Kontakt: Redaktion@Scarlett-Magazin.de oder Mobil 0151-55684186
Feuriges Ungarn und Wiener Melange zum Jahresauftakt –  Neujahrskonzert des Göttinger Symphonie Orchesters
Göttinger Symphonie Orchester (pr.)

Feuriges Ungarn und Wiener Melange zum Jahresauftakt – Neujahrskonzert des Göttinger Symphonie Orchesters

Das Jahr 2019 wird vielerorts begrüßt mit dem klassischen Neujahrskonzert. In Bückeburg ist das „Göttinger Symphonie Orchester“ seit Jahren der „musikalische Champagner“ zum Neujahrsbeginn.

Ausverkauftes Neujahrskonzert (sc)

In diesem Jahr ohne den allseits verehrten ehemaligen Chefdirigenten und Generalmusikdirektor des Orchesters, Christoph-Mathias Mueller, der über Jahre hinweg die musikalische Leitung hatte.

Sein Nachfolger, Nicholas Christopher Milton, künstlerischer Leiter und Chefdirigent, wird beim Sinfoniekonzert der Göttinger Symphoniker am 02. März um 19.00 Uhr sein Debut in Bückeburg geben. Der in Sydney geborene Australier war bis 2018 Generalmusikdirektor des Saarländischen Staatstheaters.

Nicholas Christopher Milton (pr)

Dieses Mal stand jedoch Bürgermeister Reiner Brombach auf der Bühne. Humorvoll leitete er den Abend ein: „Christoph-Mathias Mueller ist nicht mehr Chef des „Göttinger Symphonie Orchesters“, er nimmt sich sozusagen ein „Frei-Jahr“. Aber auch „der Neue“ ist heute nicht da. Wenn Sie der Schrecken packt, weil ich hier stehe, keine Angst.“ Und stellte dann den musikalischen Leiter, Tobias Wögerer, für das Neujahrskonzert in Bückeburg vor. Erwähnenswert dabei ist sicherlich, dass sowohl Wögerer als Dirigent, als auch die diesjährige Solistin, Anne Luisa Kramb, beide zusammen jünger sind, als der „neue“ oder „alte“ Chefdirigent des Orchesters.

Tobias Wögerer, der „Stern am Dirigentenhimmel“ (sc)

Tobias Wögerer ist 1991 in Linz/Österreich geboren und zählt bereits zu den vielversprechenden österreichischen Nachwuchsdirigenten. Die Medien bezeichnen ihn als „jungen Stern am Dirigentenhimmel“. Geboren in eine Musikerfamilie (Der Vater studierte Klarinette, die Mutter Klavier) entdeckte er bereits mit sieben Jahren die Liebe zur Musik, erst auf dem Cello, welches er in Wien studierte und mit dem Bachelor abgeschlossen hat. Als Linzer Musikgymnasiast hat er seinerzeit erstmals am Dirigentenpult des Schulorchesters gestanden und eine weitere Leidenschaft entdeckt. Derzeit absolviert er in Weimar seinen Master im Orchesterdirigieren. Das Cello spielt er sehr gern auch weiterhin, dass Hauptaugenmerk liegt jedoch beim Dirigieren. Mit Beginn der Saison 2018/19 wurde er zum neuen Assistensdirigenten des „Gustav Mahler Jugendorchesters“ ernannt.

Anne Luisa Kramb (pr)

Die 18-jährige Anne Luisa Kramb aus Erlenbach am Main gilt als hochbegabt und spielt bereits seit ihrem vierten Lebensjahr Geige. Sie ist bereits mehrfache Preisträgerin diverser Musikwettbewerbe und gab 2017 ihr Debut in der Carnegy Hall in New York, sowie in der neuen Elbphilharmonie in Hamburg. Sie spielt eine Violine von Enrico Rocca (Genua, um 1900), welche ihr aus dem Musikinstrumentenfond der „Deutschen Stiftung Musikleben“ zur Verfügung gestellt wird. Ebenfalls seit 2017 studiert sie an der Violinklasse von Antje Weithaas an der Kronberg Academy in Frankfurt. Außerdem wurde ihr aus dem Privatbesitz der Familie Wiegandt eine Stradivari „Paganini“ von 1724 zur Verfügung gestellt. Auf ihr zu spielen ist für sie natürlich etwas Besonderes. Stradivaris gelten als „Diven“, nur gut 600 Instrumente weltweit soll es geben.

Bürgermeister Brombach wünschte allen Anwesenden ein gutes Neues Jahr und viel Vergnügen mit diesem akustischen Hochgenuss.

Dann betrat der junge Tobias Wögerer die Bühne. Österreichischer Charme, ein ebensolcher Dialekt und dazu Wiener Melodien – die perfekte Melange für einen schönen musikalischen Abend.

Musikalisches Talent und österreichischer Charme – Tobias Wögerer (sc)

Das Thema des Konzerts war: „Von Budapest bis Wien“ und das erste Stück „Ungarischer Tanz Nr. 1“ von Johannes Brahms erfüllte getreu dieses Motto.

Die „Göttinger“ zeigten einmal mehr, warum sie so beliebt sind: Im ausverkauften Rathaussaal begann ein Abend, mit einer musikalischen Reise, die aus dem feurigen Ungarn ins charmante Wien führte.

Mit der Ouvertüre aus der Operette „Der Zigeunerbaron“ sowie dem Csárdás aus der Operette „Die Fledermaus“ wurden Werke von Johann Strauss (Sohn) gespielt.

Die Göttinger Symphoniker unter der Leitung von Tobias Wögerer und der Solistin Anne Luisa Kramb (sc)

Beim nächsten Stück konnte man das wunderbare Violinspiel der herausragenden Anne Luisa Kramb genießen, die eins zu sein schien mit ihrem Instrument. Im Stück von Camille Saint-Saens „Introduktion und Rondo capriccioso“ zeigte sie ihr großes Talent.

Wem dann noch nicht wienerisch ums Herz war, den lud Tobias Wögerer mit dem „Frühlingsstimmen Walzer“ von Johann Strauss (Sohn) ein auf einen musikalischen Spaziergang durch das frühlingshafte Wien. Dazu zu tanzen wäre natürlich eine schöne Option, im bis auf den letzten Platz besetzten Saal jedoch nicht möglich, „allerdings sei ein Mitschunkeln durchaus erwünscht“, so Wögerer.

Ankündigung des Frühlingsstimmen Walzers (sc)

Vor der Erfrischungspause gab es noch von Hector Berlioz den „Rákóczi-Marsch“, der schwungvoll den ersten Teil beendete.

Einschmeichelnde Melodien die verzaubern (sc)

Nach der Pause begann „Unter Donner und Blitz“, die Polka sowie die Ouvertüre aus der Operette „Die Fledermaus“.

Im Karneval 1868 kündigte Strauss seinen Freunden in der Künstlervereinigung eine besondere Überraschung an: Es sollte die besinnliche Polka „Sternschnuppen“ gespielt werden, stattdessen präsentierte er ihnen dann „Donner und Blitz“. Strauss hatte sich eine fröhliche und unbekümmerte Schnellpolka einfallen lassen, die an die Sommerzeit erinnert, wenn es am heißesten ist und manchmal schwere Gewitterwolken den Himmel verdüstern. Seine flotte, kräftig zupackende Polka treibt übermütig „mit Entsetzen Scherz“ und schlägt gerade als Jux unfehlbar ein.

Neben der Csárdás ist die Ouvertüre das einzige Stück, welches Strauss vollständig für „Die Fledermaus“ komponiert hat. Die Operette wurde am Ostersonntag des Jahres 1874 zum ersten Mal in Wien aufgeführt und war – entgegen vieler falscher Meldungen – durchaus erfolgreich. Immerhin gab es 40 Vorstellungen en suite und nur durch die Erkrankung einer Hauptdarstellerin endete die Serie. Heute hätte man so eine Produktion – so es denn damals schon den Brauch der amerikanischen Filmbranche gegeben hätte – mit diversen „Oscars“ ausgezeichnet. Sogar einen „Spezial-Oscar“ für die Ouvertüre, denn ihr genialer Aufbau, das Wechselspiel der Motive und ihr brillanter Schwung wurde später in keinem Operettenvorspiel mehr erreicht.

Von Pablo de Sarasate wurden die „Zigeunerweisen“ gespielt und mit der Csárdás aus der Oper „Ritter Pásmán“ sowie dem ungarischen Ruf „Éljen a Magyar!“ („Es lebe der Ungar“), einer Polka, endete der offizielle Teil des Abends.

„Die Zigeunerweisen“ von Pablo de Sarasate (sc)

Anne Luisa Kramb begeisterte mit ihrem Spiel wieder das Publikum. In so jungen Jahren mit einer Anmut und Souveränität zu spielen sorgte für besonders viel Applaus.
Allerdings verlassen die Göttinger Symphoniker niemals ohne eine Zugabe die Bühne des Rathaussaales. Auch dieses Mal verschönerte das Orchester mit dem wunderbaren Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauss (Sohn) sowie natürlich dem „Radetzky-Marsch'“ von Johann Strauss den Abschluss dieses Konzerts.

Ein Konzertausschnitt (sc)

Manchmal hat Mann Pause (sc)

Sowohl das „Göttinger Symphonie Orchester“, als auch der Kulturverein, mit der Geschäftsführerin Johanna Harmening, dürfen mehr als zufrieden sein mit diesem Neujahrskonzert.

Erfrischungspause (sc)


„Boldog új évet kivánok!“


image_print
Menü schließen