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Die Sonntagskolumne – Trinkwasser: Unser kostbarstes Gut
Scarlett - Die Kolumne

Die Sonntagskolumne – Trinkwasser: Unser kostbarstes Gut

Trinkwasser unser kostbarstes Gut – elementarer und wichtigster Rohstoff!

Die gute Nachricht vorweg, Deutschland gehört zu den trinkwasserreichen Ländern. Sogar im Trinkwassersparen liegt Deutschland vorne. 130 Liter verbraucht ein Deutscher am Tag im Haushalt.

Doch die Wahrheit ist,…

…dass der eigentliche Wasserverbrauch deutlich höher ist. Bei jedem Kauf von Produkten wird, indirekt nämlich im Herstellungsprozess dieser Güter, Wasser verbraucht. Dieser Verbrauch liegt bei den großen Industrieländern umgerechnet bei 700 Liter pro Tag pro Person. Das Wasser, was verwendet wird, kommt aus dem Oberflächenwasser (z.B. von Bächen, Flüssen, Seen). Im Bereich der Lebensmittelherstellung muss das Wasser allerdings Trinkwasserqualität haben.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, welchen Wasserbrauch tatsächlich jedermann verursacht, sind in der folgenden Übersicht einige Produkte und der benötigte Wasseranteil zur Herstellung aufgelistet.

Produkt Wasserverbrauch in Liter

  • 1 Kg Plastik (ca. 1 gefüllter Gelber Müllbeutel) 500
  • 1 Tonne Stahl 200.000
  • 1 Blatt Papier 10
  • 1 Auto 300.000
  • 1 Computer 20.000
  • 1 Coladose 40
  • 1 Mikrochip 50
  • 1 Kg Baumwolle 13.160 (Usbekistan), 22.583 (Afrika)
  • 1 Kg Kunstseide 40 bis 100
  • 1 Jeans 11.000
  • 1 Kg Rindfleisch 20.000
  • 1 Kg Butter 5 bis 10
  • 1 Liter Milch 800
  • 1 Kg Käse 5.000
  • 1 Kg Mandeln 12.984
  • 1 Kg Kartoffeln 119 (Deutschland), 203 (Israel), 418 Ägypten
  • 1 Kg Tomaten 35 (Deutschland), 9 Wasser (Niederlande), 83 (Spanien)
  • 1 Kg Kaffee 47.817 (Venezuela), 14.566 (Kolumbien), 9669 (Vietnam) (Pro Tasse 140!)
  • 1 Kg Zucker 120
  • 1 Kg Erdbeeren 200

Pro Tag und pro Person konsumieren die Deutschen über 4.000 Liter Wasser!

Leider geben die o.g. Werte nur den geschätzten Wert wieder. Es ist fraglich, ob neben dem Herstellungsprozess, der Vermarktungsprozess berücksichtigt wurde. Viele Produkte werden verpackt, etikettiert und auf den Transportweg gebracht.

Der Wasserfußabdruck für Deutschland setzt sich laut VDG (Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V.) wie folgt zusammen: 60 Mrd. m3 pro Jahr werden durch eigenen Konsum und im Haushalt verbraucht. Der importierte, virtuelle Wasserfußabdruck liegt bei 67 Mrd. m3. Das ist der Wert, den wir von anderen Ländern in unser Land importieren!

Von den verfügbaren Trinkwasserreserven weltweit werden 86 Prozent (!) durch die Landwirtschaft verbraucht.

Welche Folgen und Auswirkungen hat der virtuelle Wasser-Fußabdruck?

Das virtuelle Wasser wird noch weiter unterschieden in „grünem virtuellen Wasser“ (Niederschlag, Bodenfeuchte), „blauem virtuellen“ Wasser (künstliche Bewässerung) und „graues virtuelles Wasser“ (verschmutztes Wasser durch Ackerbau, unbrauchbar zur Weiterverwendung). Den Begriff des virtuellen Wasser und dessen Definition wurde 1995 vom englischen Geografen John Anthony Allan geprägt.

Beim blauen virtuellen Wasser-Fußabdruck geschieht ein direkter Eingriff in die Wasservorräte eines Landes und in deren Ökosystem. Wenn die natürlichen Wasserressourcen in ärmeren Trinkwasserländern erschöpft sind, führt dies zu sozialen und politischen Problemen.

Deutschland hinterlässt in Ländern wie Brasilien, Afrika, Indonesien, Indien, Frankreich, USA, Niederlande und Dänemark einen großen Wasser-Fußabdruck. Den größten in Brasilien, gefolgt von der Elfenbeinküste.

Die Folgen sind ausgetrocknete Seen, wie der Aralsee zwischen Kasachstan und Usbekistan. Der Baumwollanbau hatte zu dieser unfassbaren Umweltkatastrophe geführt. Zurück blieben eine Salzwüste, Pestizide und Entlaubungsmittel, die mit dem Staub, die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort stark beeinträchtigt haben. Die Zahl der Sterbefälle von Kindern ist in dieser Region enorm hoch.

Der Wasserpegel des Toten Meeres sinkt jedes Jahr um einen Meter und ist vom Austrocknen bedroht. Die Hauptgründe hierfür liegen in der intensiven Landwirtschaft und eben aber auch in der Trinkwasserversorgung.

Diese zwei Beispiele stehen für unzählige Beispiele rund um den Globus.

Welche Möglichkeiten hat jeder einzelne von uns, diesen Verbrauch zu reduzieren?

  1. Die wichtigste Veränderung und Empfehlung ist, die Ernährungsweise zu verändern. Der Fleischverzicht bzw. die Reduzierung dessen hat ein enormes Einsparungspotential.
  2. Die zweitwichtigste Empfehlung ist, Lebensmittel ausschließlich aus der Region und auch nur mit dem Biosiegel zu kaufen (am besten nur nach Demeter-Richtlinien).
  3. Das drittgrößte Einsparungspotential liegt beim Verzicht auf Kaffee (siehe Übersicht).
  4. Auf Reis verzichten und stattdessen auf Urgetreide umzusteigen, ist ebenfalls empfehlenswert.
  5. Wenn Zitrusfrüchte zum Speiseplan gehören, dann diese bitte nur im Zeitraum von Dezember bis April kaufen.
  6. Statt Baumwoll T-Shirts, T-Shirts aus Hanf oder Leinen anschaffen. Die Kleidung solange wie möglich tragen oder aus Second-Hand erwerben.
  7. Nachfrage regelt das Angebot. Erfragen Sie bei Unternehmen, ob diese den Wasser-Fußabdruck analysiert haben und diesem Wert durch Maßnahmen entgegenwirken.
  8. „Statt auf die Dunkelheit zu schimpfen, ist es besser ein Licht anzuzünden“ –Zitat Konfuzius. Gehen Sie demonstrieren!

Fordern Sie die Politik! Bitten Sie Ihren Bundestagsabgeordneten auf eine nachhaltige Wasserwirtschaft zu setzen. Unterschreiben Sie Petitionen von Greenpeace, Campact und anderen Organisationen.

  1. Seien Sie sich bewusst, dass es zurzeit keine festgelegten Standards bezüglich des Wasser-Fußabdrucks gibt. Es ist die Aufgabe des Verbrauchers diesen einzufordern. Ja, auch der Verbraucher kann die Politik zum Handeln drängen. Wieso sollte es auch mal nicht umgekehrt gehen?! Raus aus der Opfer-Haltung, rein ins aktive handeln.
  2. Sie möchten Ihren Wasser-Fußabdruck berechnen? Hier die Linkempfehlung
  3. Und last but least, so wenig wie möglich konsumieren! Wir haben nur eine Welt!

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