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Die Sonntagskolumne: Was tust Du für das Klima?
Scarlett - Die Kolumne

Die Sonntagskolumne: Was tust Du für das Klima?

Es geht eine Bewegung auch durch unsere Region, die sich mit dem Klimawandel beschäftigt. Sie nennt sich FFF – Fridays for Future. Kurz: Lieber streiken, als freitags zur Schule gehen. Denn wenn das Klima unser Leben zerstört, haben wir eh keine Zukunft mehr, wozu dann lernen? Sie können es schon nicht mehr hören? Schön, ich auch nicht.

Wikipedia sagt zu den Zielen des Friday for Future Streiks:

Ziele

Ziel der Klimastreiks ist es, auf klimapolitische Missstände aufmerksam zu machen und Maßnahmen für den Klimaschutz einzuleiten. Insbesondere soll die Einhaltung des Übereinkommens von Paris sichergestellt werden.

Nach der Eigendarstellung von FFF wenden sich die Schulstreiks gegen das Versagen der politisch Verantwortlichen gegenüber dem menschengemachten Klimawandel, den Treibhausgasemissionen verursachen. Dieser stelle mit seinen Folgen eine „schon lange bestehende reale Bedrohung für die Erde und die Menschheit“ dar und bedrohe die Zukunft der Demonstranten und nachfolgender Generationen. Klimapolitik beziehe sich nicht nur auf Konzerne, die durch Kohleabbau CO2-Emissionen fördern, sondern insbesondere auf die Menschen, die unter den Folgen leiden und keine klare, sichere Zukunft vor sich haben. Klimapolitik wird somit als soziale Politik gesehen. Der Streik ist laut FFF nicht gegen Schulen und Universitäten gerichtet, sondern soll zum Handeln ermahnen. Man brauche nicht für eine Zukunft zu lernen, die nicht lebenswert ist. Der existenziellen Frage wird seitens FFF mehr Wert beigemessen als dem freitäglichen Schulbesuch. Der Klimawandel warte nicht auf Studien- oder Schulabschluss. Die Kernforderung ist: „Handelt endlich – damit wir eine Zukunft haben!“

Zu den wichtigsten Teilzielen der Proteste gehören:

Abbau fossiler Brennstoffe im Rahmen einer Energiewende beenden;

Subventionen für fossile Energieerzeugung abschaffen;

Investitionen in erneuerbare Energien steigern;

Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs im Rahmen einer Verkehrswende.

Des Weiteren soll das aktive Wahlrecht bereits mit 16 Jahren erworben werden, um die Partizipationsmöglichkeiten junger Menschen zu erweitern.

Wikipedia

Und was bedeutet Klimawandel?

Klimawandel, auch Klimaänderung, Klimawechsel oder Klimaschwankung, bezeichnet die Veränderung des Klimas auf der Erde und erdähnlichen Planeten. Die dahinter stehende Abkühlung oder Erwärmung verläuft über unterschiedlich lange Zeiträume. Die gegenwärtige, vor allem durch den Menschen verursachte (anthropogene) globale Erwärmung ist ein Beispiel für einen (noch nicht abgeschlossenen) Klimawandel. Hierfür wird der Begriff umgangssprachlich meist synonym verwendet, gekennzeichnet durch den vorangestellten Artikel als Der Klimawandel. In der öffentlichen Diskussion werden die Bezeichnungen Klimawandel und globale Erwärmung oftmals gleichgesetzt. Dies ist jedoch wissenschaftlich nicht korrekt, da gravierende Klimawandel-Ereignisse während der gesamten Erdgeschichte auftraten, somit nicht auf die Gegenwart beschränkt sind und zudem auch globale Abkühlungsprozesse umfassen.

Neben den natürlichen Faktoren beeinflusst der Mensch das Klima vor allem seit Beginn der Industrialisierung in erheblichem und weiter zunehmendem Umfang: Der „Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen“ (Intergovernmental Panel on Climate Change) (IPCC), der den Stand der Wissenschaft im Auftrag der Vereinten Nationen zusammenfasst, kam 2007 zu dem Schluss, dass die Erwärmung der Atmosphäre und der Ozeane seit Beginn der Industrialisierung hauptsächlich auf der Freisetzung von Treibhausgasen durch den Menschen beruht. In der Forschung herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass die anthropogenen Klimagas-Emissionen im bisherigen 21. Jahrhundert im Jahresdurchschnitt jene des Paläozän/Eozän-Temperaturmaximums um etwa das Zehnfache übertreffen. Der IPCC schreibt in seinem 2013 erschienenen fünften Sachstandsbericht, dass es extrem wahrscheinlich ist, dass die Menschen mehr als 50 Prozent der 1951–2010 beobachteten Erwärmung verursacht haben. Nach der besten Schätzung stimmt der menschliche Einfluss auf die Erwärmung in etwa mit der insgesamt beobachteten Erwärmung während dieses Zeitraums überein. Eine neuere Untersuchung beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass der in den letzten 60 Jahren registrierte Anstieg der Globaltemperatur ohne anthropogene Treibhausgas-Emissionen ähnlich hoch ausgefallen wäre, mit lediglich 0,001 %.

Der sich voraussichtlich in den nächsten Jahrzehnten weiter verstärkende Klimawandel besitzt das Potential, neben gravierenden Umweltveränderungen weltweite und in erheblichem Ausmaß erfolgende Migrationsbewegungen auszulösen („Klima“- bzw. „Umweltflucht“).

Wikipedia

Kurz und knapp zusammengefasst:

Klimaänderungen hat es seit Bestehen der Erde immer wieder gegeben. Dafür gibt es viele verschiedene Ursachen. Tatsache ist aber auch, dass der Mensch mit dem Zeitalter der Industrialisierung, diesen Zustand forciert, sprich stark beschleunigt hat. Machen wir Menschen also weiter wie bisher, wird es Plätze auf der Erde geben, wo aufgrund der Hitze kein Leben mehr möglich ist. Mal abgesehen davon, dass die Ressourcen (Wasser zum Beispiel) irgendwann aufgebraucht sind.

Noch kürzer: Wir haben es verursacht und wenn wir nichts ändern, dann ist es bald ZAPPENDUSTER.

Man müsste dringend etwas tun. Das sagt sich so leicht, wenn man Politiker hat, die sich irgendwie nicht einigen können und so tun, als ob alles harmlos ist. Denn: Es kommt doch Wasser aus der Leitung, das bisschen Rumfliegen kann ja nicht so schlimm sein und „Warm“ ist doch toll! Die sich irgendwo treffen und reden, ohne, dass etwas dabei herumkommt. Und die vielleicht so lange herumeiern, bis es zu spät ist. Warum macht man Pläne für „in einigen Jahren müssten wir aber mal was ändern“. Warum ändern sie nicht JETZT etwas? Ja, weil das geht nicht so einfach. Da müssen alle einer Meinung sein. Und wer unterbelichtet oder gleichgültig oder von Idioten umgeben ist, die aber das Geld haben, der kann nicht so einfach Änderungen herbeiführen. Elegant ausgedrückt: In einem Team müssen sich alle einig sein, und das scheint schwierig.

So ungefähr muss sich wohl Greta Thunberg das gedacht haben. Hat ein Schild gebastelt und ist streiken gegangen. Das hat – mittlerweile weltweit – soviel Aufmerksamkeit hervorgerufen, dass ihr (und das ist schon eine Leistung) bevorzugt junge Menschen gefolgt sind. Und das sollten auch diejenigen neidlos anerkennen, die sich darüber aufregen und immer nach Fehlern suchen. Von Ansatz her, eine großartige Leistung. Ein Thema in den Fokus rücken und Generationen dafür zu sensibilisieren.

Es ist zuerst einmal toll, dass sich ein Mädchen nicht nur Gedanken macht, sondern auch etwas davon umsetzt. Und dabei ist es erstmal völlig egal, ob ihre Eltern das irgendwie vermarkten wollen. Könnten andere Eltern ja auch. So lange Greta da freiwillig mitmacht und nicht gezwungen (also instrumentalisiert) wird, ist das doch okay.

Und es hat die Fridays for Future Sache in Gang gebracht. Es wird gestreikt.

So. Und jetzt wird es mir persönlich zu verlogen.

Freitags schulfrei. Wie cool ist das denn? Ich würde auch streiken, wenn ich dafür freitags keine Schule hätte. Am Sonntag sähe das schon ganz anders aus.

Und dann streiken viele, die gar nicht wissen, wofür oder warum. Ja, herumgrölen und die Politik und die Eltern und Generationen vorher verantwortlich machen, dass ist keine Kunst. Aber – was macht denn jeder einzelne der Streikenden für den Klimaschutz?

Woher kommt die Industrialisierung? Weil die Menschen es gern bequem haben. Weil man Waren industriell herstellen und günstiger verkaufen konnte. Es schafft Arbeitsplätze. Von den Umweltfolgen wusste doch kaum jemand etwas.

Heute weiß man das.

Deshalb gibt es auch keine Autos und Farbriken mehr. Merkste auch, ne?

Es werden Autos produziert. Und Plastikverpackungen. Und das Wasser fließt ungehindert beim stundenlangen Duschen aus der Leitung. Handy mit neuem Akku. Markenklamotten. Fernreisen sind erschwinglich. Erleichterungen und Innovationen, die nicht den Umweltschutz im Blick haben.

Wie sieht denn Ihr eigener persönlicher ökologischer Fußabdruck aus? Das kann man nämlich testen. Dafür muss man verschiedene Fragen beantworten: Wieviel Fleisch man isst und wie oft man Auto fährt oder zu Fuß geht. Wie viele Mobiltelefone in der Familie sind und wie viel Technik im Haushalt. Wie oft verreist man wohin? Wo und was kauft man ein?

Will sagen: Es ist einfach, anderen die Schuld zu geben. Und es ist durchaus an den Vorwürfen einiges dran! Aber wir ändern nichts, wenn wir alle Schuld den Generationen vor uns geben oder wenn wir sagen: So Politiker, macht mal was.

Die Industrie kann man zum Umdenken ZWINGEN! Ja, soviel Macht haben die Verbraucher. Dafür gibt es ein Zauberwort. Es heisst: VERZICHT!

Wahnsinn, oder? Wir müssten verzichten. Auf das Mobiltelefon, den PC, alles, was ein zuviel an Technik ist. Wieder mit der Hand schreiben. Wieder reden, statt whats-appen. Die Apfelsine selbst schälen und nicht in Plastik eingeschweisst geschält kaufen. Fleisch nur frisch vom Fleischer des Vertrauens und nur in geringen Mengen – WENIG, aber GUT.

Glas statt Plastik. Papier statt Plastik. Eigene Schale statt Plastik. Radfahren statt Auto.

Es gibt viele Möglichkeiten. Nur, Klimaschutz ist teuer. Und unbequem. Und langweilig. Und old fashioned.

Meine Großeltern hatten kein Smartphone und kein Auto. Aber einen Sommer mit warmen Temperaturen und Schnee im Winter. Verschwendung von Lebensmitteln, Wasser oder Dingen, die man im Alltag benötigt, kam ihnen gar nicht in den Sinn. Aber meine Großeltern haben auch zwei Weltkriege miterlebt und mussten aushalten, was damals Politiker angerichtet haben. Danach war man dankbar, dass FRIEDEN war. Und man ein Dach über dem Kopf hatte, fließend Wasser und Essen.

Sobald aber diese wichtigsten Dinge im Leben – im Überfluss – vorhanden sind, will man mehr. Ist wie im Märchen vom „Fischer und seiner Frau“. Wenn ich das haben kann, dann kann ich auch das haben. Immer mehr. Höher, schneller, weiter.

Wir sind ja sogar schon an dem Punkt, an dem wir als Mensch gar nicht mehr so wichtig sind. Wir haben uns selbst so schlau überholt, dass wir mittlerweile an vielen Orten überflüssig sind. Maschinen ersetzen uns. Das nenne ich mal eine Glanzleistung. Der Mensch mit dem Riesenhirn ist dumm wie Brot. Er erfindet etwas, was ihn selbst ersetzt. Er erfindet Dinge, die die Umwelt zerstören und jammert dann, wenn die Folgen unerträglich sind.

Aber, ich komme zurück zu den Streikenden:

Toll. Streikt weiter, aber macht auch was! Man kann nicht etwas fordern, was man selbst nicht einhalten kann. Ja, die Politiker können etwas beschließen. Aber sie folgen auch dem, was die Gesellschaft (und die Geldgeber) wollen. Und IHR Streikenden habt die Macht, in dem ihr VERZICHTET. Dann müsste sich die Industrie mal ganz schnell Gedanken machen.

Fangt doch mal an: Führerschein mit 17 und eigenes Auto? Wie wärs mit Fahrrad mit 17 oder zu Fuß gehen?

Smartphone? Wie wärs mit „Sprich doch mal wieder persönlich von Angesicht zu Angesicht“.

Jute statt Plastik. Nichts eingeschweisstes oder in Plastik verpacktes mehr kaufen.

Sich überlegen: WAS KANN ICH als einzelner tun, zum Umweltschutz? Wo kann ICH etwas ändern?

Es auch wollen.

Und dann Greta: Ein bisschen suspekt ist mir das Äußere. Der strenge Blick passend zur strengen Flechtfrisur. Ich weiß auch nicht, warum diese Bootstour in die USA sein musste. Weil Flugzeuge die größeren Umweltverschmutzer sind? Also ist das Boot biologisch abbaubar? Oder aus recycelten Plastikflaschen? Was soll uns das sagen: Wenn Fernreisen, dann mit einem Boot? Ich glaube, was die meisten Gegner stört, ist die schlecht durchdachte Umsetzung einer eigentlich guten Idee.

Reicht es nicht zu sagen: Ihr lieben Zuhörer: Neben dem Streiken und meckern, wie wäre es, selbst aktiv zu werden? Dafür muss man nicht mit einem medienwirksamen Boot über den Atlantic schippern. Und nicht so gruselig in die Kameras gucken. Ein bisschen mehr Authentizität wäre sicherlich hilfreicher. Und daran stoßen sich dann die Gegner: Dass es eine Vermarktung ist. Ein Teenie bewusst kindlich gehalten wird, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.

Was mich mehr stört ist, wie viele auf den Greta-Zug aufspringen. Es hagelt Auszeichnungen. Greta hat das Rad nicht neu erfunden, sie versucht auf Misstände aufmerksam zu machen. Wie viele erhalten einen Preis, weil es sich gut in den Medien macht, Aufmerksamkeit bringt, aber – so ein Preis sollte auch eine Bedeutung haben und nicht inflationär sein. Und sollte nicht die Leistung derjenigen schmälern, die weitaus mehr bewegt und erreicht haben.

Klimaschutz – ja, bitte. Auch, wenn es unbequem ist. Ob wir dazu Menschen wie Greta brauchen? Scheinbar ja, wenn es dann zu einem Umdenken des eigenen Verhaltens kommt.

Sie können es natürlich auch allein machen. Achten Sie, auf ihren ökologischen Fußabdruck und schauen, was Sie verändern können. In diesem Sinne – einen schönen Sonntag!

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