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Die Sonntagskolumne: „Es kann nur einen geben!“ – Bückeburg beschließt Einmaligkeit
Scarlett - Die Kolumne

Die Sonntagskolumne: „Es kann nur einen geben!“ – Bückeburg beschließt Einmaligkeit

Kürzlich kam eine Frau auf mich zu und teilte mir mit, dass die Stadt zu klein für zwei Zeitungen wäre. Was irgendwie seltsam ist, denn es gibt sogar drei Zeitungen, einige Stadtmagazine und diverse Onlineformate. Überhaupt gibt es viele Geschäftszweige mehrfach. Sie war keinesfalls jemand von der Presse, kannte Scarlett-Magazin auch gar nicht, aber war sich sicher, dass es ihr nicht gefällt. Den Hinweis: „Bei uns geht es um Kultur und …“ schmetterte sie ab mit einem: „Ich sehe Sie ständig auf Veranstaltungen.“ Nun ja. Wie gesagt Kultur. Ich erwähnte es. Fußballplatz, Ratssitzung oder dergleichen sind wir so gar nicht. Wer wann wo verunfallt oder bestohlen wurde/ist, interessiert uns auch nicht. KULTUR halt. Und Ideen zum Thema Lifestyle. Egal. Immerhin brachte mich diese Frau auf eine Idee. Wie wäre es denn damit:

„Schon länger war im kleinen gemütlichen Fürstenort zu spüren, dass Veränderungen anstanden. Jetzt endlich wurde „die Katze aus dem Sack“ gelassen: Bückeburg wird einmalig. Was es damit auf sich hat?

In einem Gespräch vergangenen Samstag erfuhr die Redaktion von „Scarlett Magazin“ erste Informationen zum neuen Status Quo in der Stadt. Alles darf nur noch einmal vorkommen.

Um einen Wettbewerb zu vermeiden („Wo gibt es was am günstigsten“) und zur Verhinderung von Preisabsprachen oder aggressive Bewerbung im Hinblick auf die Ausschaltung von Mitbewerbern, darf zukünftig nur von jedem Geschäftszweig ein Unternehmen vor Ort tätig sein. Das betrifft natürlich auch die drei Printmedien „Landeszeitung“, „Schaumburger Nachrichten“ und „Wochenblatt“, die sich nun beraten müssen, welche Zeitung zukünftig noch in Ihrem Briefkasten landen darf. „Die Stadt ist einfach zu klein für mehr als ein Angebot“, so ein Sprecher der Gruppe.

Aber sie möchte noch mehr erreichen: „Ziel ist es, keine Konkurrenz im Ort zu haben. Alles, was mehr als einmal vorkommt, wird aufgelöst.“

Nun heißt es in vielen Gesprächen zu entscheiden, welche Bäckerei, Apotheke oder Tankstelle zukünftig ihr Monopol genießen darf. Auch die heimische Gastronomie ist davon betroffen: „Eine Gaststätte muss reichen, auch wenn das Angebot unterschiedlich ist. Alles andere ist Firlefanz“, so Eleonore P. aus dem Umfeld der Gruppe, „früher gab es sowas auch nicht. Außerdem, wenn wir alles, was mehr als einmal vorkommt, schließen, haben wir viel mehr freie Gewerbefläche für ein noch größeres Angebot. Damit gibt es dann alles direkt im Ort zu kaufen und man spart sich Fahrten in umliegende Ortschaften.“

Der Argumentation konnten sich Stadt und Rat nicht verschließen. Um niemanden zu benachteiligen, hat man beschlossen, den Bürger in diese Entscheidungen einzubeziehen. Ihnen gehen also in den nächsten Tagen Wahlzettel zu, auf denen Sie per Kreuz kennzeichnen können, welchen Betrieb Sie zukünftig noch in Bückeburg erleben möchten.

Die neu gegründete Gruppe, die sich im Übrigen „Es darf nur einen geben – EDNEG für Bückeburg“ nennt, ist sich sicher, damit ein Exempel zu statuieren, dem hoffentlich viele weitere Städte folgen werden.

Ob, und in welcher Form, Sie davon erfahren, ist derzeit noch ungewiss, da noch nicht sicher ist, welche Medien zukünftig für die Berichterstattung zuständig sind.

Einen schönen Tag wünscht Ihnen Scarlett-Magazin, die Onlinebroschüre aus Wien.

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