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Gute Unterhaltung? – Scarlett-Magazin hat mal in Minden nachgefragt
Auf nach Minden - Foto: Sabine Christel

Gute Unterhaltung? – Scarlett-Magazin hat mal in Minden nachgefragt

Unterhaltung – ob gut oder schlecht – liegt ja meist im Auge des Betrachters. Der Eine hört gern Musik, der Andere liest lieber und der Nächste mag überhaupt nichts. So kann das Angebot an Veranstaltungen vor Ort durchaus vielseitig sein, wenn es den eigenen Geschmack nicht trifft, sorgt es nicht für Zufriedenheit.

Minden hat so einiges zu bieten: Themenführungen zur Stadtgeschichte, Hafenkonzerte sonntags an der Schleuse, „Martini um 12“, dazu in diesem Jahr das Freischießen, Flic Flac war zu Gast, zweimal im Jahr ist die Messe auf Kanzlers Weide, der Domhof hat die Sommerbühne und das Weinfest und Jazzfest gibt es auch noch. Und das sind nur einige, die zu nennen wären. Außerdem verfügt Minden über ein schönes Stadttheater und hat auch sonst kulturelle kleine Schmankerl im Angebot.

Da wir immer wieder Veranstaltungen ankündigen und gern darüber berichten, hat uns interessiert, wie sehen SIE als Leser das eigentlich? Sind Sie zufrieden mit dem, was geboten wird? Haben Sie Änderungswünsche? Nutzen Sie die Angebote oder sind Sie kulturell so gar nicht interessiert? Eine Umfrage…

Petra, Bankangestellte aus Minden:

Petra – Foto: Sabine Christel

„An sich eine schöne Idee, aber leider mitten aus der Zeit herausgerissen. Gerade mit Familie ist man mittags um 12 mit anderen Dingen beschäftigt“

Petra über „Martini um 12“

Das Veranstaltungsangebot in Minden sei schon „durchwachsen“, sagt sie. Da ihr Konzerte besonders gefallen – gleich welcher Musikrichtung – würde sie diese natürlich gern besuchen. Deshalb gefallen ihr auch die Konzerte auf dem Domhof mit der Sommerbühne. Allerdings, wie zum Beispiel bei den „Martini um 12“ Auftritten jeden Samstag um 12 an der Martinitreppe, muss sie „passen“. Und das – so sagt sie – werden sicherlich viele andere, vorwiegend Frauen, machen müssen. Auch, wenn Dr. Sander, als Geschäftsführer der Minden Marketing GmbH, zwar sagt, dass dann ja das Rasenmähen erledigt sei, die Einkäufe auch alle verstaut sind und man dann ganz entspannt den Mittag in der Stadt verbringen könnte, findet sie diese Aussage schon sehr männlich gedacht. Denn es sind doch vorwiegend die Damen, die am Samstag den Hausputz erledigen, gerade, wenn sie lange Arbeitszeiten in der Woche haben und auch nicht für den Samstag den Haushalt zu Hause „vorarbeiten“ können. Außerdem ist 12 Uhr oftmals die Zeit, in der in Familien zu Mittag gegessen oder zumindest gekocht wird. Hat man sportlich interessierte Kinder, ist man zudem als Fahrdienst von Sportplatz zu Sportplatz unterwegs. Sich da zwischendurch die Zeit zu nehmen, eine Stunde Musik zu genießen, ist fraglich. Wäre es gegen Abend hin, zum Beispiel 17.00 oder 18.00 Uhr, sähe die Sache schon ganz anders aus. Überhaupt ist die Zeit das größte Problem bei Veranstaltungen. Wer berufstätig ist, gerade im Einzelhandel oder der Gastronomie, kann vieles nicht wahrnehmen. Und die wenige freie Zeit ist dann dem Haushalt und der Familie gewidmet.

„Martini um 12“ hat sich nach Aussage von Minden Marketing durchaus als Veranstaltungsreihe etabliert und erfreut sich eines regen Zuspruchs. Vor Ort ist aber auch zu sehen, dass die einzelnen Events von vielen per Zufall wahrgenommen werden. Man ist sowieso zum Bummeln oder Einkaufen in der Stadt und entdeckt eher beiläufig, dass an der Martinitreppe etwas passiert.

Willi und Gerhard:

Gerhard (v.l.) und Willi – Foto: Sabine Christel

Die beiden charmanten Herren sitzen entspannt bei einem Getränk, als wir uns mit unserer Frage nähern. Willi kommt aus Minden, hat auch Kontakte zu jemandem vom „Minden Marketing“ und kennt von daher die Problematik, es mit den Angeboten „möglichst vielen Leuten recht machen zu wollen“.

„Wenn die Leute es nicht annehmen, kannst Du anbieten, was Du willst. So eine Veranstaltung ist ja immer auch mit Kosten verbunden und die müssen erstmal investiert werden. Wenn sie dann zuwenig Zuspruch findet, steht man da mit den Ausgaben.“

Willi über die Schwierigkeit, Veranstaltungen auszusuchen und zu planen

Er empfindet das Mindener Publikum als „etwas schwierig“. Manchmal sind die Leute eben doch schwer zu überzeugen. Außerdem gibt es ja leider auch in Minden, wie andernorts, den einen notorischen Nörgler, der meistens in der Innenstadt wohnt und gar keine Lust auf gute Laune und ein fröhliches Miteinander hat. Derjenige sorgt dann mit Beschwerden dafür, dass abends früh die „Bürgersteige hochgeklappt“ und Veranstaltungen auf dem Marktplatz ausgelagert oder eingestellt werden. Und das, so Willi, obwohl dieser Nörgler zum fraglichen Termin dann nicht einmal zu Hause ist. Viele Komponenten, die es der Planungsabteilung schwer machen, möglichst einer großen Schnittmenge das richtige Angebot zu bieten.

Stadttheater, auch so ein Thema. Willi erzählt, was in anderen – auch kleineren – Städten für tolle Angebote sind. Da werden Broadway-Musicals aufgeführt, dass man schon staunt, wie das auf die Bühne gebracht wird.

Doch da gibt es für Mindener eine gute Nachricht: Das Musical „Ein Amerikaner in Paris“ wird in Minden nicht nur aufgeführt, sondern die Premiere findet sogar im Stadttheater statt. Also, durchaus lohnenswert, einen Blick ins Theatermagazin zu werfen.

Dass die Gourmetmeile jetzt auf dem Simeonsplatz stattfindet, begrüßt er sehr. Zum einen kein „Gemecker“ von Anwohnern der Innenstadt, und zum anderen ist der Platz Recht groß und man kann alles gut überblicken. Überhaupt ist die Gourmetmeile eine sehr schöne Veranstaltung – gute Musik und leckeres Essen. Gemütlich sitzen kann man dort auch.

Den Hinweis auf das Freischießen lehnt er dankend ab. „Männer mit Holzgewehren“ das sei nicht so sein Ding. Und damit geht es einigen so, die dem Freischießen nicht wirkich etwas abgewinnen können. Dabei ist das Marschieren nur ein Teil der Veranstaltung. Welche Arbeit die Mitglieder tatsächlich leisten, bleibt vielen verborgen. Wir haben bei der 1. Kompanie einmal hinter die Kulissen schauen dürfen. Lesen Sie dazu gern HIER:

Die Gourmetmeile kam bei den meisten Befragten sehr gut an, besonders mit dem neuen Standort am Simeonsplatz. Und auch, wenn das Angebot nicht jedem zusagt, sahen alle Befragten durchaus die Problematik, wie man es verbessern könnte. Denn auch nach Vorschlägen haben wir gefragt. Das einzige, was man verbessern sollte, sei, das Veranstaltungsangebot moderner zu machen. Mehr aktuelle Künstler in die Stadt zu holen, die man aus den Charts oder vom Fernsehen her kennt.

Während die etwas ältere Generation zumindest einen Teil der Veranstaltungen besucht und das Angebot wahrnimmt, sieht es bei den jüngeren Mindenern schon etwas anders aus. „Hier ist ja nichts los“, war das, was wir sehr oft hörten. Egal, ob Zirkus oder Kirmes, Joris oder Jazz, so richtig überzeugt war kaum jemand. Weggehen sieht in der Generation anders aus und Veranstaltungen werden eher zufällig und spontan besucht. Was tatsächlich los ist, wird gar nicht gesehen. Von daher war die Frage: „Was wünscht ihr euch?“ eher unerwünscht.

Besjana und Diana:

Besjana (v.l.) und Diana – Foto: Sabine Christel

Tatsächlich sind sie an gar nichts wirklich interessiert. Auch die Messe sei jetzt nicht so spannend. Am liebsten machen sie etwas mit Freunden und/oder sind zu Hause. Fast entschuldigend meinen sie, dass sie schon sehr langweilig seien, wenn sie lieber daheim bleiben. Dabei ist das keineswegs der Fall. Denn das Interesse hat sich sehr gewandelt.

Heute muss man nicht mehr ins Kino gehen, Netflix sei Dank hat man neue Filme oder gute Serien zu Hause per Stream. Musik gibt es in Videos und das Ausgehen, um Leute kennenzulernen, hat heute gar nicht mehr den Stellenwert. Whatsapp, Instagram und dergleichen haben längst die Veranstaltungen verdrängt. Wenn Ausgehen, dann in Clubs oder Discos. Und Konzerte, aber dann reist man nach Hannover oder Hamburg, um die großen Künstler zu sehen.

Nina und Jolina, Mutter-Tochter Duo:

Jolina (v.l.) und Nina – Foto: Sabine Christel

„Eher dürftig“ sei das Angebot an Veranstaltungen, was in Minden angeboten wird, so die Mutter. Nicht gerade ansprechend. Und in den Wintermonaten zuden viel zu wenig los, was sehr schade sei.

Die Gourmetmeile ist nicht wirklich nach ihrem Geschmack, da legt dann aber Tochter Jolina ein „Veto“ ein, denn ihr hat die Gourmetmeile bislang sehr gut gefallen. Warum? Weil es leckeres Essen gibt.

Verbesserungen wünschen sie sich im Bereich Unterhaltung was Konzerte und Bands betrifft. Und dass sich die Stadt überlegt, in den Wintermonaten mehr anzubieten, denn da fehlt es doch an anspruchsvollen Angeboten.

Ein Fazit:

Am besten bewertet in jeder Altersgruppe wurde die Gourmetmeile – sowohl vom Angebot, als auch vom Standort. Bei einigen Veranstaltungen, auch beim Freischießen, fehlt doch noch mehr Hintergrundinformation für die Leser, um das Interesse zu wecken. Auch eher moderne Veranstaltungen mit aktuell angesagten Künstlern stehen ganz oben auf der „Wünsch-Dir-was“ Liste.

Herzlichen Dank allen, die sich – anonym oder mit Bild – an der Aktion beteiligt haben. Es war sehr spannend, die unterschiedlichen Meinungen zu hören.

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