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Stadtkirche Bückeburg: Eine himmlische Nacht der Tenöre
Die drei Tenöre (sc)

Stadtkirche Bückeburg: Eine himmlische Nacht der Tenöre

Am vergangenen Freitagabend war die Stadtkirche zu Bückeburg der Schauplatz eines großartigen Konzerts: Das Ensemble der „Himmlischen Nacht der Tenöre“ gab ein weiteres Zeichen seines Könnens zusammen mit einem Kammerorchester, welches aus Mitgliedern der Plovdiver Symphoniker besteht.

Klassische Opernarien kunstvoll vorgetragen in der besonderen Atmosphäre der Stadtkirche waren das Highlight an diesem Abend. Und so war die Kirche gut gefüllt mit interessierten Konzertgängern, viele zum wiederholten Mal dabei.

Himmlische Nacht der Tenöre in der Stadtkirche Bückeburg. Insgesamt sind es neun Tenöre, jeweils drei treten gemeinsam auf (sc)

Die drei Tenöre, dass sind: Boris Taskov, geboren in Stara Zagora, Bulgarien. Diese Stadt gilt als „Die Stadt der Opernstars“, die bereits ausgezeichnete weltberühmte Sänger, wie Hristina Morfova oder Veselina Kazarova hervorgebracht hat. Taskov absolvierte die Musikhochschule mit den Fächern Klavier, Posaune und Operngesang. Neben seinen zahlreichen Gastspielen an renommierten Opernhäusern im In- und Ausland, ist er seit 1999 der Leadsänger der Rockband „Perfect Strangers“.

Ivaylo Yovchev stammt ebenfalls aus Stara Zagora und begann nach dem Studium seine Karriere als Tenor an der Oper in seiner Heimatstadt. Seit mehreren Jahren begleitet er die Tourneen der Veranstaltung „Die himmlische Nacht der Tenöre“ und begeistert mit seiner besonders weichklingenden Stimme, die seine Zuhörer in ihrer Klarheit erfreut.

Der dritte Tenor an diesem Abend war Georgi Dinev. Der aus Bulgarien stammende Tenor gewann unter anderem 1997 den ersten Preis im Gesangswettbewerb für junge Operetten- und Musicalsänger in Balkanska. Seine Bühnenkarriere begann noch während seiner Studienzeit. Er begleitet seit sieben Jahren die Tourneen der Veranstaltung.

Die drei Tenöre Boris Taskov (li.), Georgi Dinev (Mitte), Ivaylo Yovchev (sc)

Alle Tenöre zeichnen sich durch ihr überragendes Talent sowie ihre internationale Bühnenerfahrung aus.

An diesem Abend überzeugten sie das hiesige Publikum mit einer Auswahl der schönsten Opernarien.


Zoya Balkandshieva führt durch den Abend (sc)

Insgesamt 66 Termine absolvieren die Tenöre im Jahr und sind erfreut, wieder einmal ein Gastspiel in Bückeburg geben zu dürfen. Die Moderatorin Zoya Balkandshieva führte charmant durch den Abend und gab stets eine kurze Einleitung zu den nachfolgenden Musikstücken.

Den Anfang machte die „Arie Bach“ von Johann Sebastian Bach und wurde instrumental vom Orchester gespielt.

Milena Ivanova (li.) und Evgenia Palazova vom Kammerorchester (sc)

Danach traten die drei Tenöre gemeinsam mit dem Stück „Questa o quella“ („Dieses oder Jenes“) aus „Rigoletto“ von Verdi auf. Kraftvoll klangen die Stimmen durch das Kirchenportal und erreichten mühelos jeden Zuhörer.

„Lunge da lei“ („Entfernt von ihr…“) aus der Oper „La Traviata“ von Verdi gehört zu den Stücken, die Millionen von Menschen zum Weinen bringen, wenn sie von der Dramatik dieser Oper berührt werden, so Zoya Balkandshieva. Die unglückliche Liebe der todkranken Violetta und ihres Geliebten Alfredo wird mit dieser Oper erzählt. Die Oper Verdis stammt von dem Roman „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas (der jüngere) von 1848 und wurde 1852 als Schauspiel auf die Bühne gebracht. Die Oper zählt heute zu den erfolgreichsten Opern der Musikgeschichte und stellt eine von der Gesellschaft geächtete Kurtisane in den Mittelpunkt, die an Tuberkulose stirbt.

Das Publikum genießt die hervorragende Musik des Kammerorchesters (sc)

Auch in Bückeburg folgte eine atemlose Stille nach diesem Stück bevor es mit „Le fleur que tu m’avais jetée“ aus „Carmen“ weiterging.

Das Orchester spielte sodann „Adagio Albinoni“ und zeigte ein musikalisches Können, was mit großem Applaus belohnt wurde.

Ein besonderes Stück ist auch „Mattinata“, das „Morgenständchen“. Es wurde extra für den großen Tenor Enrico Caruso geschrieben und beim ersten Vorspielen saß der Komponist Leoncavallo am Klavier und gesungen wurde es höchstselbst von Caruso. Beim Hören dieses wunderschönen Liedes versteht man, was Caruso daran so geliebt hat: Die Leichtigkeit und Anmut dieser Arie hebt sich von so vielen doch eher melancholischen Liedern hervor. Bis zu den Beatles war dieses Stück übrigens das am meisten Aufgenommene. Hier hören Sie das Original mit Caruso: Mattinata

Mit „Ave Maria“ (Gegrüßet seiest Du, Maria), folgte wohl eine der bekanntesten Arien überhaupt. Die berühmteste Vertonung stammt von Charles Gounod, der das erste Präludium (C-Dur) aus dem Wohltemperierten Klavier von Johann Sebastian Bach übernommen hat. Dieses Stück, in seiner Reinheit vorgetragen, zählt nicht nur zu den bekanntesten, sondern auch zu den schönsten Arien.

Nach einer Pause ging es im zweiten Teil schwungvoll weiter. Das Stück „La donna e mobile“ von Verdi ist nicht nur bekannt durch sehr viel Fernsehwerbung, sondern es schildert in einer frechen Art die Eigenschaften der Frau:

„Die Frau ist launenhaft, wie eine Feder im Wind, ändert sie Tonfall und Meinung, immer ein liebenswürdiges reizendes Gesicht, in Lachen und Weinen, das ist Verlogenheit“.

Guiseppe Verdi, übersetzt aus dem italienischen

Beim Stück „Als flotter Geist“ aus „Der Zigeunerbaron“ von Strauss war Mitsingen des Publikums nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht. Das setzte sich auch bei der wunderschönen „Barcarole“ („Schöne Nacht, Du Liebesnacht“) aus „Hoffmanns Erzählungen“ von Offenbach fort, bei dem das Orchester vom Mitsummen des Publikums begleitet wurde.

Die begeisterte Stimmung der Zuhörer sprang auf die Tenöre über, die während des Gesangs durch das Kirchenschiff gingen und dem Publikum das Gefühl vermittelten, selbst auf einer Opernbühne zu stehen.

Ein wenig Schauspiel mischt sich in den Gesang, wenn die drei Tenöre Publikum und Orchester in ihre Darbietung einbeziehen (sc)

Mit „O Sole Mio“ als Zugabe des Konzerts endete selbiges fulminant und ließ ein begeistert applaudierendes Publikum zurück, welches sicherlich mit Freude auf diesen schönen Abend zurückblicken wird.

Stehende Ovationen für ein schönes Konzert mit excellenten Musikern und Sängern (sc)

Unter den Zuschauern war auch Ulla mit ihrer Tochter Melanie, die Dank Fortuna ihre Karten bei einem Gewinnspiel des Schaumburger Wochenblatts gewonnen haben. Beide zeigten sich sehr angetan – sowohl vom Gesang, als auch von der Musikauswahl.

Ulla (re.) und Tochter Melanie sind glückliche Gewinner einer Verlosungsaktion und genießen den schönen Abend in der Stadtkirche (sc)

Nur etwas weniger Beleuchtung, dass hätte dem Musikgenuss ein kleines Highlight gesetzt. Dann wären die zauberhaften Arien noch stimmungsvoller erschienen. Sicherlich etwas, was bei der nächsten „Himmlischen Nacht der Tenöre“ Berücksichtigung finden kann.

Bravo für so eine fantastische Vorstellung (sc)


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