Kontakt: Redaktion@Scarlett-Magazin.de oder Mobil 0151-55684186
Minden ist mobil – auch beim Klimaschutz

Minden ist mobil – auch beim Klimaschutz

Dass Minden einiges zu bieten hat, haben wir schon des Öfteren erwähnt. Dass Minden jedoch zwei Veranstaltungen so miteinander verbinden kann, sodass ein großes Publikum sich angesprochen fühlt und man letztendlich erreicht zu erkennen, wie wichtig Klimaschutz ist, ist durchaus eine besondere Erwähnung wert. Sie sind gespannt?

Viel los auf dem Marktplatz – Foto: Sabine Christel

Am vergangenen Wochenende fand in der Innenstadt „Minden macht Mobil„, eine Veranstaltung rund um das Thema Fortbewegung statt. Inklusive eines sehr begehrten verkaufsoffenen Sonntags, bei dem die Einzelhändler durchaus gute Umsätze verzeichnen konnten, war die Fußgängerzone im Bereich von Bäckerstraße und Scharn doch gut besucht. Auch die Gastronomie durfte sich über sehr viele Kunden freuen, die das angenehm temperierte Wochenendwetter nutzten, um bei Eis und Weinschorle gemütlich den vorbeiziehenden Leuten zuzuschauen.

Die Außengastronomie ist gut besucht – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Schwein am Spieß – Foto: Sabine Christel

Dazu präsentierten einige Autohäuser ihre neuesten Modelle, genauso wie die Firma „SanAgil“, die mit einer Auswahl von Fortbewegungsmitteln für in der Mobiliät eingeschränkte Mitbürger vor Ort war. Mit vielen Tipps und Infos rund um das Radfahren vervollständigte sich das mobile Angebot. Auf dem kleinen Domhof wurden dazu Einsatzübungen der Rettungskräfte und zwei Unfall-PKW gezeigt, somit war die gesamte Innenstadt in die Veranstaltung einbezogen.

Auch ein Fortbewegungsmittel – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Löschfahrzeug – Foto: Sabine Christel

Die Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr und Infostände des Deutschen Roten Kreuzes, sowie der Verkehrswacht waren ebenso vertreten, wie Frau Sawatzki, die am Samstag und Sonntag einen kleinen Stand auf der Martinitreppe zum Thema „Stadtradeln“ betreute. Am Samstag wurde durch Bürgermeister Michael Jäcke das Stadtradeln offiziell eröffnet, also praktisch „angeradelt“. Hierbei handelt es sich um den Start einer Kampagne des europäischen Klima-Bündnisses: Ab dem 25. Mai radelt ganz Minden beim diesjährigen Stadtradeln mit, übrigens zum ersten Mal. Mehr dazu auch in unseren Wochenendtipps, in denen wir das Stadtradeln bereits vorgestellt haben – lesen Sie dazu HIER. Sie können gern noch teilnehmen und sich bis einschließlich 14. Juni dazu anmelden: stadtradeln.de/minden

Segway-Parcours – Foto: Sabine Christel

Auch das sehr beliebte Segwayfahren wurde auf einem kleinen Parcours vor dem Kaufhaus Hagemeyer angeboten und fand zuerst neugierige und dann begeisterte Teilnehmer aller Altersgruppen. Wer es einmal ausprobiert hat, weiß, was für ein Spaß damit verbunden ist. Musikalisch war die Gruppe „Samba Raio“ vor Ort, die trommelnd auf sich aufmerksam machten und viele Zuhörer fanden.

Auf dem Marktplatz selbst waren leider nur eine eingeschränkte Auswahl an Autohäusern vertreten, diese jedoch mit einem reichhaltigen Angebot in allen Preisklassen und Größen.

Samba Rhythmen – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel

So auch die Mitarbeiter des Autohauses Peitzmeyer aus Bad Oeynhausen. Geschäftsführer Marcel Peitzmeyer erzählte im Gespräch, dass jedes Unternehmen natürlich für sich entscheiden muss, ob diese Teilnahme an der Veranstaltung durchgeführt werden soll. Sein Team zumindest zeigte sich sehr zufrieden mit beiden Ausstellungstagen: „Wir haben viele Visitenkarten verteilt und gute Gespräche geführt.“ Hier können Autointeressierte, die bislang keinen Bezug zur Marke Citroen haben, unverbindlich einen Blick auf das Angebot und besonders auf Ausstattung und Preis werfen. Sehr beliebt bei den Besuchern war der „Berlingo“, der sowohl in Optik, als auch im Preis in Verbindung mit Ausstattung überzeugte. Es ist eben doch etwas anderes, ob man ein Modell in der Fernsehwerbung sieht oder live und in Farbe vor sich stehen hat. Auch ein Blick in den Prospekt kann ein Probesitzen und „mal alles ausprobieren“ nicht ersetzen. Ob sich daraus mehr entwickelt oder sich sogar ein Kauf abschließen lässt, wird sich zeigen. Kunden, die einmal einen Citroen gefahren haben, so Peitzmeyer, bleiben meist bei der Marke. Deshalb sind die meisten Autoverkäufe auch bei den vorhandenen Kunden zu finden, die einfach ein neues oder anderes Modell suchen.

Ob Hybrid oder Elektro – das ist gar kein großes Thema. Der Hauptverkauf, also ca. 80% der Käufe, liegt im Bereich der Benziner. Lediglich für Vielfahrende, ab 30.000 km pro Jahr, lohnt die Anschaffung eines Dieselfahrzeugs. Das sind allerdings vorwiegend gewerbliche Kunden. „Unter einem Prozent“, so bezifferte Peitzmeyer die Zahlen, die sich aus Verkäufen im alternativen Antriebsbereich darstellen lassen.

Marcel Peitzmeyer (Li.) Und sein Team – Foto: Sabine Christel
Innen im Berlingo – Foto: Sabine Christel

Bemerkenswert sei auch, dass viele Gäste von Ausserhalb Interesse an der Fahrzeugflotte zeigten, man somit auch Kunden von anderen Städten auf sich aufmerksam machen konnte.

Neue Modelle bei Citroen – Foto: Sabine Christel

Was viele Veranstaltungsbesucher bestätigten, ist, dass die Hemmschwelle deutlich geringer ist, mal ein Auto auszuprobieren, ohne sich direkt festlegen zu müssen. Die Unverbindlichkeit liegt damit im Vordergrund. Die Händler hatten so auch die Chance, „Fremdfahrer“, also Besitzer anderer Automarken, mit ihren Produkten zu überzeugen. Und so hörte man dann von einigen Besuchern erstaunte Ausrufe, wenn sie ein Fahrzeug von innen begutachteten und sich dann über die teils recht günstigen Anschaffungspreise freuten.

Autoschnuppertage in Minden – Foto: Sabine Christel

Außerdem nutzten viele die Gelegenheit, sich von den anwesenden Händlern über Ausstattung und Antriebsalternativen informieren zu lassen oder technische Fragen zum eigenen Fahrzeug zu klären.

Der Weg Richtung Obermarktpassage die Obermarktstraße hinauf, führte hingegen weg vom Neuen und hin zur Erneuerung. Themen war dort „Nachhaltigkeit“ und „Wiederverwendung“.

Magali macht neue Mode aus alten Sachen – Foto: Sabine Christel

So hatte die aus Frankreich stammende Magali an ihrem Stand die Idee, aus alter und nicht mehr getragener Kleidung neue Mode zu kreieren. Der Gedanke ist ihr schon in ihrer Jugend gekommen, weil sie sich nicht kleiden wollte, wie die anderen Teenager ihres Alters. So starteten ihre ersten Nähversuche. Heute nutzt sie ihr Talent und hat sich zum Beispiel mit Frauen aus anderen Ländern, die hierher geflüchtet sind, zusammengetan. Dort wird viel Handarbeit, wie Nähen und Stricken, angewendet und dies möchte sie fördern. Zusammen mit der Initiative von „MiNaWo.de“ ist die Idee, entsprechende Kleidung über „Unverpackt-Minden“ anzubieten bzw. Kleidung zu verändern oder auch wieder tragbar zu machen. Deshalb wird gern gut erhaltene Kleidung angenommen, aus der dann wieder neue Stücke gefertigt werden. Der Trend geht hin vom Wegwerfen zum Reparieren. Ihr klares Ziel ist es, dazu zu animieren, Dinge zu erhalten und sich gemeinsam zu ergänzen. Jeder kann sein Talent und seinen Beitrag dazu geben, gemeinsam kann so vieles erreicht werden.

Karin (li.) vom Tauschrausch e. V. – Foto: Sabine Christel

Den Gedanken hatte auch Karin vom Tauschstand. An diesem Wochenende ging es allerdings darum, Dinge zu verschenken, die woanders nicht mehr gebraucht werden. Am 01. Juni und 06. Juli 2019 finden dann am Aktivitätszentrum am Goethepark in Minden die Veranstaltungen statt, bei denen man Zeit oder Fähigkeiten tauschen und Geräte tauschen oder ausleihen kann. Sie brauchen einen Babysitter? Oder Hilfe bei der Gartenarbeit? Ein anderer bietet Zeit in Form von Produkten an – selbstgemachte Marmelade oder Selbstgenähtes. So kommt man zueinander. Der Wert der Ware wird in Zeit umgerechnet und so getauscht. Auch am 31.08.2019 können Sie beim „Tauschrausch e. V.“ vom Bildungs Forum in Minden mitmachen. Eine Idee, die gar nicht neu ist, aber immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Heidi (li.) und Karl aus Lübbecke mit Karin am Stand, an dem alles verschenkt wird – Foto: Sabine Christel

Sehr interessiert an diesem Stand zeigten sich Karl und Heidi aus Lübbecke, die beim Bummel über die mobile Meile an der Obermarktstraße angekommen waren. Für Heidi eine tolle Idee, die sich ergänzt: „Altes und Neues, die sich miteinander verbinden, diese Gemeinsamkeit – das ist doch auch das Zeichen der Europawahl.“ Ihnen gefällt der Gedanke, gerade auf so einer Veranstaltung auch Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu Präsentieren. Besonders Karl war an dem Thema interessiert, denn mit einem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb sieht er sich oftmals in der Problematik, kostendeckend produzieren zu müssen und dabei die Umwelt im Auge zu behalten. So sei es in früheren Jahren kein Problem gewesen, zum Beispiel Unkraut an Zuckerrüben manuell und damit umweltfreundlich zu beseitigen. Fleißige Hände aus der Nachbarschaft hätten mitgeholfen. Damit habe man sich schnell „ein paar Mark“ verdienen können. Heute findet sich kaum jemand, der mithilft. Demzufolge muss er zu chemischen Mitteln greifen, dabei aber darauf achten, dass die Umwelt nicht zu sehr darunter leidet. Und alles in einer Preisklasse, dass der Endverbraucher die Ware auch noch günstig erhält. Und genau da liegt das Problem: Etwas Gutes wollen, aber nicht bereit zu sein, dafür auch angemessen zu bezahlen. Wenn günstig produziert werden soll, egal, um welches Produkt es sich handelt, geht das immer zu Lasten der Arbeitenden und der Umwelt. Klimaschutz ist wertvoll, aber nicht billig. Auch altes zu entsorgen, anstatt es anzubieten für andere, ist demzufolge eine gute Maßnahme, die beide gern unterstützen.

Tanja Bartling (Li.) zeigt sich begeistert vom Wandelfest zum Klimaschutz – Foto: Sabine Christel
Laurenz (li.) und Adam beim Schachspiel – Foto: Sabine Christel
Es geht auch ohne Verpackung – Foto: Sabine Christel

So denkt auch Tanja Bartling aus Bückeburg (Mitglied des Fördervereins der Stadtbücherei, lesen Sie dazu auch HIER). Sie war mit ihrer Familie vor Ort. Während ihr Sohn Laurenz spontan mit Adam zu einem Schachspiel zusammenfand, nutzte sie die Gelegenheit, sich über selbstgemachte Reinigungsmittel und den Stand von „Unverpackt“ zu informieren. Die Autoschau sei jetzt weniger spannend, aber der Bereich zum Klimaschutz und der Nachhaltigkeit habe sie sehr interessiert. Viele Ideen seien ihr allerdings bereits bekannt und werden im Alltag umgesetzt. Auch wir haben schon ein paar Tipps in der Kolumne für Sie vorgestellt – lesen Sie dazu HIER.

Zur Mindener Nachhaltigkeitswoche (MiNaWo.de) hat Bürgermeister Michael Jäcke die Schirmherrschaft übernommen. Start war am 26.05.2019 mit dem „Fairwandel-Fest“ im Bereich der Obermarktstraße in Minden. Zeitgleich mit der Veranstaltung „Minden macht mobil“. Am 30.05.2019 sind sie ebenfalls vertreten beim „Familienfest am Weserstrand“ (lesen Sie mehr Infos bitte HIER), dann am 01.06.2019 beim „Weltweites Picnic 4 Degrowth“ auf dem Johanniskirchhof in Minden, sowie am 03.06.2019 bei der Podiumsdiskussion „Nitrat im Trinkwasser und kein Ende?“ im Campus MTZ in Minden. Außerdem wird ab dem 14.06.2019 die BUND-Wanderausstellung in der Stadtbibliothek in Minden eröffnet.

So haben die Besucher, die so zahlreich in die Stadt geströmt sind, unterschiedliche Ziele gehabt und manches Mal sogar etwas völlig Neues entdecken können. Sie sehen, dass man aus einer Veranstaltung zum Thema Mobilität einiges machen und sogar das Klima mit einbeziehen kann.

Hier ein paar Impressionen:

Freiluft-Fitness – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Neues am Scharn – Foto: Sabine Christel
Nachhaltigkeit und Klimaschutz – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Verkaufsoffener Sonntag – Foto: Sabine Christel
Ausprobieren – Foto: Sabine Christel
Viel los in der Stadt – Foto: Sabine Christel
image_print
Menü schließen