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Ja, wie denn nun? – Von der Unsinnigkeit des Sinns

Ich weiß, Sie können es nicht mehr lesen, ich mag es nicht mehr schreiben, aber das Ding klebt ja wie „Scheisse am Schuh“, um es mal lapidar zu formulieren. Die Rede ist vom – vermutlich – Wort des Jahres: Coronavirus.

Erst ignoriert, dann verharmlost, dann PANIK und nun „nichts genaues weiß man nicht“.

Soll man die Masken tragen und wenn ja, wann und wo? In welchem Bundesland gilt welche Regel? Was hat geöffnet, was ist geschlossen, was ist erlaubt, was ist verboten, Lockdown, Lockerung und verlockende Aussichten auf ein, tja, „normales“ Leben?

„Hör mich auf“, würde meine Tante sagen, „hör mich auf mit diesen Unfug!“

Na gut, dann bin ich hier im Homeoffice und lasse mal „des Volkes Stimme“ oder sagen wir mal, meine kluge Tante zu Wort kommen:



Fassen wir doch mal zusammen:

Erst wurde wirklich alles ganz schnell zugemacht. Die Schulen, die Büros und alles, was nicht „system relevant“ ist. Auch so ein Unwort. Wobei, WER entscheidet das eigentlich? Wieso ist ein Nagelstudio nicht systemrelevant? Wie viele Frauen gehen denn da hin, hömma? Und Mundschutz tragen die dort auch. Und so ne Plexiglasscheibe ist doch schnell da hingeflext. Nur, weil die Bundeskanzlerin das nicht trägt, müssen das doch nicht alle? Wer entscheidet denn, was systemrelevant ist? Hätten die Kerls da inner Regierung Gelnägel, ich sach es Dir, das sähe alles ganz anders aus.

Und Frisör – ich meine, bei dem schlechten Wetter hab ich Hut getragen, aber wie sieht das denn aus, hömma, wenn ich alte Frau plötzlich wie ein Hippie aussehe? Ich hab ja noch von der Lisbeth ihre Perücke, aber da weiß man auch nicht, ob da nicht schon „Leben“ drin ist, jucken tut das wie doll. Ich geh ja nun wirklich nicht oft hin zur Friseuse, aber alle zwei Monate muss die Ursel mit der Dauerwelle doch ran, in meinem Alter gönnt man sich ja sonst schon nichts, weisste Bescheid. Und der Nachbar von Gegenüber, der immer abends auf dem Balkon steht und raucht, weil seine Frau Angst um die Gardinen hat, der hatte plötzlich Haare wie einer von den Beatles. Wenn das mein Mann gewesen wäre, dem hätt ich aber mal zumindest hinten mal was abgeschnitten. Vorne ist ja nicht so schlimm, ich meine keiner kann sich malen, aber wo der mal attraktiv gewesen sein soll, kann man heute auch nicht mehr sehen.

Und jetzt sind die Frisörläden wieder auf und was ist neu? Mundschutz, Plexiglasscheibe und Haare waschen. Und nur mit Termin. Und für so ein bisschen Gedöns brauchen sie Wochen, bis sie das mal herausgefunden haben? Haben die da von der Regierung keinen Plan in der Schublade drin, wo mal steht, was macht man, wenn was ist?

Abstand halten und Hände waschen. Das hab ich schon deinen Cousins beigebracht, da waren die noch klein. Wer das als Erwachsener nicht weiß, dem ist aber auch nicht mehr zu helfen.

Und dann alle Läden zu. Wie Sonntags, nur plötzlich jeden Tag. Leere Innenstädte, Einkaufzentren zu, nichts mehr mit Bummeln. Zu Hause rumhocken sollste, und das, bei dem schönen Wetter. Ich versteh das ja, aber, wer weiss schon, wer sich alles hinter den verschlossenen Türen die Köppe eingeschlagen hat von diesem Hüttenkoller? Du weisst doch, wie das Weihnachten schon ein Stress ist, der Onkel Herbert hat auch mal gesagt, wenn die Schwiegermutter nicht bald von alleine geht, dann hilft er nach, notfalls inner Urne.

Wer guckt denn dann, ob die kleinen Kinder was auf die Finger bekommen oder ob die Frauen geprügelt werden? Wo sollen sie sich denn Hilfe holen, wennse den Kerl zu Hause an der Backe haben? Und bei Stress mal eben die Kinder zur Omma geben ging ja auch nicht. Da reden sie alle über die Wirtschaft, über Menschen solltense mal reden, was da so passiert.

Und geschlossene Läden, alles, was Du brauchst, musstest Du in der Apotheke oder Drogerie kaufen. Oder im Supermarkt. Und da war anfangs nämlich nichts mit son Tuch übers Gesicht oder Abstand halten oder „lass keinen rein, wenns zu voll ist“. Denn die Leute an den Supermarktkassen konnten im Akkord klöppeln, bis da mal sowas wie ein Schutz an die Kassen kam. Und hast du mal den Wald gesehen, da fehlen plötzlich ganz viele Bäume. Ich sach Dir, das kommt von dem vielen Klopapier, wasse alle gekauft haben. Wir haben früher noch Zeitungspapier kleingeschnitten, da hatteste dann manchmal den Willy Brandt wo kleben, aber egal, war günstig und ging auch. Und Mehl und Hefe haben se alle gekauft. Als ob die noch wüssten, was man damit machen tut. Die denken doch, das Brot kommt aus der Tüte. Wir haben früher noch gebacken, aber da habense heute ja alle keine Zeit mehr für. Weilse alle nur noch diese Smartphones vor der Nase haben. Und alles nur noch mit Akku und Wlan funktioniert.

Und biste mal bei der Bank gewesen? Plötzlich haben sie wieder eine Scheibe an der Kundentheke. Gab es früher doch schon, warum wurde das denn weggemacht? Wie oft hab ich gedacht, Du wie die Tochter von der Ingelore ihre Freundin, die Uta, was die wohl alles für Viren mit nach Hause schleppt, wenn sie in der Grippezeit am Schalter den Leuten ihre Überweisungen ausfüllen muss.

Oder im Supermarkt, warum gab es nicht schon sonst die Pflicht mit dem Einkaufswagen und dem Abstandshalter am Boden? Hömma, da ist mir mal einer in die Hacken gefahren, der hat mir meine schönen Perlonstrümpfe ramponiert, da war aber zappendunster, sag ich Dir! Die hab ich doch noch zu D-Mark Zeiten gekauft, in Euro kannste so was doch gar nicht mehr bezahlen, und so lange habense gehalten, aber wenn dann so ein Hornochse mit dem Wagen die Beine abschrammt, dann ist halt Schluss. Oder wenn man nicht mal in Ruhe seine Sachen auf das Band legen kann, weil der hintere schon mit dem Schlüssel klappert, weil es nicht schnell genug geht. Nee, das ist so viel besser. Hoffentlich bleibt das mal so!

Pflege, auch so’n Thema. Schlecht bezahlt, keiner wills machen, die ganzen netten Jungs mit dem Pflichtjahr fehlen und gespart wird ohne Ende. An der Gesundheit und der Pflege von alten, kranken und pflegebedürftigen Menschen zu sparen ist doch wohl total sinnfrei. Da bekommt der Begriff „sich totsparen“ aber voll die Bedeutung. Aber es muss wohl erst mal die Pest kommen, bis man das in der Regierung mal verstanden hat. Ich sach es ja imma: Lass den Spahn doch mal drei Wochen auf ner Pflegestation rumliegen als Kassenpatient und mit ohne Zusatzversicherung, dann ändert sich was. Oder lass die Kanzlerin doch mal drei Wochen Pflegedienst fahren, dann weiß sie mal, wie wenig Geld man für zu viel Arbeit und Verantwortung bekommt. Möcht nicht wissen, wie viele alte Leute wegsterben, weil sie keinen Lebenswillen mehr haben. Aber, so lange da oben inne Regierung so „Korintenkacker“ hocken, die lieber Geld inne Rüstung stecken und von Digitalisierung reden, aber Tracking meinen, da kann da nichts Gutes bei rumkommen. Hör was ich sage!

Und dann immer diese Fallzahlen. Und jeder meint, er sei so schlau wie ein Virologe. Allwissend sind die da aber auch nicht, der Mann versteht was von Viren, aber wenn er alles wüsste, dann hätte er flugs ein Gegenmittel parat. So muss er forschen und überlegen und eigentlich wissen sie doch auch nichts genaues. Deshalb eiern die auch so rum vonner Regierung. Und machen immer neue Regeln. So viele Regeln, dass man da gar nicht mehr durchblickt. Und dann wirds teuer, weil wenn Du dann einen Fehler machst, dann musst Du ein Bußgeld bezahlen. Jetzt weisst Du auch, wie die unsere Wirtschaft finanzieren.

Manchmal denk ich so bei mir, ob die Kanzlerin zu lange in der DDR war? Weil so mit Überwachung und keine Bananen und was wichtig ist und was nicht entscheiden se spontan, dass kommt mir alles so bekannt vor…

Dat neueste von jetzt ist ja, dass die Regeln machen, die keinen Sinn ergeben. Hier: Ich muss ja keine Maske tragen, meine Bronchien, du hömma, dass ist aber so schlimm geworden. Meine Nachbarin, die Ilse von Gegenüber, die sacht schon imma, „Mensch, du hustest aber ganz schön, nich dass Du das Corona auch hast und wir müssen hier alle in Quarantäne.“ Die hat schon immer eine blühende Phantasie gehabt. Wenn ich Corona hätte, sacht mein Arzt, dann sähe ich die Radieschen aber schon lange von unten. Jedenfalls, ich brauch keine Maske tragen, aber dann lassen die mich in den“ Netto“ nicht rein, von wegen Ansteckung der anderen Kunden. Ich sach, hömma gute Frau, die anderen Kunden tragen das doch, damit ICH mich nicht anstecke. Und wenn ich Abstand halte, dann reicht das doch, dass stand doch sogar inner Zeitung drin, dass Abstand halten besser ist als die Maske.

Nee, du da hat die auf stur geschaltet. So, nun kommst Du aber, im Restaurant musst Du Maske tragen bis zum Tisch, dann darfst Du sie absetzen. Und reden und alles, auch wenn die Tröpfchen über die Luft fliegen können. In der Kirche darfst Du reden, aber nicht singen. Und nun wirds ganz bekloppt: Du darfst ins Schwimmbad, weil die Viren wohl Chlor nicht mögen. Ich übrigens auch nicht, von zuviel Chlor bekomme ich Ausschlag. Und ich würde gern schwimmen, wegen die Gelenke und so, aber wo soll ich mich umziehen, wenn das nicht erlaubt ist und dann darf ich mit 300 Leuten in so einem Becken stehen ohne Mundschutz und die halten dann beim Baden alle Abstand? Und atmen nich, oder was?

Das ist so, als ob sich ein Kindergarten ausdenkt, wie wohl Regeln funktionieren. Und dann macht jeder, was für ihn am besten ist. Und ob das Sinn ergibt, ist dann auch egal. Hauptsache, jeder hat mal recht.

Ach so, dass gibt es ja tatsächlich, das nennt sich Förderalismus.

Aber wird noch besser: Du darfst wohl wieder verreisen, aber wenn Du zum Beispiel nach Wien willst, dann nur für 72 Stunden, sonst musst Du in Quarantäne. Warum? Keiner kanns mir erklären. Ist man bis zu 72 Stunden keimfrei oder wie?

Und noch besser, erst fliegen se die ganzen Leute aus dem Osterurlaub kostenlos wieder her wegen den Virus und nun dürfen sie doch alle wieder hinfliegen. Von wegen dieses Jahr gibt’s kein Urlaub. Erst drehen se alle durch wegen das Virus und nun fliegen se die Leute in der Gegend rum. Da stehst du von außen auch dabei und denkst dir, man kann sich aber auch alles irgendwie schön reden.

Und nun sind die Schulen wieder auf. Was ja nicht so schlecht ist, denn von diesen Playstations allein kann man ja nicht was in Kopp kriegen, woll? Die sitzen so schon immer mit den Dingern rum und reden nicht. Aber Hygiene macht nur Sinn, wenn se sich alle dran halten tun. Wie klappt das auf dem Schulhof oder in den Pausen? Wohl gar nicht. Und die Kindergärten sind auch auf. Kleine Kinder tragen keine Masken, dann brauchen Erzieher auch keine, denn die schützen nur die anderen, aber man schützt sich doch nicht selbst. Und wenn die Kinder jetzt die Viren verteilen, dann sind sie gut betreut, aber bringen dafür das Virus mit ins Haus.

Und irgendwie macht das alles so gar keinen Sinn. Zumachen, um den Virenverlauf zu verlangsamen. Aber dann überlegt man sich doch vorher, wie man den Alltag wieder hinkriegt. Und nicht Geduld und dann „ach komm, mach auf, was soll schon passieren?“. Und wenn es schlimm wird, machen wir alles wieder zu, hat das nicht der aus Bayern so angedeutet? Oder war doch die Merkel? Nee, ich sach Dir, die machen nichts zu. Der Druck ist zu groß, glaub mir das, sonst wäre hier Sodom und Gomorra. Oder noch wat schlimmeres.