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Muttertag – „Tag der Blumenwünsche“

Muttertag – „Tag der Blumenwünsche“

Neben dem Valentinstag (lesen Sie dazu auch hier) zählt auch der Muttertag zu den Terminen, die jedem Floristen Tränen der Freude in die Augen treiben. Auch Parfümerien und sogar Juweliere können diesem Tag gespannt entgegensehen. Gern werden kunstvolle Blumensträuße und Gestecke, genauso wie duftige Präsente und glitzernde Aufmerksamkeiten gekauft, verpackt und verschenkt.

„Die Mutter ehren“ – das war der ursprüngliche Gedanke. Der Frau zu huldigen, die Tag für Tag mit Liebe und Engagement für die Familie sorgt und die letztendlich das größte Geschenk gemacht hat: Leben.

Reicht es tatsächlich aus, einmal im Jahr sich dessen zu erinnern? Was sollte das für ein Blumengesteck sein, dass auch nur annähernd die Wertschätzung ausdrückt? Und vor allem: Wollen Mütter das wirklich?

Wir haben uns einmal umgehört….

Von Josef Türk Jun. – originally posted to Flickr as Herztorte zum Muttertag, CC BY-SA 2.0

Die meisten unserer Befragten gaben an, zum Muttertag Blumen zu verschenken. Von kunstvollen Sträußen des heimischen Blumenhandels, über günstige Supermarktblumen bis hin zu Selbstgepflücktem war alles vertreten. Daneben gab es das Lieblingsparfüm ebenso wie eine Essenseinladung („Mama muss heute mal nicht kochen“) oder auch Gutscheine für die eigene Auswahl.

Einige Mütter berichteten, dass sie in der Vergangenheit gerade von Schul- und Kindergartenkindern viel Selbstgebasteltes und -gemaltes erhalten haben. Je älter die Kinder wurden, desto kommerzieller wurden allerdings die Geschenke. Auch den berühmten „Muttertagskuchen“ in Herzform gibt es heutzutage durchaus. Überhaupt wird gern und viel gebacken. Das größte Geschenk dabei war aber für die Mütter, wenn die Küche danach auch von den Backenden selbst renoviert wird… 😉

Worüber haben sich die Mütter am meisten gefreut? Sicherlich waren Blumengrüße (wenn schon das ganze Jahr über sehr sparsam damit umgegangen wird…) und Präsente eine schöne Aufmerksamkeit. Aber das Persönliche, wie die Übernahme von Hausarbeiten oder Hilfe im Garten, waren genauso gern gesehen, wie einlösbare persönliche Gutscheine („Freiwillig Abtrocknen, Aufräumen, Bügeln, ein gemeinsamer Einkaufsbummel, etc.) oder auch das „Frühstück ans Bett“. Der älteren Generation war der Besuch der Familie am Wichtigsten. Alle Lieben um sich versammelt, der Tisch wird gedeckt und man muss mal gar nichts tun, gefiel am besten.

Mit Liebe selbstgebacken

Wissenswertes zum Muttertag

Am 08. Mai 1914 legte der Kongress der Vereinigten Staaten den zweiten Sonntag im Mai als Muttertag fest. Die Ursprünge gehen allerdings sogar bis zu den Verehrungsritualen der Göttin Rhea im antiken Griechenland zurück und auch die Römer verehrten mit dem Kybele- und Attiskult die „Große Göttermutter“. Die heutige Form jedoch entstammt der britischen und amerikanischen Frauenbewegung. Ann Maria Reeves Jarvis gründete 1865 eine Mütterbewegung namens „Mothers Friendships Days“. Bei den dazu gehörigen Meetings konnten sich Mütter zu verschiedenen Themen austauschen. 1870 startete zudem Julia Ward Howe eine Mütter-Friedenstag-Initiative, mit dem Ziel, zu verhindern, dass Söhne nicht mehr in Kriegen geopfert werden sollten.

Anna Marie Jarvis

Endgültig gegründet wurde der Muttertag, in der Form, wie wir ihn heute kennen, jedoch von Anna Marie Jarvis, der Tochter von Reeves Jarvis. Am 12. Mai 1907, es war der Sonntag nach dem zweiten Todestag der Mutter, veranstaltete sie ein „Memorial Mothers Day Meeting“ in West Virginia, USA. Die Idee wurde begeistert angenommen und fortgeführt. Zuerst als Andacht für alle Mütter. Doch ihr Ziel war, einen offiziellen Muttertag zu begründen, zu Ehren der Mütter. Dafür startete sie eine Initiative, in dem sie Briefe an Politiker, Geschäftsleute, Mitglieder der Kirche und diverse Frauenbewegungen schrieb. Und bereits 1909 wurde der Muttertag in immerhin 45 Staaten der USA gefeiert. Seit dem 08. Mai 1914 wurde der Muttertag offiziell festgelegt. An diesem Tag soll man alle öffentlichen Gebäude beflaggen lassen, um den nationalen Feiertag entsprechend zu begehen.

Von den USA nach Europa

1912 gründete sich eine „Mother’s Day International Association“, um den Tag auch international zu verbreiten. In Großbritannien wurde dieser Tag mit dem „Mothering Sunday“, dem vierten Fastensonntag zu Ehren der Mutterkirche zusammengebracht. 1917 zog die Schweiz nach, 1918 Finnland und Norwegen, 1919 Schweden und 1923 endlich auch Deutschland. Seit 1924 gibt es den Muttertag dann in Österreich.

Interessanterweise gefiel der Begründerin des Feiertages die steigende Kommerzialisierung des Tages gar nicht, da der Ursprungsgedanke, dass Ehren der Mütter, aus ihrer Sicht verloren gegangen war. Sie wandte sich nicht nur von der Bewegung ab, sondern versuchte, den Tag wieder abzuschaffen. Einmal ins Rollen gebracht gelang ihr das jedoch nicht.

In Deutschland wurde der Muttertag 1922/23 vom „Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber“ mit diversen Plakaten „Ehret die Mutter“ (man müsste hinzufügen: „Kauft Blumen“) und eher unpolitisch als „Tag der Blumenwünsche“ gefeiert. Der erste Vorsitzende des Verbandes, Rudolf Knauer, bereitete zum ersten deutschen Muttertag, am 13. Mai 1923 den Weg für das, was bis heute den Tag ausmacht: Blumengrüße, Gedichte für die Mutter und Werbekampagnen.

Eine dunkle Zeit erlebte die Bewegung zur Zeit des Nationalsozialismus, als man besonders kinderreiche Mütter als Heldinnen des Volkes zelebrierte. 1933 wurde der Muttertag zum öffentlichen Feiertag erklärt und erstmals am dritten Maisonntag 1934 als „Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter“ mit der Einführung des Reichsmütterdienstes in der Reichsfrauenführung begangen. Die Idee des Nationalsozialismus, den kinderreichen Frauen Ehre und Auszeichnungen zu verleihen, diente – so weiß man heute – letztendlich einem ganz anderen Zweck: Die Erhaltung der sogenannten „arischen Rasse“ und für zukünftige Soldaten, die herangezogen wurden. Damit widerspricht sich der Gedanke mit dem Ursprung, der auch den Schutz der Söhne vor sinnlosen Kriegen im Sinn hatte.

Der zweite Sonntag im Mai nach Kriegsende 1949 war der 08. Mai. Die 15 Tage später am 23. Mai 1949 mit der Verkündigung des Grundgesetzes gegründete Bundesrepublik Deutschland beging ihren ersten Muttertag erst 1950.

In der späteren DDR gab es offiziell keinen Muttertag, stattdessen wurde der Internationale Frauentag (lesen Sie dazu auch hier) am 08. März sehr festlich begangen.

Floristen florieren

Obwohl nicht gesetzlich als Feiertag deklariert, dürfen Blumenläden, aufgrund ihrer Sonderstellung, an diesem Tag geöffnet sein. Nicht gesetzlich verankert bedeutet, dass das Datum auf Übereinkünften von Wirtschaftsverbänden basiert ist. Die Floristenverbände in Deutschland haben den zweiten Sonntag im Mai als Muttertag festgelegt.

In den USA werden die Geschenke für den Muttertag nur noch durch Weihnachten übertroffen. Ca. 172 US-Dollar gibt der US-Bürger im Durchschnitt für die eigene Mama aus. In Deutschland liegen wir bei ca. 25 Euro im Durchschnitt für Muttertagsgeschenke. Der Trend geht zwar in Richtung Sachgeschenke (Parfüm, Schmuck, Picknickkörbe,….), aber es werden tatsächlich immer noch am meisten Blumen verschenkt. Bis zu 130 Millionen (!!) Euro Umsatz werden derzeit mit Schnittblumen zum Muttertag erzielt. Damit ist der Muttertag sogar noch verkaufsstärker als der Valentinstag.

Wir wünschen allen Müttern einen entspannten Muttertag! Sie sind wunderbar – an jedem Tag 🙂

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