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Organspendetag 2020

Gesundheitsministerin Carola Reimann appelliert : Befassen Sie sich mit dem Thema der Organspende. Fast 1.000 Menschen sind in Niedersachsen auf ein SPENDERORGAN angewiesen. Es geht für sie im wahrsten Sinne des Wortes um Tod oder Leben.

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Auch wenn die gesundheitspolitische Diskussion derzeit durch die Covid-19-Infektionen geprägt wird, erinnert Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann anlässlich des Tages der Organspende am gestrigen 06. Juni an das Schicksal der Menschen, die auf ein Spenderorgan warten:

„Ich bitte alle gesunden Menschen, befassen Sie sich mit dem Thema der Organspende und dem Für und Wider eines Organspendeausweises. Knapp 1.000 Menschen sind in Niedersachsen auf ein Spenderorgan angewiesen. Es geht für sie im wahrsten Sinne der Wortes um Tod oder Leben.“

„Richtig.Wichtig.Lebenswichtig – Das Motto des Organspendetages hat auch vor dem Hintergrund der Pandemie nichts von seiner Bedeutung verloren“, betont Reimann. „Deshalb kann ich nur jede und jeden von uns bitten, einen Organspendeausweis auszufüllen.“

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Die Niedersächsische Gesundheitsministerin hofft, dass das im letzten Jahr in Kraft getretene „Gesetz zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende“ zu einem Anstieg der Spenderzahlen beiträgt.

„Mit dem Gesetz werden Transplantationsbeauftragte gestärkt, die Vergütung der Entnahmekrankenhäuser verbessert, die Abläufe und nicht zuletzt die Betreuung der Angehörigen verbessert. Das sind wichtige Meilensteine auf dem Weg, die Spendenbereitschaft zu erhöhen“, so Carola Reimann.

Zur Kenntnis:

Der bundesweite Tag der Organspende wird jährlich am ersten Samstag im Juni begangen. In diesem Jahr fand die Veranstaltung aus Gründen des Infektionsschutzes nur virtuell statt.

In Niedersachsen sind die Zahlen der Organspenderinnen und -spender von Januar bis März 2019 im Vergleich zu 2020 gleich geblieben (21 Organspender). Die Zahlen der gespendeten Organe sind von 71 auf 83 gestiegen. Im Jahr 2019 sind die Organspendezahlen im Vergleich zu 2018 leicht gesunken (2019 59 / 2018 62).

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit, einen Spenderausweis zu bekommen erhalten Sie hier.

*Land Niedersachsen, Juni 2020

INFORMATIONEN ÜBER ORGANSPENDE

Rund um die Organspende gibt es immer noch viele Fragen und Vorurteile: Was sind die Voraussetzungen für eine Organspende? Wer entscheidet über die Verteilung von Organen? Werden Organspender registriert?

VORAUSSETZUNGEN:

Keine Altersbegrenzung: Was zählt, ist der jeweilige Zustand der Organe. Dieser hängt nur bedingt vom jeweiligen Lebensalter ab. Ob ein Organ transplantiert werden kann, entscheiden medizinische Voruntersuchungen und der Arzt zum Zeitpunkt der Entnahme.

Es gelten zwei Voraussetzungen für eine Organentnahme:

  1. Der irreversible Hirnfunktionsausfall muss zweifelsfrei nach den Richtlinien der Bundesärztekammer festgestellt sein.
  2. Eine Einwilligung zur Organspende muss vorliegen. Dies kann eine schriftliche Einverständniserklärung des Spenders (z. B. Organspendeausweis / Patientenverfügung) sein oder sie kann durch eine Person erfolgen, der die Entscheidung übertragen wurde. Andernfalls werden die Angehörigen um eine Entscheidung nach dem mündlichen Willen oder im Sinne des Verstorbenen gebeten.

HIER DIE WICHTIGSTEN FAKTEN:

  • Bereits ab 16 Jahren kann jeder seine Bereitschaft zur Organspende im Ausweis erklären. Ab dem vollendeten 14. Lebensjahr kann einer Organspende widersprochen werden.
  • Jeder kann einen Organspendeausweis ausfüllen. Es ist keine ärztliche Untersuchung vorab nötig.
  • Organe, die gespendet werden können, sind: Herz, Lunge, Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse und Darm.
  • Keine Registrierung: Der Organspendeausweis ist ein offizielles und rechtlich gültiges Dokument, das die Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende dokumentiert. Es ist auch möglich, bestimmte Organe von der Spende auszuschließen. Wer seine Entscheidung ändern will, kann dies jederzeit im Organspendeausweis vermerken. Zusätzlich ist es sinnvoll, seine Angehörigen über die Entscheidung zu informieren.
  • Gleiche medizinische Behandlung für Organspender: Die Befürchtung, dass bei möglichen Organspendern auf der Intensivstation nicht mehr alles medizinisch Mögliche getan wird, ist völlig unbegründet. Notärzte, Rettungsteams und Intensivmediziner, die sich um das Leben des Patienten bemühen, haben nichts mit der Organentnahme und Transplantation zu tun. Erst wenn der irreversible Hirnfunktionsausfall eingetreten ist, wird über eine mögliche Spende entschieden.
  • Vermittlung über Eurotransplant: Für die Vermittlung von gespendeten Organen ist die Stiftung Eurotransplant mit Sitz im niederländischen Leiden für die Mitgliedsländer Deutschlands, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Kroatien, Österreich, Slowenien und Ungarn zuständig. Durch den Zusammenschluss dieser Länder haben die Patienten größere Chancen, ein passendes Organ zu bekommen oder – in dringenden Fällen – möglichst schnell transplantiert zu werden. Die Spenderorgane werden nach festgelegten Kriterien an die Wartelistenpatienten vergeben. Die Bundesärztekammer hat für Deutschland gemäß dem Transplantationsgesetz Richtlinien für die Organvermittlung erlassen. Im Vordergrund stehen Erfolgsaussicht und Dringlichkeit

*Organspende Info

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