Serientipp: „The Crown“
Foto: Filmstarts.de

Serientipp: „The Crown“

Heute stellen wir Ihnen die Drama-Serie „The Crown“ vor, die seit November 2016 auf dem Streaming Dienst Netflix verfügbar ist. In den Hauptrollen spielen Claire Foy (First Man), Olivia Colman (The Favourite), Matt Smith (Official Secrets), Tobias Menzies (The Outlander), John Lithgow (Bombshell), Vanessa Cirby (Mr.Jones), Helena Bonham Carter (Harry Potter) und viele mehr.

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Die Serie „The Crown“ besteht derzeit aus drei Staffeln. Jede Staffel aus zehn Folgen, insgesamt beinhaltet die Serie bisher also 30 Folgen, die jeweils zwischen 50 und 60 Minuten umfassen. Geplant sind außerdem noch Staffel vier und fünf, die vierte Staffel soll voraussichtlich Ende 2020 auf Netflix starten. Die Altersfreigabe für die Serie ist 12 Jahre.

Zum Inhalt:

Im Alter von gerade einmal 25 Jahren wird die englische Prinzessin Elizabeth (Claire Foy) zur Königin von England. Als Elizabeth II. soll sie fortan an der Spitze eines der weltweit berühmtesten Königshäuser die Herrschaft ihres verstorbenen Vaters George VI. (Jared Harris) fortführen. Dabei muss sie sich als junge Frau in einer von Männern dominierten Welt behaupten. Einer dieser Männer ist der herrische britische Premierminister Winston Churchill (John Lithgow), mit dem sie fortan das Land regieren soll. Kräftezehrende Machtkämpfe mit dem gealterten Kriegsveteranen sind dabei an der Tagesordnung.

Und als wäre dies noch nicht genug, gerät Elizabeth auch immer häufiger mit ihrem stolzen Mann Prinz Philip (Matt Smith) aneinander, der Probleme damit hat, sich mit der neuen Position seiner Frau zu arrangieren.

Unser Fazit:

Natürlich gibt es immer wieder Dokumentationen über das britische Königshaus. Und Sie kennen sicherlich auch, die oftmals romantisch schmalzigen Filme, die jeweils zur Hochzeit eines der Mitglieder aus dem engeren Kreis der königlichen Familie gedreht werden.

Doch wenn wir zurückschauen, ist den meisten eher die Zeit bekannt, in der Prinz Charles Lady Diana Spencer geheiratet hat. Das Auf und Ab dieser Beziehung dominierte weltweit die Medien und endete mit dem tragischen Tod der Prinzessin. Heute stehen hingegen mehr ihre Enkel, allen voran Prinz William und Prinz Harry, im Vordergrund. Beide geben der Monarchie ein neues und moderneres Gesicht. Doch insgeheim wissen wir, allzusehr darf sich die royale Familie nicht modern und neu geben, denn wenn der Zauber der Unantastbarkeit verfliegt, dann stellt sich die Frage, wozu brauchen wir noch eine Monarchie?

Königin Elisabeth ist nicht nur die älteste , sondern auch die am längsten regierende Regentin. Ihr Nachfolger, der Prince of Wales steht seit Jahrzehnten abwartend in den Startlöchern, wird sein Amt als König jedoch erst einnehmen können, wenn seine Mutter den Platz frei gibt, und das, so hat sie stets betont, geschieht erst nach ihrem Tod. Im Gegensatz zu anderen europäischen Monarchien, in denen der König oder die Königin vorzeitig zurückgetreten ist wird dies in Großbritannien nicht der Fall sein.

Die Serie ist, das muss man klar sagen, nicht nur sehr unterhaltsam, sondern sie bietet auch einen geschichtlichen Rückblick auf die letzten Jahrzehnte Großbritanniens. Denn die Königin hatte durchaus ein bewegtes privates wie auch royales Leben, das für viele Menschen heutzutage nicht bekannt oder längst in Vergessenheit geraten ist.

Wer erinnert sich z.b. an den Smog 1952 in London mit 12.000 Toten, an dem Winston Churchill fast gescheitert wäre? Wer erinnert sich an das Minenunglück 1966 in Aberfan, bei dem die Königin erst nach einer Woche die Menschen vor Ort besucht hat? Und auch der Profumo Skandal 1962/63 wird hier aufgegriffen. Und dies ist nur ein wirklich winziger Ausschnitt aus all dem, was in den letzten Jahrzehnten ihrer Zeit passiert ist.

Viele Premierminister hat die amtierende Königin kommen und gehen sehen, derjenige, der ihr sicherlich am meisten ans Herz gewachsen ist, war tatsächlich Winston Churchill. Viele Ereignisse der letzten Jahrzehnte geschahen während ihrer Zeit.

Sir Winston Churchill

Und doch hat sie nicht gern dieses Amt übernommen, denn vorgesehen war eigentlich, dass ihr Onkel David, der spätere König Edward, das Amt übernehmen sollte. Er hat jedoch zugunsten der seinerzeit nicht standesgemäßen Liebe zur geschiedenen Mrs. Simpson sein Amt abgegeben und damit seinen Bruder gezwungen, diese Aufgabe zu übernehmen.

Immer wieder klingt durch, dass der frühe Tod König George VI auch damit zu tun hat, wie unwohl er sich mit dieser Bürde gefühlt hat, wie sehr der Druck ihn auch gesundheitlich belastet hat.

Und auch für Königin Elizabeth waren die ersten Jahre eher unangenehm, denn das unbeschwerte Leben, dass sie an der Seite des Duke of Edinburgh auf Malta führen durfte, endete mit der Regentschaft als Königin und damit, dass ihr Mann und späterer Prinz sich anderweitig Bestätigung suchen musste.

Auch die Rolle des Duke of Edinburgh ist gut dargestellt, zeigt sie einerseits den liebevollen und beschützenden Ehemann und Vater, andererseits auch die Strenge seinen Kindern gegenüber, besonders des späteren Prince of Wales, sowie seinen amourösen Abenteuern, mit denen er versucht hat, seine Rolle, in zweiter Reihe hinter seiner Frau, zu kompensieren.

Die Serie zeigt demnach nicht einen reißerischen Blick durch ein imaginäres Schlüsselloch auf die privaten Klatsch und Tratsch Geschichten der royalen Familie, sondern ist sehr daran interessiert, in chronologischer Reihenfolge die Ereignisse hervorzuheben, die eben auch die Zeit der Königin repräsentieren. Queen Elizabeth ist mehr als nur Corgis, Pferde und schwierige Familienverhältnisse mit Ehedramen.

Diese Serie besticht keinesfalls durch trockene Dokumentation, sondern hat mit der Wahl der Schauspieler und guten Dialogen es geschafft, eine wirklich gute Serie zu gestalten, die geschichtliches mit unterhaltsamen verbindet und durchaus geeignet ist, die vergangenen Jahrzehnte auch für diejenigen interessant zu machen, die bislang wenig bis gar nichts über Queen Elizabeth und Großbritannien wussten, und deren Interesse vielleicht noch bis zur Beerdigung von Prinzessin Diana reicht.

Deshalb…

Die Serie war erst ausgelegt auf sechs Staffeln, wobei jeweils zehn Folgen ein Jahrzehnt abdecken sollten. Aufgrund des großen Erfolgs hat man die vierte Staffel vorzeitig, auch im Hinblick auf die Corona Pandemie, abgedreht und es ist davon auszugehen, dass sie zum Jahresende auf Netflix vorgestellt wird. Geplant ist weiterhin eine Staffel 5, eine Staffel 6 soll es allerdings nicht geben.

Hier zeigt sich der Vorteil eines Streaming-Dienstes, man kann alle Staffeln hintereinander gucken. Wir empfehlen „The Crown“.

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