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Internationaler Museumstag 2019 – Stärkung der Kultur und gleichzeitig der Region
v.l.: Hans Lochmann, Geschäftsführer Museumsverband, Dr. Annette Schwandner, Abteilungsleiterin Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stefan Nottmeier, Vorstand SPK Schaumburg, Dr. Anke Twachtmann-Schlichter, Museumsleitung Bückeburg, Dr. Johannes Janssen, Stiftungsdirektor Niedersächsische Sparkassenstiftung

Internationaler Museumstag 2019 – Stärkung der Kultur und gleichzeitig der Region

Am vergangenen Sonntag fand der 42. Internationale Museumstag statt. In vielen Städten offerierten die Museen besondere Ausstellungen sowie Einblicke in die Arbeit eines Museums. Diese besondere Aktion hat den Hintergrund, dass man Werben möchte, nicht nur für die Vielfalt der Museen, sondern auch entgegen des Images, dass Museen schon etwas „angestaubt“ und nicht mehr sehr zeitgemäß sind. In Zeiten, in denen sich Schulklassen durch Ausstellungen schleifen lassen und eher gelangweilt Exponate vergangener Epochen ansehen und fast jeder, der etwas wissen möchte, Informationen lieber aus dem Internet bezieht, durchaus ein guter und wichtiger Ansatz. Zudem erhofft man sich in dem Zusammenhang sicherlich auch, damit diejenigen ins Museum „locken“ zu können, die nicht zu den üblichen Besuchern zählen.

Auf der Website Museumstag.de hatte jeder Nutzer die Möglichkeit, nach Eingabe von Postleitzahl oder Ort, die entsprechenden Veranstaltungen am Wunschort anzusehen und auszuwählen. Außerdem gab es noch eine Vielzahl an Informationen rund um den Internationalen Museumstag und Aktionen, die auch den Hashtag #auf1wort beinhalten.

Infopoint – Foto: Sabine Christel
Drei Repräsentanten des Museum Bückeburg, Schloss Bückeburg und der Fürstlichen Hofreitschule – Foto: Sabine Christel

 

In Bückeburg gab es für Besucher die „offline“ Variante: Auf dem Marktplatz war der „Infopoint“ stationiert, ein Informationsstand, an dem man sich nicht nur mit allen Prospekten eindecken, sondern auch direkt die Ansprechpartner vom Museum Bückeburg, Schloss Bückeburg sowie der Fürstlichen Hofreitschule befragen konnte. Außerdem war dort ein Glücksrad, bei dem es tolle Präsente der verschiedenen Museen und Ausstellungsorte zu gewinnen gab. Neben Eintrittskarten zum Beispiel auch Honig und andere schöne Mitbringsel. Besonders lobenswert daran, dass die gezogenen Lose direkt wieder gefaltet und zurück in den Lostopf getan wurden – es sparte den andernorts so häufig vorkommenden Papierberg.

Glücksrad am Infopoint – Foto: Sabine Christel

Die drei Damen vom Infopoint erzählten, dass die Fragenden eine gute Mischung aus Einheimischen und Besuchern sind. Der Infopoint erfreute sich bereits am Vormittag starker Frequentierung. Das steigerte sich allerdings noch sehr im Laufe des Nachmittags, bei dem ganze Trauben von Gästen sich auf dem Marktplatz verteilten.

Das besondere an diesem Museumstag war, dass er für den Bereich Niedersachsen-Bremen in Bückeburg offiziell eröffnet wurde. In einem Festakt im Ratssaal sprachen die Vorsitzende des Museumsvereins Bückeburg, Eike Höcker, Dr. Annette Schwandner, Abteilungsleiterin des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, Stefan Nottmeier, Vorstand der Sparkasse Schaumburg, sowie der Geschäftsführer des Museumsverbandes Niedersachsen und Bremen, Hans Lochmann und Dr. Anke Twachtmann-Schlichter, Leiterin des Museums Bückeburg Grußworte an die Gäste. Für die musikalische Unterhaltung sorgte dazu der Chor der Schaumburger Märchensänger. Außerdem konnte man eine Trachtenfrau kennenlernen, die ihrerseits erzählte, dass sie zum Ankleiden ohne Mithilfe 45 Minuten und einen Spiegel benötigt. Mit Unterstützung würde sich das Ganze immerhin auf 25 Minuten reduzieren.

Simone zeigt sich in Tracht – Foto: Sabine Christel

 

Eike Höcker, Museumsverein – Foto: Sabine Christel

Eike Höcker bedankte sich in erster Linie für die rege Teilnahme an diesem wichtigen Tag. Sie hob besonders das Engagement der Vielzahl von Leuten hervor, die sich in bemerkenswerter Weise für die Kultur einsetzen.

Das Museum in Bückeburg geht auf die Objekte von privaten Sammlern zurück, wobei der Anspruch an eine Ausstellung heute ein anderer ist, als es noch zu früheren Zeiten der Fall war. Deshalb sei zurecht der heutige Eindruck etwas „angestaubt“.

Der Auftrag eines Museums, die Geschichte im Bewusstsein der Bürger zu erhalten, ist nicht erfüllt, wenn das Konzept den Bürger nicht mehr erreicht.

Eike Höcker, Vorsitzende Museumsverein Bückeburg

Deshalb habe man sich für das Museum in Bückeburg Veränderungen überlegt, die an diesem Tag vorgestellt werden sollen.

Dr. Annette Schwandner hob ihrerseits besonders hervor, dass für den Bereich Museen viele ehrenamtliche Helfer tätig sind und sich 20 % der Bevölkerung für Kultur engagieren, dass sind immerhin sogar mehr Menschen, als für den Bereich Sport! Gerade kleinere Museen sind auf die Unterstützung angewiesen. Die Förderung ländlicher Museen ist demzufolge ein wichtiger Baustein.

Stefan Nottmeier als Vorstand für die Sparkasse Schaumburg, sah sich in einer Doppelfunktion – für die Sparkasse Schaumburg und die Sparkassenstiftung.

Stefan Nottmeier, SPK Schaumburg – Foto: SPK

„Der Museumstag ist etwas Schönes und wir wollen uns heute mit schönen Dingen beschäftigen. Wir alle haben ein gemeinsames Ziel: Die Weiterentwicklung der Museumslandschaft. Damit soll gezeigt werden, dass die heutige Gesellschaft eine lange Geschichte hat. Die Sparkasse Schaumburg, die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die Stiftung der VGH unterstützt dies mit immerhin einer sechsstelligen Summe. Durch diese Aktion steigert sich die Attraktivität unserer Landschaft.“

Stefan Nottmeier, Vorstand Sparkasse Schaumburg

In Niedersachsen gibt es inzwischen nahezu 670 unterschiedliche Museen und Heimatstuben, die kulturhistorische Zeugnisse und Kunst aus allen Epochen sammeln und ausstellen. Über 50 % dieser Museen wurden übrigens nach 1965 gegründet.

Nahezu sieben Millionen Besucher pro Jahr besuchten die niedersächsischen Museen in dem vergangenen Jahrzehnt im Durchschnitt. Die Niedersächsische Museumslandschaft überzeugt durch eine große Vielfalt in Verbindung mit einer Qualität der Ausstellungen.

Die meisten Museen in Niedersachsen befinden sich übrigens in der Trägerschaft von Kommunen, Landkreisen oder in der privaten Trägerschaft von Vereinen. Diese werden demnach ehrenamtlich geleitet, einige vom Land Niedersachsen institutionell gefördert. Über 50 % der Museen gehören in die Kategorie „Heimatmuseen und Heimatstuben“.

Hans Lochmann, als Geschäftsführer des Museumsverbandes Niedersachsen und Bremen, rückte in seiner Ansprache auch die kleineren Einrichtungen in den Fokus. Ein Grund, auch einmal zu feiern und zu respektieren, was für eine tolle Leistung erbracht worden ist.

Hans Lochmann – Foto: Sabine Christel

Statistisch dargestellt gibt es übrigens in Deutschland ca. 6.800 Museen mit jährlich rund 114 Millionen Besuchern und 470 Ausstellungshäuser mit jährlich rund 6,2 Millionen Besuchern.

Auf der Internetseite des Museumstages gibt es – zeitgerecht mit den neuen Medien – die Rubrik #auf1Wort –  unter dem Hashtag soll zum Internationalen Museumstag 2019 über Museumsobjekte in eigenen  Assoziationen und Gedanken gesprochen werden: Sag’s mit eigenen Worten!

Dr. Anke Twachtmann-Schlichter stellt das neue Konzept vor – Foto: Sabine Christel
Idee für den neuen Eingangsbereich – Foto: Sabine Christel

Als letzte Rednerin war Dr. Anke Twachtmann-Schlichter als Leiterin des Museums Bückeburg an der Reihe. Nicht ohne Grund, denn sie gab nicht nur einen Einblick in die Geschichte des Bückeburger Museums, welches immerhin schon seit 1904 an der Langen Straße ansässig sei. Nach einer aufwändigen Renovierung in 1988 wird hier seit 30 Jahren eine Dauerausstellung gezeigt, die nach den langen Jahren tatsächlich nicht mehr aktuell ist. Es ist an der Zeit, zu modernisieren und etwas zu verändern. Immerhin besuchen 11.000 Gäste jährlich das Museum. Die rund 700jährige Geschichte der Stadt soll hier dargestellt werden. „Der Blick darf nicht nur auf Persönlichkeiten gerichtet werden, sondern auch auf „normale“ Bürger.“ Die ausgestellten Exponate sind persönliche Objekte derer, die sie seinerzeit dem Museum übergeben haben.

Dann gab es einen ersten Einblick in die Modernisierungsideen. So wird der Eingangsbereich verändert und soll – so ist der Vorschlag – ein übergroßes Modell in Form einer Trachtenschleife erhalten, sie steht als Symbol für die Schaumburger Tracht. Außerdem möchte man dem Wunsch der Besucher nach einem Zeitstrahl, einer interaktiven Zeitleiste, nachkommen, der als Orientierung dienen soll. Auch ein Stadtmodell ist in Planung. Viele Ideen, die neuen Schwung ins Museum bringen werden und damit noch interessanter für Besucher.

Festakt – Foto: Sabine Christel

Zusammenfassend ist festzustellen, dass man auch in Bückeburg die Möglichkeit nutzt, mit dem Museumstag sowohl Einheimische, als auch Besucher in die Museen und Ausstellungen vor Ort zu bringen, und diese sowohl räumlich als auch vom Angebot her so attraktiv und zeitgemäß wie möglich zu gestalten.

Wie wichtig Museen sind, zeigt sich besonders daran, dass die dortigen Ausstellungen eine Zeit erklären, die sonst in Vergessenheit geraten würde. Ob es alte Handwerkskunst ist, die mit Texten belegt wird oder Gemälde bekannter Künstler, die hier ihren Ort gefunden haben. Auch spiegelt ein Museum die vergangenen Zeiten wieder: Wie war die Mode, welche Gewohnheiten hatten die Menschen seinerzeit, wie verlief der Alltag und welche Besonderheiten gab es – alles Dinge, die nur durch die vielzähligen Museen erhalten bleiben. Was früher von Generation zu Generation innerhalb der Familien weitergegeben wurde, ersetzt nun eine Ausstellung. Sie ist besonders wichtig, um den nachfolgenden Generationen einen Einblick in das Leben ihrer Vorfahren zu ermöglichen.

Auch in Bückeburg sieht man sich deshalb in der Situation, die örtlichen Gegebenheiten zu modernisieren, um am Ende nicht sebst ein „Museum für ein Museum“ zu sein.

Dr. Klaus-Henning Lemme, 1. Vorsitzender der Schaumburger Landschaft – Foto: Sabine Christel
Dr. Lu Seegers von der Schaumburger Landschaft stellt das Konzept zur Trachtenmode vor – Foto: Sabine Christel

 

Neu BeTrachten – Foto: Sabine Christel
Verfolgen interessiert die neue Trachtenmode v.l. MdL Karsten Becker und Sparkassenvorstand Oliver Schiller – Foto: Sabine Christel
Karsten Becker, MdL erzählt im Gespräch, dass er den direkten Austausch mit dem Gegenüber bevorzugt. Das auch ein Thema im Bereich der Digitalisierung. Nichts geht über eine persönliche Gästeführung, bei der die Möglichkeit der Rückfrage besteht – Foto: Sabine Christel

Nach dem offiziellen Teil wanderte ein Großteil der Besucher hinüber ins Bückeburger Museum, um dort nicht nur weitere Begrüßungsworte vom 1. Vorsitzenden der Schaumburger Landschaft, Dr. Klaus-Henning Lemme und der Geschäftsführerin Dr. Lu Seegers zu hören, sondern auch, um eine Trachtenmodenschau anzusehen. Das Motto „Neu BeTrachten“ ist hier Programm und soll zeigen, wie man aus alten Trachten neue Mode gestalten kann, die tragbar und alltagstauglich ist und ihren Ursprung in den traditionellen Trachten wiederfindet.

Mit den Entwürfen des Projekts „Neu beTrachten“ hat die Schaumburger Landschaft in Kooperation mit der Hochschule Hannover eine Kollektion entwickelt, die – inspiriert von der Schaumburger Tracht – alltagstauglich und funktional und zugleich schlicht und elegant ist. Die Kleidungsstücke sind aus nachhaltigen und regionalen Stoffen hergestellt, u.a. aus Leinenstoffen der Leinenfabrik Seegers in Steinhude. Flankiert wird die Kollektion von wunderbaren Accessoires, einem T-Shirt und Stulpen. Es gibt aber auch Regenschirme, Rucksäcke und Taschen, die schön und zugleich äußerst praktisch sind.

Die Outfits und Accessoires werden im Internet unter der Homepage „Neubetrachten.com“ präsentiert. Über die Homepage können Sie Kontakt zu Julia Eschment aufnehmen, die die Kollektion kreiert hat und die Stücke in ihrem Atelier Nähwerk in Braunschweig maßanfertigt. Maßanfertigung, das heißt auch, dass die Entwürfe auf individuellen Wunsch noch weiterentwickelt oder Details verändert werden können. Die Schaumburg Fashion wird also im wahrsten Sinne des Wortes auf ihre Trägerinnen und Träger „zugeschnitten“.

Schaumburger Landschaft

Neben dem Museum Bückeburg gab es natürlich noch weitere Angebote zum Internationalen Museumstag – zum Beispiel von der Fürstlichen Hofreitschule, die allerdings sowieso zu den Highlights in Bückeburg gehört, sowie vom Schloss Bückeburg, bei dem man nachmittags noch den Schlossverwalter Alexander Perl mit einer Besuchergruppe sehen konnte, wie er den Gästen die Flora und Fauna des Schlossparks erläuterte. Verlockend auch für viele Besucher das Hubschraubermuseum, einzigartig in ganz Deuschland, dass zudem über einen Simulator verfügt.

Begeistert und interessiert: Gäste und Gästeführer in der Stadtkirche – Foto: Sabine Christel

Auch die Stadtkirche in Bückeburg war geöffnet – wie übrigens auch zu folgenden Zeiten:

  • vom 15. Oktober bis 14. April ist die Kirche am Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 14.30 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet
  • vom 15. April bis 14. Oktober ist die Kirche Mittwoch bis Samstag vormittags von 10.30 Uhr bis 12.00 Uhr und Mittwoch bis Sonntag nachmittags von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet.

Längere Öffnungszeiten gibt es nicht, was auch einen Grund hat, so erklärte uns ein Gästeführer. Was sicherlich einige noch wissen, es gab vor fast 50 Jahren in der Nacht zum ersten Advent 1962 ein Feuer, welches den Bereich der gesamten Orgel und des Altars niederbrannte. Mit einer Altarkerze war versucht worden, den Vorhang in Brand zu setzen. Besonders betroffen war jedoch der gesamte Bereich der Orgel. Auch das große Bild am Altar, welches Jesus am Kreuz zeigte, war vernichtet worden.

Hier wütete 1962 das Feuer. Jetzt das „neue“ Altargemälde. Eine Kopie des Originals von 1683 Foto: Sabine Christel

Das Feuer sorgte für großes Entsetzen in der Bevölkerung, zumal als sich herausstellte, dass Brandstiftung im Spiel war. Man baute so schnell wie möglich die verbrannten Bereiche wieder auf; die Wiederherstellung erfolgte anhand der angebrannten Teile, vorhandener detaillierter Fotografien und vergleichbarer Schnitzarbeiten der Bückeburger Schlosskapelle. Ganz verhindern könne man so einen Anschlag jedoch nicht, so der Gästeführer, allerdings ist das mit ein Grund, warum die Kirche nur zu bestimmten Zeiten geöffnet und dann meist ein Küster vor Ort ist.

Das heutige Altarbild hat eine besondere Bedeutung. Vor ungefähr 400 Jahren gefiel dem damaligen Fürsten ein Gemälde so gut, welches er aus Italien mitbrachte, dass er beschloss, der Stadtkirche eine detailgetreue Kopie desselben zukommen zu lassen. Es stellt Mariä Geburt dar. Im Hintergrund links ist Mutter Anna im Wochenbett zu sehen, bei ihr Vater Joachim, der betend zum Himmel blickt; im Vordergrund eine junge Amme mit der neugeborenen Maria; Helferinnen bringen ihr eine Leinenbinde zum Wickeln des Kindes; über der Szene eine Vorhangdraperie, vor dieser eine Wolke mit geflügelten Puttenköpfen. Dieses Bildnis (die Geburt Marias sowie deren Eltern) kommt so allerdings weder im alten noch im neuen Testament vor. Man ergänzte das Bild um einen Stern in der rechten obere Ecke und beschloss, dass das Kind auf dem Arm das Jesuskind sei, so passte es wieder in die christliche evangelische Geschichte.

Stadtkirche Bückeburg – Foto: Sabine Christel

Das und mehr interessante Geschichten erfährt man bei einem Rundgang mit einem Gästeführer. Viele Besucher – gerade von Außerhalb – machten von dieser Möglichkeit am Internationalen Museumstag sehr gern Gebrauch.

Domschatz in Minden – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel

Aber auch die Umgebung hatte einiges zu bieten (lesen Sie dazu auch HIER). Besonders interessierte uns der Domschatz in Minden. Direkt in Sichtweite des Doms gibt es die Möglichkeit, sich über den Schatz zu informieren und ihn natürlich auch zu besichtigen. An diesem Tag gab es zudem ein kleines gesangliches Konzert, was sich harmonisch in den Ausstellungsbereich einfügte.

Die Ausstellung ansich geht über zwei Etagen und zeigt wunderschöne Exponate aus vergangenen Jahrhunderten, die ihre besondere Faszination verbreiten. Sei es Schmuck oder Kleidung, ein reich verzierter Buchdeckel oder ein Kreuz, welches aus dem 15. Jahrhundert ist und die filigrane Handwerkskunst aus vergangener Zeit wiederspiegelt. Auch die dort befindliche Bibliothek konnte man zumindest von außen betrachten.

Besucher an diesem Tag waren auch die Eheleute Lohmann, die aus Gütersloh angereist sind. Eigentlich nur, um das Porta Denkmal zu besichtigen. Dort hörten sie von der Möglichkeit, sich den Dom samt Schatz anzusehen und so trafen wir uns in den Ausstellungsräumen wieder. Frau Lohmann erzählte, dass sie gern in jeder Stadt Kirchen und Museen besichtigt und so war sie auch vom Domschatz sehr beeindruckt. Vergleichbares habe sie in Münster besichtigt, was auch sehenswert sei. Schade nur, dass aufgrund eines Festgottesdienstes der Dom nicht zur Besichtigung geöffnet war. In Minden gab es dafür noch das Mindener Museum, welches sich natürlich auch am Museumstag beteiligte.

Sehr interessierte Museumsbesucher: Ehepaar Lohmann – Foto: Sabine Christel

Allegemein ist durchaus positiv zu vermerken, dass die Besucher trotz der guten Wetterlage den Weg in die vielen Ausstellungen gefunden haben und sich gern ein Bild vom Angebot vor Ort machten. Und genau das war das Ziel: Das Museum soll wieder Interesse wecken – von Jedem in jeder Altersklasse. Vielleicht hat gerade dieser Tag dazu beigetragen, dass die Hemmschwelle für einige überwunden wurde und der Sinn, die Geschichten und Tradtitionen für die kommenden Generationen zu erhalten, verstanden und angenommen wurde.

Domschatz Minden – Foto: Sabine Christel

Auch nach dem Museumstag lohnt es sich, der Geschichte eines Ortes Aufmerksamkeit zu schenken und sich in einer der 6.800 Museen in ganz Deutschland einzufinden.

 

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