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Filmtipp: „Ich war noch niemals in New York“ nach dem Erfolgsmusical von Stage Entertainment

Filmtipp: „Ich war noch niemals in New York“ nach dem Erfolgsmusical von Stage Entertainment

Unser heutiger Filmtipp ist, die am 17. Oktober 2019 gestartete Komödie, „Ich war noch niemals in New York“. Die Regie führte Philip Stötzl, in den Hauptrollen sind Heike Makatsch, Katharina Thalbach, Michael Ostrowsk, Moritz Bleibtreu , Uwe Ochsenknecht und Marlon Schramm.

Zum Inhalt:

Foto: Universal Pictures

Für Lisa Wartberg (Heike Makatsch), erfolgsverwöhnte Fernsehmoderatorin und Single, steht ihre Show an erster Stelle. Doch dann verliert ihre Mutter Maria (Katharina Thalbach) nach einem Unfall ihr Gedächtnis, kommt ins Krankenhaus und kann sich nur noch an eines erinnern: Sie war noch niemals in New York! Kurzentschlossen flieht Maria und schmuggelt sich als blinder Passagier an Bord eines luxuriösen Kreuzfahrtschiffes.

Gemeinsam mit ihrem Maskenbildner Fred (Michael Ostrowski) macht sich Lisa auf die Suche nach ihrer Mutter und spürt sie tatsächlich auf der „MS Maximiliane“ auf. Doch bevor die beiden Maria wieder von Bord bringen können, legt der Ozeandampfer auch schon ab und die drei finden sich auf einer unfreiwilligen Reise über den Atlantik wieder.

Lisa lernt an Bord Axel Staudach (Moritz Bleibtreu) und dessen Sohn Florian (Marlon Schramm) kennen. Axel ist so gar nicht Lisas Typ, doch durch eine Reihe unglücklicher Missgeschicke kommen sich die beiden schließlich näher… Mutter Maria trifft auf Eintänzer Otto (Uwe Ochsenknecht), der behauptet, eine gemeinsame Vergangenheit mit ihr zu haben – was Maria mangels Gedächtnis natürlich nicht überprüfen kann. Und Fred verliebt sich Hals über Kopf in den griechischen Bordzauberer Costa (Pasquale Aleardi).

So verläuft die turbulente Schiffsreise – mit mehrmaligem Finden und Verlieren der Liebe und jeder Menge Überraschungen – nach New York.

FSK: 0 Jahre

Länge: 129 Minuten

Trailer

Foto: Universal Pictures

„Ich war noch niemals in New York“ ist ein von Stage Entertainment entwickeltes und produziertes Musical, in dem 22 der schönsten Songs von Udo Jürgens eine heiter-besinnliche Drei-Generationen-Geschichte erzählen. Zum Schlussapplaus der Weltpremiere des Hamburger Stage Operettenhaus am 2. Dezember 2007 standen Udo Jürgens Tränen in den Augen. Der große Entertainer spürte instinktiv, dass diese Musiktheater-Hommage an sein Lebenswerk einen besonderen Nerv getroffen hatte. Es wurde ein Triumph: Knapp fünf Millionen Besucher lockte das Musical in Deutschland, Österreich und der Schweiz bislang in die großen Theater, selbst in Tokio feierte das Publikum die japanische Inszenierung des Stückes. ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK ist damit das erfolgreichste in Deutschland entwickelte Musical überhaupt. Der Soundtrack platzierte sich nach der Uraufführung direkt in den Top 20 der Album-Charts und erhielt mehrere Goldene Schallplatten. Das Musical wurde sowohl mit dem renommierten „Live Entertainment Award“ („Bestes Musical“) als auch mit der „Krone der Volksmusik“ ausgezeichnet und erhielt durchweg Bestnoten von Kritikern und Publikum.

Vorangegangen war ein knapp vier Jahre dauernder Entwicklungsprozess. Udo Jürgens setzte von Anfang an großes Vertrauen in das Kreativteam von Stage Entertainment. Einzige Bedingung: Seine Songs sollten eine eigenständige Geschichte und nicht die seines Lebens erzählen. Den Autoren Christian Struppeck und Gabriel Barylli gelang es, mithilfe von 22 der schönsten Songs von Udo Jürgens eine Story mitten aus dem Leben zu schreiben, voller Esprit und Charme, Leichtigkeit und nachdenklicher Momente. Besonders beeindruckte Udo Jürgens aber auch die Leistung des Musical Supervisors Michael Reed. Seine Orchestrierung machte aus den im Original für eine Männerstimme geschriebenen Liedern schmissige Big-Band Ouvertüren, Power-Balladen für Frauen, leitmotivische Übergänge oder große Ensemble-Nummern.

Foto: Universal Pictures

Udo Jürgens begleitete das Musical nicht nur bis zur Uraufführung, sondern auch auf seinen weiteren Stationen. Er nahm sich viel Zeit für Gespräche mit den Darstellern, Orchestermitgliedern und allen helfenden Händen im Theater. Er beriet bei Casting-Entscheidungen und setzte durch, dass das ZDF die große TV Geburtstags-Gala zu seinem 75. Geburtstag im Stage Operettenhaus mit Auszügen aus dem Musical produzierte. Und zu seinem 80. wünschte er sich mit dem „Ehrenwerten Haus“ explizit einen der Musicaltitel, bei dem die Publikumserwartung gebrochen wird, indem es hier ein schwules Paar ist, das der Hausgemeinschaft nicht passt. Glühend auch Udo Jürgens öffentliche Plädoyers dafür, das Genre Musical und den deutschen Chanson ernst zu nehmen. Eines der letzten beeindruckenden Fotos des Entertainers – für seine Tour „Mitten im Leben“ – schoss der Musical-Hauptdarsteller Karim Khawatmi in Zürich. Kurz vor der deutschen Hauptstadt-Premiere des Stücks verstarb Udo Jürgens. Seither erleben die Besucher des Musicals es auch als wunderbare Erinnerungsreise an einen der größten deutschsprachigen Künstler.

Das Musical ‚Ich war noch niemals in New York‘ erzählt nicht, wie viele meinen, meine persönliche Lebensgeschichte. Es ist eine Geschichte ganz nah am Leben, die irgendwie jedem und überall passiert sein könnte und das gefällt mir besonders gut. Ich glaube, dass sie genau den Ton meiner Lieder trifft, denn meine Lieder sind von heute. Sie handeln von Ängsten und Glücksmomenten in unserer Gegenwart. ‚Ich war noch niemals in New York‘ ist eine Komödie mit Tiefgang und ein Musical zum Lachen – ein echtes Unterhaltungsstück!

Udo Jürgens als das Musical im November 2007 Premiere feierte

 

Foto: Universal Pictures

Wenn man nun die Bühnen-Vorlage und den Kinofilm miteinander vergleicht, so sind doch starke Unterschiede zu bemerken: So arbeitet Axel (Moritz Bleibtreu) zum Beispiel nicht als Tierfotograf, sondern als Statisiker, um den langweiligen Alleinerziehenden Single-Vater noch langweiliger erscheinen zu lassen. Allgemein wurden viele Figurenbeziehungen verändert, die die Handlung maßgeblich beeinflussen.  Die Songs von Udo Jürgens sind dabei wunderbar galant eingefügt worden. Der Kapitän des Schiffs begrüßt die Passagiere beispielsweise mit „Aber bitte mit Sahne“ und auch der Klassiker „Vielen Dank für die Blumen“ ist gut inszeniert. Und wer bis dahin noch nicht im Kinosaal mitgeschunkelt ist, beginnt damit spätestens ab „Griechischer Wein“, gesungen von Kommissar Dupin ( Pasquale Aleardi).

Das Bühnenbild ist dabei einfach zauberschön, bunte, helle Farben und die Looks der 1950er bis 1980er verbreiten mit der „Feel-Good“- Music eine Urlaubsstimmung, die einen jeden dazu verleitet, auch eine Kreuzfahrt zu buchen. Dadurch, dass die Hintergründe meist nur gemalt sind, wirkt es tatsächlich wie eine Musicalvorstellung in einem Theater und ist einfach nur schön anzusehen.

Zusammenfassend können wir Ihnen diesen Film wirklich nur ans Herz legen: Eine nostalgische  Stimmung, die von den Udo-Jürgens-Songs ausgeht. Gepaart mit Fröhlichkeit, guter Laune und humorvollen Dialogen erzeugen eine einzigartige Atmosphäre. Ab ins Kino 😉

 

 

Anm. d. Redaktion:

Zugegeben, als wahrer Udo-Jürgens-Fan bin ich begeistert von allem, was mit dem großen Ausnahmekünstler zu tun hat. Trotzdem sehe ich es durchaus mit einem kritischen Auge: Zuviel wird heutzutage „vermusicalt“, so dass nicht unbedingt von allem Qualität zu erwarten ist. Udo Jürgens selbst war anfangs nicht angetan von der Idee, ein Musical zu seinen Songs zu machen. Aber – er ließ sich vom Konzept überzeugen. Und als dann die Idee entstand, den Film zum Musical zu machen, war er gespannt. Anders, als bei der Verfilmung von „Der Mann mit dem Fagott“, ging es hier jedoch nicht um das Leben Udo Jürgens, sondern um eine fiktive Handlung, die allerdings getragen wird von der wunderbaren Musik und den Hits des Künstlers.

Während jedoch das Musical großartig beim Publikum ankam, zeigen sich die Kritiken bislang gemischt: Die Handlungen unterscheiden sich, die Geschichte wirkt für manche nicht schlüssig erzählt und der Film hat einen Comic-Charakter, weil die Kulisse oftmals gezeichnet ist. Trotzdem – die Darsteller überzeugen mit Humor und die Musik ist wirklich mitreissend, so dass man sich durchaus auf die Geschichte einlassen kann.

 

Foto: Universal Pictures

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