#leerestuehle – Gemeinsam Flagge zeigen für Schaumburger Gastronomie
Susanne Wittkugel vom Gasthof Vehlen - Foto: Gasthof Vehlen, privat

#leerestuehle – Gemeinsam Flagge zeigen für Schaumburger Gastronomie

Die Corona-Pandemie trifft die Gastronomen und all ihre Mitarbeiter aktuell in schmerzlicher Weise.

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Foto: www.leere-stuehle.de/

Seit einigen Tagen ist die Aktion #leerestuehle in den Medien sehr präsent, viele Gastronomen beteiligen sich und zeigen gemeinsam Flagge. Auch in Schaumburg hat man sich überlegt, sich dieser Aktion anzuschließen und so rief die heimische Gastronomin Susanne Wittkugel vom Gasthof Vehlen ebenfalls zum 01. Mai zu einer gemeinsamen Aktion auf, um die Forderungen der Bewegung weiter in die Öffentlichkeit zu tragen.

Die Forderungen aller Beteiligten richteten sich über die Presse an die Öffentlichkeit, wie auch die Politik, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen und gleichzeitig die Hoffnung auszusprechen, wichtige Änderungen zugunsten der Gastronomie anzubringen.

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Wichtige Punkte hierfür sind u.a.:

  • Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 90% ab Beginn
  • dauerhafte Einführung von 7% Mehrwertsteuer
  • Erweiterung und Klarstellung der „Soforthilfe“ für Unternehmen (auch mit mehr als 10 Mitarbeitern)
  • Klare Exit-Strategie
  1. Gestaffeltes Kurzarbeitergeld – betrifft alle, die das KUG für eine um mindestens 50 Prozent reduzierte Arbeitszeit beziehen: Ab dem 4. Monat des Bezugs soll dieses auf 70 Prozent bzw. 77 Prozent für Haushalte mit Kindern und ab dem 7. Monat des Bezuges auf 80 Prozent bzw. 87 Prozent für Haushalte mit Kindern steigen – längstens bis Ende 2020.
  2. Außerdem werden für Arbeitnehmer in Kurzarbeit ab 1. Mai bis Ende 2020 bereits bestehende Hinzuverdienstmöglichkeiten erweitert.
  3. Die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie wird laut Beschluss ab dem 1. Juli befristet bis zum 30. Juni 2021 auf den ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent gesenkt. *Quelle: Leere-Stuehle.de

Foto: Leere-Stuehle.de

Aktion in Schaumburg:

Am 1. Mai ging es darum, gemeinsam Farbe zu bekennen und auf die existenzbedrohende Lage aufmerksam zu machen. Verschiedene Gastronomen stellten dazu einen ihrer derzeit leeren Stühle auf den Marktplatz. Keinesfalls sollte jedoch zu einer öffentlichen Demonstration oder Kundgebung aufgerufen werden, sondern es war eine „stille Aktion“, in Zeiten des Coronavirus steht immer „Abstand halten“ im Vordergrund.

Worum geht es genau beim Hashtag „leerestuehle“?

Leere Stühle“ fand bundesweit am 1. Mai als „Tag der Arbeit“ statt. Im Fokus stehen die Forderungen nach einer Erhöhung des KUG auf 90 % rückwirkend ab Beginn sowie eine schnelle Öffnung unter menschenwürdigen Bedingungen. Skisprungweltmeister und Olympiasieger Jens Weißflog ist Initiator einer Aktion in Oberwiesenthal und fordert gemeinsam mit den Gastronomen Deutschlands massive Unterstützung von Bund und Land.

Zur Erhöhung des durch die Groko beschlossenen Kurzarbeitergeldes befragt, äußert sich Sprecherin und Mitinitiatorin Kathleen Parma wie folgt: „Ein KuG nach dem 4. Monat wird die Situation unserer Mitarbeiter nicht verbessern. Martin Dulig, Sächsischer Wirtschaftsminister hat (gestern) vor dem Sächsischen Landtag unsere Forderung aufgenommen, dass die beschlossene Erhöhung nicht erst in vier oder sieben Monaten gebraucht wird, sondern jetzt. Wir sind froh, dass sich immer mehr private Initiativen der Aktion anschließen, die am 17. April in Dresden begann und die Existenzangst der Gastronomen, Hoteliers und Veranstalter so eindrucksvoll ins Szene setzte, dass selbst im Ausland darüber berichtet wurde. In Städten und Gemeinden wie Dresden, München, Leipzig, Potsdam, Hannover oder Hiddensee fordern am 1. Mai die Mitarbeiter der Branche eine Aufbesserung des KuGauf 90% sowie die sofortige Öffnung der Hotels und Restaurants unter menschenwürdigen Bedingungen.

Auch in Berlin findet wieder eine Veranstaltung statt, diesmal organisiert im Stadion des 1.FC Union Berlin, Alte Försterei. Die Zusammenarbeit sei hervorragend so Organisator Rene Kaplick, da leere Stadien auch leere Stühle und kein Umsatz über Gastronomie bedeuten. Über die Webseite www.leere-stuehle.de erhalten Initiatoren in Städten und Gemeinden seit dem 17.April seitens der Dresdner jegliche Unterstützung, um bundesweit gemeinschaftlich aufzutreten. So sei auch der ehemalige Skispringer Jens Weißflog aufmerksam geworden, der als Inhaber eines Hotels und Restaurants im touristischen Hotspot Oberwiesenthal ebenso betroffen ist, wie viele andere seiner Branche auch.

Zum 1. Mai organisierte Weißflog gemeinsam mit Kollegen und deren Mitarbeitern im beschaulichen Skiort „Leere Stühle“, um bundesweit gemeinsam mit allen Gastronomen ein einheitliches Zeichen zu setzen. Besonders bewegt Weißflog, der sein Hotel seit 1996 mit aktuell 22 Mitarbeitern führt, die Ungerechtigkeit, die das Kurzarbeitergeld mit sich bringt. Seine Mitarbeiter erhalten gerade einmal 35-40 % des Lohnes, den sie vor Corona durch Schichtzuschläge und Trinkgeld hatten. Er appelliert an die Politik, dass eine schnelle Öffnung unter Bedingungen erfolgen muss, die auch umsetzbar sind. Oberste Priorität hat dabei die Menschenwürde von Mitarbeitern und Gästen.

Foto: leere-stuehle.de

Zur Initiative „Leere Stühle“:

Der sich in Gründung befindliche Verein ging aus der Aktion „Leere Stühle“ hervor, die mit einer einzigartigen Guerilla-Marketingaktion am 17. April auf dem Dresdner Neumarkt stattfand. Mit „Leeren Stühlen“ gelang es bundesweit auf die Existenzangst der Sächsischen Gastronomen hinzuweisen. Über 550 Gastronomen, Hoteliers und Veranstalter beteiligten sich daran und setzten so ein Zeichen, dass die Zeit gekommen ist, von Bund und Regierung besondere Unterstützungspakete zu fordern. Innerhalb einer Woche fanden in zahlreichen Städten Deutschlands weitere Aktionen statt. Mit eindrucksvollen Bildern und den Hashtags #leerestuehle und #leerestühle entstand eine Welle, die auf leise Art bewegt. Über die Webseite www.leere-stuehle.de wird allen Initiatoren ein Support geliefert, der neben der Untersetzung der Forderungen auch Hilfsmittel wie Logo, Plakate und Argumentationen bietet, um den einheitlichen Druck auf Bund und Land zu erhöhen. Die Initiative „Leere Stühle“ e.V. i.G. ist unabhängig jeglicher politischen Interessen und gehört keiner Institution oder Verein an. *Quelle: www.leere-stuehle.de/Presse

Stillstand der Gastronomie

Die Gastronomie ist derzeit auf Null runtergefahren worden. Darunter leiden die Betreiber der vielen Cafés, Restaurants und Kneipen im Schaumburger Land. Anstatt endlich wieder die Biergärten und Außenbereiche öffnen zu können, eine neue frühlingshafte Speisekarte zu präsentieren und nach der eher ruhigen Winterpause durchzustarten, sind alle Betriebe gezwungen, ihr Geschäft geschlossen zu halten.

Davon betroffen sind allerdings nicht nur die Geschäftsinhaber, die auf Einnahmen für Miete und Pacht, Zahlung evtl Kredite, sowie laufender Kosten angewiesen sind, sondern auch deren Mitarbeiter, darunter viele Teilzeitkräfte und Mini-Jobber. Welcher Betrieb schafft es, diese Mitarbeiter trotz fehlender Einnahmen weiterhin zu bezahlen? Und vor allem – niemand kann zum jetzigen Zeitpunkt voraussagen, wie lange die Krise anhalten wird und wann man wieder zu einem kompletten Normalbetrieb umwechseln kann. Auch eine langsame Öffnung wird in der ersten Zeit nur mit vielen Einschränkungen und unter Auflagen möglich sein. Aber in der Gastronomie ist man auch auf die Bildung von Rücklagen angewiesen und muss stets gewappnet sein für Ausfälle im Bereich Betriebsinventar, Personalwechsel oder Anhebung von Preisen für Zutaten und Zubehör.

Wird man in der Lage sein, das komplette Personal später noch zu übernehmen, wird man den Betrieb halten können? Das alles sind Fragen, die für schlaflose Nächte sorgen, denn gerade für kleinere Lokale kann die Coronapandemie letztendlich das geschäftliche „Aus“ bedeuten. Und zwar eines, dass wirtschaftlich eine weitere Zukunft sehr erschweren kann.

Das schließt selbstverständlich auch Hoteliers, Veranstalter und Event Locations ein, und als Folge auch viele Geschäftszweige, die damit verbunden sind.

Was kann jeder Einzelne von uns tun?

Wohl dem, der über einen Lieferservice verfügt oder unter Auflagen eine Abholung anbieten konnte.

Doch eine Krise zeigt auch, wie innovativ und kreativ die Gastronomen sein können. Dass aus dem Mut der Verzweiflung sich überlegt wurde, was können wir tun, wie können wir trotzdem für Einnahmen sorgen, unsere Mitarbeiter zumindest teilweise beschäftigen und unsere Kunden auch weiterhin versorgen und damit in Erinnerung bleiben?

So richtete man nach eigenen Möglichkeiten spontan einen Abholservice ein, mit einer geänderten Bestellkarte, in der man Gerichte zum Liefern oder eben Abholen anbot. Flugs wurden Fenster oder Nebeneingänge als Abholstation unter Berücksichtigung aller Hygienevorschriften eingerichtet. Wurden Gerichte entwickelt, die für Abwechslung bei hungrigen Interessenten sorgen sollten und die vor allem ein Anreiz sind, dieses Angebot auch zu nutzen.

Preislich und kulinarisch musste man neu kalkulieren, denn bei vielen Mitbürgern sitzt das Geld nicht mehr so locker und nur Pommes sind auf Dauer auch nicht reizvoll.

Und so bietet die heimische Gastronomie seit einigen Wochen ein großes Angebot an Pizza und Burger, Salaten, Fleisch- und Fischgerichten, passend zur Saison Spargelgerichten und noch einiges mehr. Sogar Kuchen und Torten oder Cocktails sind im Angebot.

Hier zum Beispiel die aktuelle Speisekarte des Gasthof Vehlen, der sogar ein köstliches Menü zum Mitnehmen bietet, so dass Sie den gewohnt perfekten Genuss auch zu sich nach Hause holen können:

So funktioniert der Abholservice

Speisekarte Gasthof Vehlen

Gleichzeitig erhoffen alle teilnehmenden Gastronomiebetriebe mit ihrer Aktion, die Politik und die Bevölkerung auf sich und ihre Sorgen aufmerksam zu machen, um Lösungen zu finden, wie es jetzt weitergehen kann, das sie Unterstützung erhalten, um wirtschaftlich die Krise zu überstehen, und damit auch den Mitarbeitern einen Arbeitsplatz zu erhalten.

Sie können ebenfalls mithelfen, in dem Sie die Aktion teilen, die Gastronomiebetriebe unterstützen und öfter mal den Liefer- und Abholservice in Anspruch nehmen, Gutscheine erwerben und somit einiges dafür tun, dass uns die Gastronomie in ihrer Vielfalt erhalten bleibt.

Wir sind als Menschen darauf ausgerichtet, uns zu treffen, miteinander Zeit zu verbringen und zu unterhalten, und wo gelingt das besser, als im Biergarten um die Ecke, im Eiscafé, in der Lieblingskneipe, im eleganten Restaurant, bei einer leckeren Pizza, einem Döner oder auch beim Bier, Cocktail oder Cappuccino? Diese Vielfalt bereichert unsere Städte.

Machen Sie mit – gemeinsam durch die Krise! #leerestuehle #leerestühle

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