„Geil“, dass es endlich wieder losgeht!
Es geht wieder los - Haarstyling by Emidio Xsesso Hair - Foto: Sabine Christel

„Geil“, dass es endlich wieder losgeht!

Neu Öffnung der Frisörbetriebe sorgt für Erleichterung und Freude

Zu den Maßnahmen, die zur Eindämmung der Corona-Pandemie angeordnet wurden, gehörten auch die vorübergehenden Schließungen der Frisörgeschäfte. Für Selbständige wie Angestellte ein Albtraum. Wie schlimm es war, schildert Emidio Gaudioso von „Emidio Xsesso Hair“ aus Bückeburg.

Werbung
Emidio Xsesso Hair (Werbung)

Erst im Januar 2020 hatte er sich seinen Wunschtraum erfüllt: Ein Haarstudio nach seinen eigenen Ideen und Vorstellungen, eine Oase der Erholung und Entspannung für alle Kunden, aber auch ein Ort, an dem sich das ganze Team wohlfühlt. Haareschneiden allein, darum ging es ihm nicht. Emidio wollte eine Atmosphäre schaffen, in der ein Wohlfühlmoment entsteht, den der Kunde mit nach Hause nimmt und dann, hoffentlich, gern wiederkommt. Dafür hat er das Konzept des Ladens so gestaltet, dass ein Loungecharakter entstanden ist: viel Fläche, viel Raum für jeden Einzelnen und mit Elementen, die wirklich eher an Wellness, denn an reines Haareschneiden erinnern. Lesen Sie alles zum Haartraum in Bückeburg HIER.

Emidio Bückeburg – Foto: Sabine Christel

Viel Liebe, Zeit, Ideen, aber auch Geld stecken in so einem Geschäft. Und dann kam das Coronavirus und entwickelte sich zu einer Pandemie mit Ausmaßen, die niemand vorhersehen konnte oder wollte. Von jetzt auf gleich schloss man Geschäftsbetriebe, darunter auch die der Frisöre.

Werbung

Schon damals sagte Emidio in einer kurzen Stellungnahme, dass es natürlich wichtig sei, zu schließen, denn die Sicherheit sämtlicher Mitarbeiter und der Kunden sei von oberster Priorität. Mit der Angst vor einer Ansteckung täglich in den Salon zu gehen möchte niemand, und dass möchte man auch weder Kunden noch Mitarbeitern zumuten.

Angst, vor den Auswirkungen des Virus, aber auch Angst, um den eigenen Betrieb

Coronavirus

Trotzdem war die Zeit danach sein persönlicher Albtraum: Die ersten zwei Wochen habe er schlaflose Nächte gehabt und einfach nur Angst. Angst davor, wie es weitergeht mit dem Virus und dessen gesundheitlichen Folgen, aber auch die große Sorge um das Geschäft. Immerhin acht Mitarbeiter sind daran beteiligt und für die fühlt Emidio Verantwortung, will sie nicht im Unklaren darüber lassen, wie es zumindest beruflich weitergeht.

Zwei Wochen, in denen er sich hilflos und unsicher fühlte. Dann suchte er das Gespräch, holte sich Rat und sprach auch mit den Banken. Zu schauen, wie geht es weiter oder wie könnte es weitergehen, habe ihm sehr geholfen, sagt er. Als das geklärt war, konnte er die Zwangspause nutzen, um zum Beispiel andere Dinge zu erledigen.

Wie so viele Mitmenschen habe er erstmal zu Hause den Keller aufgeräumt. Aussortieren und Platz schaffen, dazu war jetzt Zeit. Dann habe L’Oreal, als Partner, sehr gute Ideen gehabt und Webinare veranstaltet zur Information und Weiterbildung. Gleichzeitig hat er in gutem Kontakt zu anderen Frisören gestanden, man habe sich ausgetauscht und über die Situation gesprochen, was sehr wichtig war.

Natürlich stand er stets in engem Kontakt zu den eigenen Mitarbeitern und damit begann auch die Überlegung, wie können wir Hygienemaßnahmen und die erforderlichen Auflagen umsetzen? Und da zeigte sich, wie vorausschauend seine Idee eines Haarstudios war, denn durch die Großzügigkeit der Räumlichkeiten und dem reichhaltigen Platzangebot für die Kunden war der Sicherheitsabstand sowieso bereits gegeben.

Was dann noch fehlte war das offizielle „Go“ des Landes Niedersachsen, den Geschäftsbetrieb wieder öffnen zu dürfen.

Die Freude war riesig, als es endlich soweit war: Schon im Vorfeld habe er viel Unterstützung erfahren, auch seine über die sozialen Medien versandten Nachrichten seien gut angekommen. Mit Herzensgutscheinen konnte man den Salon unterstützen und als es dann wieder zur Terminvergabe ging, waren die Kunden genauso begeistert wie das komplette Team.

Was unterscheidet Emidio von anderen Geschäften?

Jeder Laden muss sehen, wie das erforderliche Konzept zum Schutz von Kunden und Mitarbeitern umgesetzt wird. Einige Betriebe haben aber aus räumlichen Gründen wenig Möglichkeiten dazu. Ist der Ladenbereich zu klein, kann man nicht genügend Kunden bedienen. Da lohnt eine Öffnung nicht, weil die Kosten die Einnahmen deutlich übersteigen.

Außerdem greifen einige Geschäftsbetriebe in diesen Tagen auf schnelle und günstige Lösungen zurück: Einmalumhänge aus Plastikfolie, Haareschneiden als reine Dienstleistung, schnell und unpersönlich, die Zeit im Nacken, denn jeder zahlende Kunde ist wichtig. Da bleibt das Gefühl von Entspannung und sich selbst etwas Gutes tun, auf der Strecke. Als Kunde gehen wir ja nicht allein zum Frisör, der neuen Frisur wegen, sondern verbinden damit auch einen Moment des Wohlfühlens.

Pure Entspannung – langersehnt – Foto: Sabine Christel

Umso schöner ist es dann, wenn man bei Emidio den Salon betritt: Bis auf die Plexiglasscheibe am Tresen, die Möglichkeit der Handdesinfektion und das Schweigen der Espressomaschine scheint es nahezu unverändert. Kunden und Mitarbeiter tragen Mundschutz, aber das beeinträchtigt nicht die Kommunikation.

Die neuen Hygienemaßnahmen und – statt Espressotassen schmücken nun Blumen den Tresen – Foto: Sabine Christel

Ach doch, Umarmungen müssen natürlich unterbleiben, „dass wird aber alles nachgeholt“, so Emidio mit einem Augenzwinkern.

Dafür ist die gute Stimmung bei allen Salon Mitarbeitern vorhanden, dass überträgt sich sofort auf den Kunden, der, sich eine Mund-Nasen-Bedeckung über das Gesicht fummelnd, den Laden betritt.

Und hier ist Haarpflege auch nach wie vor ein Genuss, egal, ob es der neue Haarschnitt oder eine Färbung ist, jeder Mitarbeiter nimmt sich Zeit. Von Plastikumhängen, einem sehr eingeschränkten Angebot oder dem steten Blick zur Uhr ist hier nichts zu spüren.

Bis zu 12 Kunden gleichzeitig kann Emidio im Haarstudio bedienen, gerade am Anfang war der Andrang extrem und man versuchte, wirklich alle Kunden schnellstmöglich mit Terminen zu versorgen.

Endlich Zeit für Haarpflege – Foto: Sabine Christel

Einzig Kosmetik und Bartpflege sind aus dem Programm genommen, verständlicherweise. Im Moment müssen also die Herren ihr Gesichtshaar selbst in Form bringen. Dazu hängen die Hygienevorschriften gut sichtbar direkt an der Eingangstür und weisen den Kunden auf alle wichtigen Details beim Frisörbesuch hin.

„Schneid mir die Haare doch bei mir zu Hause…“

Aber auch Emidio hat die Erfahrung gemacht, dass es vereinzelt Leute gibt, die versucht haben, ihn zu animieren, trotz Verbots die Haare zu stylen. „Komm doch zu mir nach Hause und schneid mir die Haare auf der Terrasse“, dass waren Anfragen, bei denen er nur mit dem Kopf schütteln kann.

„Was nützt Dir die schönste Frisur, wenn Du zwei Wochen später tot bist?“ fragt er. Denn die Pause war ja nicht ohne Grund gegeben, man wollte eine Ansteckung vermeiden und wer Träger des Virus ist, steht niemandem ins Gesicht geschrieben. Dass habe er ganz klar abgelehnt und über die sozialen Netzwerke in Videobotschaften auch so kommuniziert.

Zudem habe er alle seine Mitarbeiter gewarnt, derartige Anfragen strikt abzulehnen:

„Hätte ich das erfahren, der Mitarbeiter wäre fristlos entlassen worden.“

Jetzt geht es darum, möglichst allen Kundenwünschen gerecht zu werden und überall bekannt zu geben, dass man sich bei Emidio wieder Haartechnisch in Form bringen lassen kann. Und die anwesenden Kunden sind sehr daran interessiert – trotz Mundschutz – die Gelegenheit wahrzunehmen, nach langen Wochen der Zwangspause, wieder etwas für sich zu tun und mal an etwas anderes zu denken, als daran, wo man was noch bekommen kann. „Ich genieße es total, wieder beim Frisör zu sein“, wird mir gesagt und auch „endlich wieder ein gepflegteres Aussehen.“

Mit Mundschutz, aber auch mit viel Humor bei der Arbeit – Emidio mit einem jungen Kunden – Foto: Sabine Christel

Auch die jungen Kunden freuen sich sichtlich, wenn unter den Haaren wieder mehr Gesicht sichtbar wird. Auf die Frage an Meike Schatz, die mit beiden Söhnen bei Emidio Kundin ist, ob sie in der Zwischenzeit selbst mal mit der Haarschneidemaschine für eine Zwischenlösung gesorgt hat, kommt ein entschiedenes „Nein, dass wollte ich meinen Kindern nicht antun.“ 😉 Auch andere Damen sind froh, dass mit frischer Farbe der Ansatz umgefärbt wird oder herausgewachsene Schöpfe sich wieder in modische Kurzhaarfrisuren verwandeln.

„Endlich wieder gepflegte Haare“ – Meike Schatz ist froh, dass der Frisör wieder das Haarstyling übernimmt – Foto: Sabine Christel

Wie es weitergeht, wann man wieder umschalten kann in den Normalbetrieb mit allen Angeboten, dass weiß man jetzt noch nicht, da heißt es abwarten, wie Bund und Länder entscheiden werden. Jetzt hoffen alle, dass sich die Situation nicht wieder verschlechtert und man mit dem derzeitigen Konzept und eigenem disziplinierten Verhalten weiterhin dafür sorgen kann, dass wir alle gesund bleiben und gleichzeitig wieder mehr Lebensqualität erlangen können.

Halten Sie Abstand, bleiben Sie freundlich, bleiben Sie gesund!

image_print