Weihnachtssingen im Stadion – Berlin, Dortmund, Bückeburg?

Weihnachtssingen im Stadion – Berlin, Dortmund, Bückeburg?

Werbung

Am Abend vor Heiligabend, dem 23. Dezember 2019 wird es erstmalig im Jahnstadion in Bückeburg ein Weihnachtssingen geben. Wir haben den Bericht schon einmal angekündigt (lesen Sie dazu gern HIER). Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke hatte die Idee, so eine Veranstaltung auch in Bückeburg auszuprobieren. Der VfL Bückeburg zeigte sich begeistert und so kam man zusammen und stellte die Veranstaltung auf die Beine. Dank einiger Vernetzungen kommt so ein durchaus ansprechendes Rahmenprogramm zustande – der Lions Club serviert Tee, der VfL steuert Bratwurst bei, die Landeskirche sorgt für Musik und den Nikolaus hat man auch noch im Gepäck.

Doch der Ursprungsgedanke dieser Veranstaltung, genauer die Köpfe hinter dem Event, hatten gar keinen kirchlichen Gedanken oder die Idee, ein Familienevent zu zelebrieren.

Es war eher ein ziemlich frecher Einfall, der den 98 Union Berlin Fans 2003 spontan eingefallen ist, als sie über die Absperrung kletterten und im Stadion auf Höhe der Mittellinie ein Weihnachtssingen miteinander veranstalteten. Mittlerweile ist die Veranstaltung auf über 28.000 Menschen angewachsen. Alle Altersklassen sind vertreten und die Veranstaltung ist keinesfalls auf Union Berlin Fans begrenzt, sondern frei für jeden Interessierten! Und neben dem Singen wird die Weihnachtsgeschichte vorgetragen, ein Chor singt und Liederbuch und Kerze werden zur Verfügung gestellt. Hier einmal ein kurzer Einblick mit Gänsehautgefühl:

Union Berlin Weihnachtssingen – Video: Union Berlin

Und diese Idee hatte keine rechtlichen Konsequenzen, sondern fand Nachahmer und Mitmacher und ist mittlerweile so gut besucht, dass man die Karten für das jährlich stattfindende Weihnachtssingen verlosen muss, um dem Ansturm gerecht zu werden.

Im völlig ausverkauften Stadion treffen sich nun die Union Fans und alle, die ebenfalls dieses Gefühl miterleben möchten, um in der besonderen Atmosphäre eines abgedunkelten Fußballplatzes zu singen. Und für viele ist dieses Event der Höhepunkt des Jahres und übertrifft damit jedes spannende Punktspiel.

Doch nicht nur in Berlin singen die Fans, sondern auch andere Fußballstädte zogen nach. Zum Beispiel Dortmund und natürlich auch Schalke.

Jeder, der einmal live bei einem Fußballspiel dabei war, wird das Gefühl kennen, wie emotional und mitreissend so ein Spiel ist, das man von der Tribüne aus verfolgt. In der Fankurve stehen und „seinen“ Verein anfeuern, zusammen mit tausend anderen Zuschauern Lieder singen, so ein Gemeinschaftsgefühl ist etwas ganz besonderes. Natürlich gibt es immer wieder Idioten, die so eine Veranstaltung stören, weil sie den Sinn nicht verstehen und emotional verklappt sind, so dass sie niemals zu den Fans zu zählen sind. Diese Spinner gibt es leider überall, weil sie so eine Veranstaltung zum Zwecke der Selbstvermarktung nutzen oder einfach Stress machen wollen. Die wahren Fans hingegen legen Wert auf ein friedliches und gemeinschaftliches Miteinander. #fairness

Wenn man beispielsweise im Stadion auf Schalke steht und das Steigerlied singt, dann weiß man, was Fußball erreichen kann: Es geht nicht um Transfersummen, um Tabellenplätze oder Tore, es geht darum, zu einer Mannschaft zu stehen, und so, wie die Jungs auf dem Platz ein Team sind, ist man als Fan mit allen anderen Fans drumherum ebenfalls eine Einheit.

Und jetzt stellen Sie sich das Ganze einmal vor im Hinblick auf das nahende Weihnachtsfest, mit alten und neuen Weihnachtsliedern, Lichtern, Musik und dazu Menschen, die in dieser einzigartigen Atmosphäre sich gemeinsam auf das Weihnachtsfest freuen und hier zusammen als Einheit sich einstimmen auf den Heiligen Abend.

Sonst Fußball – jetzt Weihnachtssingen

In einer Ankündigung hieß es sogar, dass in den Kirchen selbst an Heiligabend noch Bänke frei bleiben, dafür die Stadien für diese Veranstaltungen überfüllt sind. Was macht für die mittlerweile 28.000 Fans in Berlin das Weihnachtssingen im Stadion so reizvoll? Warum sind deutschlandweit diese Weihnachtsfeiern so beliebt? Warum hört man sich dort die Weihnachtsgeschichte an und steht zusammen, um alte bekannte Weihnachtslieder zu singen? Vielleicht, weil der Geist der Weihnacht überall dort zu finden ist, wo Menschen sich freiwillig treffen, um sich an alte Traditionen zu erinnern. Vielleicht, weil man Heiligabend oftmals in die Kirche geht, aus einem Pflichtgefühl heraus, weil man auch in vollen Kirchen trotzdem für sich alleine ist, man mit dem Nachbarn weder ins Gespräch kommt, noch sich ein Gefühl von Gemeinschaft einstellt. Vielleicht, weil sich in Kirchen Menschen sammeln, die aus unterschiedlichen Gründen an diesem Abend dort sind. Im Stadion treffen sich all diejenigen, die bewusst Weihnachten feiern möchten, die gewohnt sind, sich dem Nachbarn zuzuwenden, die über den Sport den gemeinsamen Nenner gefunden haben und für Teamgeist, Fairness und ein Miteinander stehen.

Eine gute Gelegenheit also in Bückeburg, die Kirche vor Weihnachten an den Ort zu bringen, wo all das auch zutreffen sollte und direkt und unverbindlich damit die Menschen zu erreichen, die vielleicht Heiligabend nicht zur Kirche gehen. Und auch die Gelegenheit, sich gemeinsam auf das Weihnachtsfest zu freuen, sich mit Freunden und Bekannten zu treffen, vielleicht Menschen wiederzusehen, die man lange Zeit nicht gesehen hat oder die man vielleicht nur zum Jahresende aufgrund von Familienbesuchen in Bückeburg trifft. Sicherlich werden auch diejenigen vor Ort sein, die immer dabei sind, wenn irgendwo „etwas los ist“, denen weniger der Geist der Weihnacht, allerhöchstens der Geist im Glas oder das „sehen und gesehen werden“ wichtig sind. Aber – sei es drum, es zählt, dass die Kirche mit dem Sportverein ein bisschen von der Atmosphäre aus den großen Stadien ins überschaubare Bückeburg transportieren möchte. Geben Sie dem Ganzen eine Chance und schauen Sie vorbei. Der Eintritt ist in diesem Fall kostenlos und vielleicht wird es eines Tages zu einem festen Termin im Bückeburger Veranstaltungskalender werden.

Hier nochmals die Daten:

Dienstag, 23. Dezember 2019 ab 18.00 Uhr im Jahnstadion Bückeburg. Für alle Interessierten, Vereinsunabhängig! Der Eintritt ist FREI.

image_print