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„Lass Dir Zeit“ – Warum man langsam schneller ist
Scarlett - Die Kolumne

„Lass Dir Zeit“ – Warum man langsam schneller ist

Ein ganz normaler Tag? Morgens zu spät unterwegs zum Termin. Erst ist das Auto zugeparkt und man braucht scheinbar ewig, um sich aus der engen Parklücke zu manövrieren. Dann Stau und jede Ampel rot. Im Kopf der Gedanke: „Ich bin zu spät“, unter der Bluse die eigene Heimsauna.

Keine Zeit – weil wir uns unter Druck setzen?

Vor dem Gebäude kein Parkplatz zu finden, abgehetzt ankommen. Unter dem mahnenden Blick des Kunden nervös eine Entschuldigung stammeln. Bei der Präsentation sich zweimal versprechen, weil im Kopf immer wieder herumschwirrt, ob es Nachteile haben wird, dieses Zuspätkommen und der Gedanke: „Was denken die jetzt nur von mir?“

Am Ende lässt einen der Kunde mit einem „Wir überlegen uns das noch“ verunsichert zurück. Der Tag ist gelaufen.

Kennen Sie das?

Dem eigenen Druck nicht mehr standhalten können

Gleiches Szenario: Morgens zu spät zum Termin, weil Sie sich noch eine zweite Tasse Kaffee gegönnt haben, in dem Gefühl, sie haben noch die Zeit. Zugeparkt? Okay, Sie haben schon ganz andere Sachen geschafft. Ein gutes Gefühl sich aus der engen Parklücke ohne Kratzer befreit zu haben. Die Ampeln rot – Berufsverkehr. Einmal rechts an den Straßenrand fahren und den Kunden von unterwegs anrufen: „Verzeihen Sie bitte. Es ist gerade ein Stau, ich verspäte mich um ca. zehn Minuten. Ist das für Sie in Ordnung oder möchten Sie lieber einen neuen Termin machen?“ Der Kunde beruhigt, alles okay, dann erledigt er derweil ein paar Telefonate. „Lassen Sie sich Zeit und danke für die Information.“

Entspannt weiterfahren, in Ruhe einen Parkplatz suchen. Zum Termin – freundliche Begrüßung, kleiner Smalltalk. Die Präsentation läuft, Sie fühlen sich gut. Einiges hat heute schon gut geklappt, warum dann nicht auch, den Kunden für sich zu gewinnen? Der Kunde signalisiert Interesse, möchte sich aber noch beraten und wird sich melden. Sie haben ein positives Gefühl, wie es auch ausgeht, Ihre Präsentation war gut.

Der beste Motivator sind Sie selbst

Dasselbe Ereignis, aber zwei unterschiedliche Denkweisen.

Es gibt immer wieder Situationen im Leben, die wir anders beurteilen, als sie tatsächlich sind. Oder auch, weil wir sie anders sehen oder sehen wollen, als sie von anderen wahrgenommen werden. Sie kennen doch den Satz: „Für den einen ist das Glas halb voll, für den anderen halb leer.“

Und das zeigt auch die Denkweise. Wie wir Dinge wahrnehmen und wie wir damit umgehen, ist etwas, was wir gedanklich steuern können. Wir manipulieren tatsächlich tagtäglich unsere Gedanken, vieles, was passiert, erhält in unserem Kopf einen eigenen Film. Wir bewerten eine Situation und im Kopf entsteht das passende Drehbuch dazu. Ob wir dann in der Rolle des glänzenden Hauptdarstellers oder des ewigen Verlierers vorkommen, entscheiden wir selbst. Und allzu oft verlieren wir uns in einer Endlosschleife. Von außen betrachtet ist der eigene Film selten deckungsgleich mit der Realität.

Die eigenen Gedanken spiegeln selten die Realität, schaffen dafür ein völlig neues Bild

Doch warum ist das so? Gibt es sie wirklich, die Pechvögel? Die immer das kleinste Stück Kuchen abbekommen, wo die Ampeln immer rot sind, die nie Glück haben und bei denen das Glas stets halb leer ist?

Sie haben es erkannt: Diejenigen sind nicht besser oder schlechter dran, als jeder von uns. Sie bewerten Dinge nur anders, skizzieren ein Szenario, steigern sich in negative Gedanken hinein und übersehen die vielen kleinen positiven Dinge, die auch passiert sind. Nur blenden sie diese Dinge aus. Stattdessen fokussiert man das Negative.

Aber – positives Denken kann man trainieren. Es ist wie ein Pfad, den man neu geht. Am Anfang wuchert links und rechts das Unkraut und man hat Mühe, sich seinen Weg durchzuschlagen. Folgt man diesem Pfad nicht regelmäßig, wächst er immer wieder zu. Nach einer Weile, bei guter Pflege sozusagen, fällt einem das Gehen jedoch immer leichter. Und irgendwann ist es ein gut begehbarer Weg.

Positives Denken lässt sich trainieren

So funktionieren auch unsere Gedanken. Wer stets negativ denkt, ist darin gut trainiert. Da reichen oftmals schon eine Situation, eine Bemerkung oder eine Kleinigkeit aus, und schon speichert das Gehirn diesen Moment ab und die Seite mit den negativen Erinnerungen hat wieder einen Punkt mehr. Sind wir darin gut trainiert, sehen wir irgendwann nur noch negative Dinge. Bezweifeln positives und sind der inneren Überzeugung, nur uns würde so etwas passieren. Wir fordern praktisch negative Momente heraus: „Mir passiert bestimmt wieder etwas.“ Und schon passiert es. Es wäre vielleicht tatsächlich so gekommen, auch wenn wir nicht darauf gewartet hätten, nur würden wir es dann nicht so überbewerten. Oder unbewusst etwas heraufbeschwören.

Wenn ich mit einem negativen Gefühl in ein Gespräch gehe, mir selbst nicht viel zutraue, strahle ich das Empfinden auch aus. Mein Gegenüber spürt diese Unsicherheit und empfindet die Situation vielleicht sogar als unangenehm. Auch Stimmfarbe, Körperhaltung und Wortwahl, sowie fehlender Blickkontakt oder ein schlaffer Händedruck weisen auf diese Unsicherheit hin. Das führt dann dazu, dass wir nicht als das gesehen werden, was wir eigentlich erreichen wollen, sondern wir erhalten letztendlich, dass man uns – so wie wir uns gerade darstellen – negativ gegenüber tritt.

„Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es einem entgegen.“

Überlegen Sie also, wie Sie selbst wahrgenommen werden möchten. Machen Sie eine Liste mit Ihren Vorzügen – die Nachteile dürfen Sie getrost ingnorieren, darin ist Ihr Hirn doch trainiert. Und Sie wollen ja das Positive sozusagen „neu programmieren“. Zählen Sie auch das auf, was Ihnen vielleicht unwichtig erscheint oder was Sie als „Selbstverliebtheit“ abtun würden.

Ändern Sie Ihre Gedanken, so oft Sie bemerken, dass Sie wieder in eine negative Gedankenspirale hineinrutschen. Alles hat zwei Seiten, auch das Negative. Holen Sie tief Luft, konzentrieren Sie sich darauf, ruhig und entspannt ein- und auszusatmen. Lenken Sie sich in Stressmomenten ab: Was ist zu sehen? Wie fühlen sich Ihre Hände an? Welches Buch würden Sie gern einmal lesen? Was werden Sie morgen kochen? Kleinigkeiten, die Sie aus der Gedankenspirale abholen. Oftmals hilft es auch, sich auszumalen, was das Schlimmste ist, was passieren könnte. Und wie Sie dann damit umgehen würden.

Nicht die sozialen Medien sind ihr Spiegel, sondern Sie selbst

Die meisten Situationen sind jedoch weder lebensbedrohlich noch endgültig. Halten Sie sich das stets vor Augen.

Und: Sie entscheiden, wie Sie das Ziel erreichen. Ob getresst, mit Hektik und dem Gefühl, es nicht zu schaffen oder entspannt, mit dem Wissen, was Sie können, wer Sie sind und was Sie schon alles geschafft haben. Wenn Sie sich beispielsweise verspäten, werden Sie nicht schneller ankommen, nur weil Ihre Gedanken zu schnell in ihrem Kopf herumkreisen oder Sie Hektik verbreiten. Dadurch springt weder die Ampel eher auf grün um, noch löst sich ein Stau auf. Atmen Sie tief durch, fügen Sie sich in das Unvermeidliche und nutzen Sie die Situation für sich.

Sie werden sehen, langsam und entspannt erreichen Sie Ihr Ziel eher. Und denken Sie dabei daran, wie im Beispiel oben, dass das Ziel nicht das Ankommen zum Termin war, sondern, den Kunden von sich zu überzeugen.

Zeit für sich – Sie sind der wichtigste Mensch in Ihrem Leben

Wir wünschen Ihnen einen positiven Tag mit vielen guten Gedanken!


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