SBM stellen Schilder an der Bastau zum Schutz heimischer Enten auf
Hinweisschild an der Bastau Bildnachweis: Städtische Betriebe Minden

SBM stellen Schilder an der Bastau zum Schutz heimischer Enten auf

„Danke, dass Sie sich um mich kümmern“ – damit verleihen die Städtischen Betriebe Minden (SBM) den Enten ein Gehör. Durch die neu aufgestellten Schilder an der Bastau informieren die SBM über die schadhaften Folgen des Fütterns der Enten und schaffen so ein Bewusstsein für das Problem. Kaum wird mit der alten Brottüte geraschelt, tummeln sich dutzende, vermeintlich hungrige, Enten um die „Futterstelle“. Was die meisten Menschen nicht wissen: den Tieren wird damit kein Gefallen getan. Eher im Gegenteil.

Werbung

Ralf Rochell von den SBM ist zuständig für das Projekt Renaturierung der Bastau und erläutert die Gründe:

„Brot ist kein geeignetes Futtermittel für Enten. Es enthält Konservierungsstoffe, Gewürze und andere Stoffe, die in der Natur nicht vorkommen und die Enten nicht verdauen können. Dazu kommt, dass der hohe Salzgehalt von den Tieren nicht verarbeitet werden kann und so dem Organismus schadet.“

Ralf Rochell von den SBM

Durch die Wasseraufnahme quillt das gefressene Brot im Magen der Enten auf. Kleine Mengen führen so zu einer gehemmten Nährstoffaufnahme, größere Mengen können dann sogar tödlich sein.

„Enten finden ausreichend Nahrung im Wasser. Dazu gehören vor allem Wasserpflanzen und kleine Wassertiere. Selbst im Winter sind sie nicht auf Fütterungen angewiesen“

Ralf Rochell von den SBM

Zusätzlich hat das Verfüttern von Brot negative Auswirkung auf die Wasserqualität und somit die Lebensbedingungen der Enten. Durch die vermehrte Nahrungsaufnahme der Enten und übrig gebliebene Brotreste im Wasser wird das Nährstoffaufkommen im Wasser vermehrt und begünstigt die Algenbildung.

Werbung

Das führt unter anderem dazu, dass das Gewässer vor allem im Sommer aufgrund der erhöhten Belastung aus dem ökologische Gleichgewicht geraten könnte und somit die Lebensbedingungen der Enten, Schwäne und Fische sowie Kleinstlebewesen erheblich verschlechtert wird.

„Am besten ist es, die Enten gar nicht zu füttern. Wir wollen aber keiner Familie mit kleinen Kindern oder Senioren den Spaß verderben“

Mirco Koppmann, der verantwortliche Bereichsleiter

Um auch das Wohlergehen der Enten und auch der Gewässer zu sichern, sind jedoch ein paar Regeln zu beachten. Wichtig sei vor allem die Futtermenge: Gefüttert werden sollte ausschließlich in kleinen Portionen und auf gar keinen Fall tütenweise.

Übriggebliebene Reste locken ansonsten Ratten an. Anstelle von Brot eignen sich insbesondere Haferflocken oder klein geschnittenes Obst als Futter für Enten. Spezielles Wasservogelfutter gibt es außerdem im Fachhandel. Außerdem sollte nur an Land gefüttert werden, um das Wasser vor Verunreinigungen durch Reste zu schützen.

Bei Interesse können weitere Informationen auch auf den Internetseiten des WWF und NABU nachgelesen werden.

*Stadt Minden, November 2020

image_print