Im Sommer kocht der Weihnachtsmann Marmelade

Wenn es wieder kälter wird und Frau Holle die ersten zarten Schneeflöckchen ausschüttelt, dann packt der Weihnachtsmann seine Weihnachtsfrau und fährt mit seinem Schlitten aus dem sonnigen Spanien ins frostige Deutschland. Die Weihnachtsfrau bügelt und stärkt den Weihnachtsmannmantel, der Weihnachtsmann kämmt noch einmal seinen langen Bart und dann geht es los: Dann beginnt seine Arbeit. Woher ich das weiß? Ich habe ihn nämlich getroffen, den Weihnachtsmann.

Weihnachtsmann mit Sack und Rute.

Er heißt Jürgen, trägt einen wirklich langen flauschigen (echten!) Bart und wohnt in… Na, dass werde ich nun nicht verraten.

Der Weihnachtsmann in Begleitung seiner Engel

Weihnachtsmann wird man natürlich nicht einfach so. Zuerst arbeitete er als LKW Fahrer und Monteur, später als Pförtner und Privatchauffeur in einer Firma und immer, wenn es Richtung Weihnachten ging, zog er einen roten Mantel an und beschenkte die Kinder der Mitarbeiter. Das sprach sich herum und heute, lange nach Beendigung seiner beruflichen Tätigkeit, ist er „nur noch“ Weihnachtsmann. Von Ende November bis Anfang Januar reist er umher und erfreut Kinderherzen. Und was ein richtiger Weihnachtsmann ist, der nimmt sich viel Zeit dafür. Gut vorbereitet mit allem, was die Kleinen im vergangenen Jahr so an Schabernack getrieben haben und mit einem Notizzettel, wie es im Jahr davor ausgesehen hat, und ob die Kinder sich auch seine Worte und Mahnungen zu Herzen genommen haben, fährt er von Ort zu Ort und überreicht Geschenke. Und die Kinder kennen „ihren“ Weihnachtsmann. So erzählte er von einem kleinen Jungen, der in Hannover auf dem Rathausplatz einem anderen Weihnachtsmann begegnet ist. Dieser trug zwar auch ein Kostüm und einen Bart, nur war der aus Watte und er hatte so gar keine Ähnlichkeit mit dem „echten“ Weihnachtsmann. Und so sagte der Kleine denn auch: „Nein, Du bist nicht der richtige Weihnachtsmann. Den kenne ich nämlich, der kommt Weihnachten immer zu mir!“

Doch auch ohne seinen langen roten Mantel ist Jürgen immer noch der Weihnachtsmann. Und besonders die Kinder sprechen ihn gern beim Einkaufen oder Spazierengehen darauf an. Und dann, wenn die Erwachsenen ein wenig spröde schauen, nickt er lächelnd und sagt: „Ja, es stimmt. Ich bin der Weihnachtsmann.“

Sein „Dienstbeginn“ ist Ende November und es beginnt mit dem Weihnachtszauber auf Schloss Bückeburg. In den elf zauberhaften Tagen scharrt er seine Engel um sich und begeistert Jahr für Jahr die Aussteller und Besucher.

Der Weihnachtsmann zusammen mit dem Weihnachtszauberweihnachtsmannentdecker Arno Emke und zwei seiner Engel Foto: Sabine Christel 

Den Weihnachtszauber gibt es nun schon zum 18. Mal, aber erst seit dem zweiten Mal ist Jürgen dabei. Zuerst hatte man zwar auch einen Weihnachtsmann, aber, nun ja, reden wir nicht darüber… Sie wissen doch, es kann nur einen geben.

Sein Schwager, der Förster im Wald derer zu Schaumburg-Lippe ist, hatte ihn vorgeschlagen. Und als Arno Emke vom Veranstaltungsteam ihn zu Gesicht bekam, hat er gleich gesagt: „Du bist unser Weihnachtsmann!“ Und so soll es auch gern bleiben bis er „in die Kiste huckt“ wie Jürgen es charmant formuliert.

Es ist auch immer noch der erste Mantel, den er seit Jahren trägt und der extra für ihn angefertigt wurde, nur die Stiefel, die sind etwas ganz besonderes. Am Anfang trug er noch Schneeboots, das gefiel einem Aussteller auf dem Weihnachtszauber aber gar nicht. „Passt nicht zum Weihnachtsmann“, so sagte er und sprach mit den übrigen Ausstellern darüber. Alle legten zusammen und spendierten dem Weihnachtsmann ganz feine Lederstiefel, die trägt er nun mit Dank an die edlen Spender.

Was er so auf dem Weihnachtszauber macht? Nun, jeden Tag kann man sich mit ihm und seinen Engeln fotografieren lassen. Ein Fotograf ist dabei und druckt gleich die Fotos aus. So hat jeder, der möchte, ein schönes Andenken.

Der Weihnachtsmann im Kreise seiner Engel

Und er begrüßt die Ehrengäste, die zum Beispiel durch die „Stiftung Lesen“ auf dem Weihnachtszauber sind oder die auf besondere Einladung des Fürsten den Zauber besuchen.

Der Weihnachtsmann mit Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe, Mahkameh Navabi und einem Ehrengast Foto: Sabine Christel 

Er wandelt auf dem Gelände umher, und wenn jemand raucht, oho, dann sollten Sie ihn mal erleben! Dann stupst er denjenigen schon mal an und sagt mahnend: „Dass ist aber nicht gesund, das Rauchen“ und so kommt es, dass so mancher zum Nichtraucher wird, zumindest, so lange der Weihnachtsmann ihn im Blick hat. Ganz schlimm findet er es, wenn Kinder dabei sind und dann geraucht wird. So etwas geht gar nicht findet er und wir können ihm da nur zustimmen.

Natürlich darf man ihn auch ansprechen und die Kinder teilen ihm auch gern ihre Wünsche mit. Dafür bekommen sie dann einen kleinen Weihnachtsmann, der ist aus Schokolade und davon hat er ganz viele in seinen Taschen dabei.

Als Weihnachtsmann macht er auch stets einen Rundgang auf dem Gelände, um alle Aussteller zu begrüßen  Foto : Sabine Christel 

Auch beim großen Laternenumzug ist er zugegen und begleitet die Kinder. Sonst schaut er in den Zelten nach dem Rechten oder wärmt sich in einer der Hütten auf.

Ein ganz besonderes Erlebnis hatte er aber auch. Vor vielen Jahren, als der NDR live vom Weihnachtszauber berichtet hat, da war Jürgen ganz groß im Bild zu sehen und wurde auch interviewt. Am nächsten Tag auf dem Gelände sprach ihn ein älterer Herr an. „Ich habe Sie gestern im Fernsehen gesehen und bin extra heute aus Koblenz angereist. Denn so einen Weihnachtsmann, wie Sie es sind, zu treffen, dass habe ich mir als Kind immer gewünscht…“ Da muss auch ein Weihnachtsmann mal schlucken und sich in seinen Rauschebart räuspern. So schön, da denkt er heute noch daran.

Manchmal wird er auch gefragt, wie er denn Weihnachten feiert? Dann lacht er, denn mit seiner Weihnachtsfrau und Familie und Freunden feiern Sie erst später, da ja der Heilige Abend Hochbetrieb für einen Weihnachtsmann darstellt. Es geht zum Brunchen und dann wird noch „Schrottwichteln“ gemacht. Sein letzter Dienst ist Anfang Januar. Da besucht er Freunde in Uelzen und die Kinder freuen sich auch im Januar darüber, wenn der Weihnachtsmann zu Besuch kommt und Geschenke verteilt.

Wenn dann im kalten winterlichen Deutschland alles erledigt ist, packt der Weihnachtsmann seine Weihnachtsfrau und zusammen reisen Sie mit ihrem Schlitten wieder gen Süden. Der Weihnachtsmann hat dort nämlich viel zu tun. Wenn Sie sich schon immer mal gefragt haben, was macht so ein Weihnachtsmann eigentlich im Sommer? Dann erzähle ich es Ihnen. Er kocht Marmelade! Aus herrlichen Früchten wie Feigen, Nektarinen und Melonen, aus Trauben und Pfirsichen und noch viel mehr schnippelt und kocht und rührt er die herrlich fruchtigsten Marmeladensorten. Und weil die jeder so gern mag, hat er natürlich viel zu tun. Denn, sobald sich das Herbstlaub verfärbt und die ersten frostigen Nächte sind, reist er ja wieder her zum Weihnachtszauber.

Wenn Ihre Kinder Sie also fragen, was macht der Weihnachtsmann im Sommer? Dann sagen Sie einfach: „Im Sommer kocht der Weihnachtsmann Marmelade“

Leckere fruchtige Marmeladen – frisch gekocht vom Weihnachtsmann

Liebe Leser, besuchen Sie den Weihnachtsmann doch auf dem Weihnachtszauber auf Schloss Bückeburg. Jedes Jahr von Ende November bis Anfang Dezember treffen Sie ihn mit seinen Engeln dort.

Dieses Jahr ist er vom 28. November bis 08. Dezember auf dem Gelände des Weihnachtszaubers unterwegs. Lassen Sie sich verzaubern und treffen Sie den einzig wahren Weihnachtsmann Jürgen Braunroth.