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NDR zum Thema Organspende

NDR zum Thema Organspende

NDR für Das Erste. Was Deutschland bewegt: Organspende – Jetzt reden die Ärzte

13.01.2020, 20:15 Uhr, Das Erste

Am 16. Januar entscheiden die Mitglieder des Deutschen Bundestages über eine Neuregelung der Organspende. In Deutschland gibt es nicht genug Organe für die mehr als 9.000 schwerkranken Menschen, die derzeit auf der Warteliste stehen. Zudem ist Deutschland seit Jahren das einzige Land, das über Eurotransplant mehr Organe aus dem Ausland bekommt als es anbietet.

Drei Tage vor der Entscheidung im Bundestag zeigt Das Erste um 20.15 Uhr die NDR Dokumentation „Was Deutschland bewegt: Organspende – Jetzt reden die Ärzte“. Im Mittelpunkt des Films stehen diejenigen, die Menschen bei Transplantation und Entnahme behandeln, retten oder verabschieden müssen. Ein ungewöhnlicher Blick hinter die Kulissen, um die Frage zu beantworten: Was steckt hinter dem Organmangel hierzulande?

Unterwegs mit einem Entnahme-Team: Es ist noch dunkel, als der Chirurg mit dem Flugzeug landet. Und mit ihm zwei große Styroporboxen, für jeden Lungenflügel eine. Eurotransplant hat ihn informiert, dass es einen Organspender gibt. Kurz nach ihm kommen noch zwei weitere Entnahme-Chirurgen in diese Klinik, für das Herz und die Leber. Die Angehörigen des Spenders haben nach einem Gespräch mit einem Transplantationsbeauftragten der Entnahme zugestimmt.

Nun muss es schnell gehen. Der Chirurg entnimmt die Lunge. Er hat ab jetzt acht Stunden Zeit, um sie rechtzeitig wieder in den OP-Saal der Medizinischen Hochschule Hannover zu schaffen. Dort wartet schon die Patientin. „Emotional sind wir abgeschirmt. Wir sehen keine Angehörigen und kommen, wenn alles schon vorbereitet ist“, sagt der Mediziner. „Aber ich glaube, jeder Chirurg sollte im OP nochmal nachdenken und dem Spender für das Organ danken.“

Verstorbenen Menschen Organe entnehmen, um diese dorthin zu bringen, wo sie anderen Menschen Leben retten können, das ist der Job der Entnahme-Ärzte. Welche Bedingungen finden sie vor Ort vor? Haben die Neuerungen im Transplantationsgesetz tatsächlich dazu geführt, dass mehr kleine Kliniken Organspender melden?

Autorin Antje Büll durfte Chirurgen und Transplantations-Koordinatoren begleiten, um ihre emotionale, herausfordernde Arbeit rund um die Organentnahme und Transplantation zu dokumentieren. Deutschland gehört in Europa zu den Schlusslichtern, was die Zahl der Organspender pro Kopf betrifft. Dabei steht ein Großteil der Bevölkerung laut Umfragen der Organtransplantation positiv gegenüber. Tritt die Widerspruchslösung ein, über die der Bundestag am 16. Januar abstimmt, würde jeder Hirntote zum Organspender werden, wenn er dem nicht zu Lebzeiten widersprochen hat. Dadurch soll die Zahl der Organspenden in Deutschland erhöht werden. Es gibt Experten, die daran zweifeln, dass das dem Mangel wirklich abhilft. Sie fordern sogar darüber hinaus, dass, wie in anderen europäischen Ländern auch, Kreislauf-Tote zu Spendern werden können.

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