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Filmtipp: Hard Powder mit Liam Neeson

Filmtipp: Hard Powder mit Liam Neeson

Am 28. Februar 2019 kam der Action-Thriller „Hard Powder“, mit Liam Neeson in der Hauptrolle, unter der Regie von Hans Petter Moland, in die deutschen Kinos. Im Vorfeld der Premiere gab es jedoch ein mediales Ereignis, welches die Karriere des Hauptdarstellers in eine Krise stürzte.

Wie kam es dazu? Liam Neeson ist zurecht ein begnadeter Schauspieler. In der Rolle des alleinerziehenden Vaters in „Tatsächlich… Liebe“ überzeugte er genauso wie in den Action Filmen „96 Hours – Taken“ oder in seiner Oscarnominierten Darstellung des Großindustriellen Oskar Schindler, der 1.200 Juden vor der Vernichtung rettete. Zu seinem neuesten Kinofilm „Hard Powder“ gehörte wie stets eine Werbetour, bei der er verschiedene Interviews gab, um den Film vorzustellen.

Dieses Mal plauderte Neeson allerdings ein wenig zu offenherzig aus dem Nähkästchen und sorgte damit nicht nur für Absagen von Premierenterminen, sondern wurde selbst als rassistisch beschimpft.

Im besagten Interview gegenüber des „Independent“ gab er zu verstehen, dass er sich gut in seine Rolle als Rachenehmender hineinversetzen konnte, da ein Erlebnis in seiner Jugend ihn daran erinnerte. Damals wurde eine gute Bekannte von ihm vergewaltigt. Auf seine Frage, welche Hautfarbe der Mann gehabt habe, antwortete sie mit „schwarz“. Er sei daraufhin nächtelang durch die Straßen gezogen, in der Hoffnung, irgend ein Farbiger würde ihn beschimpfen, so dass er seine Wut an ihm auslassen könnte. Heute schäme er sich für diese Emotionen und sagt über sich selbst, er habe die Situation im Griff. Das Gespräch mit einem Prieser habe ihm in seiner Wut ebenso geholfen, wie die Möglichkeit, über den Sport seine Aggressionen abzubauen.

Was nur als eine Erklärung dienen sollte, weshalb er die Rolle des Rache suchenden Vaters in seiner neuen Rolle in „Hard Powder“ gut nachvollziehen konnte, wurde plötzlich zu einem Desaster. Denn Neeson geriet nicht nur in die Schusslinie der Medien, sondern lief in Gefahr, seine Filmkarriere durch allein diese Aussage aufs Spiel zu setzen. Mit seiner gemachten Äußerung spaltet er das Netz: Wohingegen ihn einige nach wie vor als Rassist beschimpfen, erhält er an anderer Stelle Lob für seine Aufrichtigkeit. Fakt ist, dass einmal gemachte Äußerungen schon einigen Prominenten ihre Karriere zerstört haben. Inwieweit Liam Neeson weiterhin für Kinofilme gebucht wird, bleibt also abzuwarten.

Nach dem Prinzip: „Auch negative Presse ist gute Presse“ hat der Medienwirbel zumindest dem Film nicht geschadet. Immerhin fast 150.000 Besucher haben in Deutschland „Hard Powder“ seit dem Filmstart gesehen. Wir stellen Ihnen nun den Film vor:

Der Schneepflugfahrer Nels Coxman (Liam Neeson) führt in dem verschneiten Skigebiet der Rocky Mountains ein ruhiges Leben mit seiner depressiven Frau Grace (Laura Dern) und seinem Sohn. Alles scheint perfekt, als Nels auch noch zum „Bürger des Jahres“ ernannt wird. Doch schlagartig wird ihm der Boden unter den Füßen weggerissen, als sein Sohn sich mit dem Drogenboss Viking (Tom Bateman) anlegt und kurz darauf auf dessen Anweisung ermordet wird. Nach außen hin wird es als Tod durch eine Überdosis Heroin dargestellt, doch Nels ist sicher, dass diese These nicht stimmt und stellt Nachforschungen an. Er findet schnell heraus, dass Kyle als Kurier für den Drogenboss Viking (Tom Bateman) gearbeitet hat. Um an weitere Informationen über den Drogenbaron heranzukommen, räumt Nels in Vikings Gang so richtig auf. Doch ob der friedliche Schneepflugfahrer in der Lage ist, einfach jemanden umzubringen? Er meint ja, schließlich hat er darüber schon in einem Buch gelesen. Und während man Nels am Anfang noch nicht ernst nehmen kann, wird schnell klar, dass sowohl das Kartell, als auch Sie als Zuschauer, ihn gewaltig unterschätzt haben. Ein Gangster nach dem anderen stirbt auf seine Weise, nachdem Nels zunächst Hinweise aus seinen Opfern herausgepresst hat. Das sorgt natürlich für die Aufmerksamkeit der Polizei, die allerdings keinen Einzelgänger auf Rachefeldzug, sondern einen Bandenkrieg zwischen den Drogengangs von Viking und seinem Konkurrenten White Bull (Tom Jackson) als Grund für den stetig wachsenden Leichenberg vermuten. An Nels und dessen Idee: Auge um Auge, Zahn um Zahn, denken sie natürlich nicht… Und schon bald bricht ein Bandenkrieg aus, der die schneeweißen Berge dunkelrot färbt.

Besonders eine spektakuläre Szene hat es dabei sogar auf das Filmplakat geschafft: Das durchbohrte Fahrzeug, dass in einem Baum feststeckt.


Leg Dich nie mit einem Schneepflugfahrer an…

Und falls Sie sich fragen, woher Ihnen dieser Film so bekannt vorkommt, dann können wir Ihnen diese Frage leicht beantworten, denn „Hard Powder“ ist ein amerikanisches Remake des 2014 erschienenen norwegischen Films „Einer nach dem anderen“ mit Stellan Skarsgård als Nels Coxman in der Hauptrolle. Regisseur war in beiden Filmen Hans Petter Moland, was dazu führte, dass man sich auch bei der Neuverfilmung nah am Original hielt. Einer nach dem anderen war zwar unterhaltsam, aber lange kein überragender Film. Daher nutzte der Regisseur die Chance, die amerikanische Verfilmung noch ausgereifter und spezieller zu machen.

Ein dramatischer Actionfilm, der sich durchaus in die Reihe der „Taken“-Filme einordnen lässt, allerdings überzeugt Neeson hier mit trockenem Humor in seiner Rolle als mordender Schneepflugfahrer, der es nicht nur schafft, die Drogenbosse gegeneinander auszuspielen, sondern auch mit ungewöhnlichen Tötungsmethoden für Erstaunen sorgt. Grandiose Landschaftsaufnahmen und perfekt aufeinander abgestimmte Schauspielbesetzungen sorgen für fast zwei Stunden gute Kinounterhaltung. Wenn Sie Fan von schwarzem Humor sind, werden Sie den Film mögen. Wir in der Redaktion waren zumindest so begeistert, dass es der Filmtipp der Woche wurde.

Trailer

FSK: 16 Jahre (durchaus angebracht!)

Länge: 118 Minuten

Einer nach dem Anderen (2014)

Trailer

FSK: 16 Jahre

Länge: 117 Minuten

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