foto-Atelier (im Annex des Marmorsaals) von den Ballgästen für Fotowünsche in Anspruch genommen werden.

Die Eröffnung wurde auf Screens von Samsung in das Café Oper Wien, die Parkett-Umgänge rechts und links, auf den Balkon rechts und links, in den Gustav Mahler-Saal, den Annex des Gustav Mahler-Saals, den Marmorsaal, den Annex des Marmorsaals, den Einsingraum, beim Würstelstand, in das Foyer (links), das Gerstner Foyer, das Schwindfoyer, die Crystalbar und die Loggia sowie auf die Galerie, die Seitenbühne und die Hinterbühne übertragen.

Seit 2017 ist der Wiener Opernball komplett rauchfrei. Raucherzonen befinden sich links und rechts außerhalb der Wiener Staatsoper unter den Arkaden (beheizt, mit Bar-Service).

© Wiener Staatsoper GmbH

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