Die Sonntagskolumne – Eine Tannenbaumalternative
Scarlett - Die Kolumne

Die Sonntagskolumne – Eine Tannenbaumalternative

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Sicherlich fragen Sie sich, warum denn jetzt unbedingt nun noch auf einen Tannenbaum verzichtet werden muss? Vielleicht gehören Sie auch zu denjenigen, die eben keinen Tannenbaum zu Weihnachten im Wohnzimmer aufstellen. Wir, ich und meine Familie, haben es sehr gemocht, einen Tannenbaum im Wohnzimmer zur Weihnachtszeit stehen zu haben. Allein der Duft solch einer Tanne, einfach nur herrlich!

Weihnachtsbaum – Foto: Sabine Christel

Natürlich haben wir den Tannenbaum einige Tage zuvor gemeinsam geschmückt. Ja, auch den Schmuck haben wir gemeinsam gebastelt. Wie zum Beispiel, die Anhänger aus Salzteig. Doch, die Zeiten ändern sich. Plantagen, bestehend aus Tannenbäumen, die irgendwo gepflanzt werden; die Bäumchen die jahrelang in den Himmel wachsen, geschnitten werden, gedüngt und gespritzt werden; und irgendwann ist es soweit, die Motorsäge tönt den ganzen Tag, damit die Bäume auf den LKW landen und quer durchs Land zu den Supermärkten gebracht werden. Vielleicht landen auch die Bäume auf irgendwelchen kleinen Höfen zum Verkauf. Aber was, um Himmels Willen, ist daran so verwerflich, fragen Sie sich? Naja, zu einem werden die Bäume gespritzt, gegen Läuse zum Beispiel. Laut den letzten Nachrichten, die sich in den Medien verbreiteten, dünsten diese Gifte im Wohnzimmer besonders gut aus und sind alles andere wie gesund. Auf den Plantagen, haben eben nur die Tannenbäume Platz.

Monokultur.

Monokultur ist für die Natur auch nicht so der Hit. Tja, die Bäume müssen transportiert werden und landen im Nylonnetz für den sicheren Transport. Vor Ort, werden die Bäume ausgepackt, denn der Käufer soll schließlich nicht die „Katze im Sack“ kaufen. Damit der Baum, nach dem Kauf, nun ins heimische Wohnzimmer transportiert werden kann, wird dieser wieder eingepackt. Nein ehrlich, muss das sein? Überlegen Sie sich mal, was für ein Berg an Müll entsteht. Unfassbar!

So ein liebgewordene Tradition abzuschaffen oder bestenfalls zu ändern, bedarf viel Mut. Mir ist das alles andere wie einfach gefallen. Als ich das erste Mal davon hörte, das Jemand auf den Tannenbaum verzichtet, war ich beeindruckt und ehrlich gesagt dachte ich: „Naja, wenn man sonst keine Sorgen hat.“ Dieses Jahr kam aber alles anders. Zunächst bereitete ich meine Kinder seelisch auf die bevorstehende Veränderung vor. Wie erwartet gab es Tränen und Proteste. Davon ließ ich mich nicht abhalten, trotz erheblicher Zweifel. Gemeinsam schaute ich mit den Kindern auf Pinterest nach Alternativen. Meine Güte, was es nicht alles gibt! Unfassbare 60 Alternativen fand ich, die ich dann auch auf meinem Profil speicherte. Nach gut zwei Stunden Recherche, fingen die Kinder an, aus Kartons ihren Tannenbaum zu stapeln. Ich dachte mir nur, „Warum habe ich je so ein lächerliches Grün, namens Tannenbaum toll gefunden?“ Ok, ganz überzeugt war ich dennoch nicht, bzw. ich klammerte mich an den Gedanken, „Aber es ist doch immer so schön und der Tannenbaumduft, den werde ich vermissen auf jeden Fall vermissen.“

Foto: Monika Wenn

Ein Projekt, was ich noch nebenbei am Laufen habe, führte mich direkt zum Tannenbaumverkauf. Eine Tanne schöner, wie die andere! Fast fing ich an, doch noch mal mich in meiner Entscheidung zu überprüfen, ob ich wirklich auf einen Tannenbaum verzichten möchte, als ich den Kunden beim Einkauf des Tannenbaums zuhörte. Ob nun Kinder, Eltern oder Großeltern, alle kommentierten ihren Einkauf des Tannenbaums mit Sätzen wie, „Der ist zu groß.“, „Der ist zu klein.“ „Der ist nicht buschig genug.“ „Der ist zu buschig.“ „An der einen Stelle ist der Baum zu kahl.“ „Der Baum ist nicht gleichmäßig rund.“ „Die Spitze ist nicht schön.“ „Die Äste in der Spitze zu dünn.‘“ Und so weiter und so weiter. Ich will das gar nicht verurteilen. Hey, ich habe und hätte genauso diese Sätze gesprochen. Nur, wenn Sie 10 Stunden lang, solche Sätze hören, sind Sie satt, versprochen. „Mensch, das ist doch ein Tannenbaum! Ein Naturprodukt. Da haben sich viele Menschen mit Mühe gegeben, damit dieser Baum verkauft werden kann.“ So dachte ich mir. Irgendwann sprach ich meine Gedanken, den Kunden gegenüber aus. „Jeder Baum ist doch schön.“ Sagte ich. Zu meiner Verwunderung antworteten die Käufer. „Ja, das stimmt.“ Ich begriff, die Kunden hatten eben ihre Standards und so kauften sie mit Bedacht und Stolz ihren Tannenbaum ein. Die Augen der Käufer strahlten und ich verstand, ja, das ist auch Liebe.

Foto: Monika Wenn

Dennoch, ich Sensibelchen, lauschte in mein Empfinden und meine Gefühle hinein. Ich entschied, dass ich keinen Tannenbaum mehr benötigte. Für mich gehören die Tannenbäume in den Wald. Wildwachsend, den Insekten ein Zuhause gebend und Produzent für die saubere Luft, die ich atmen darf. Es dauerte gar nicht lange, da hatte ich schnell eine Leiter und paar Bretter organisiert. Auch Wandfarbe fand sich noch zuhause. Und so erschuf ich eine Winter Wunder Landschaft, in der unser Tannenbaumersatz sein Zuhause gefunden hat. Der Tannenbaumschmuck, aus den vergangenen Jahren, hängt jetzt an dem Leiter-Tannenbaum.

Foto: Monika Wenn
Foto: Monika Wenn

Ob für Sie eine Tannenbaum-Alternative etwas ist? Lassen Sie sich drauf ein. Wunderschöne Beispiele und mein Pinterest-Archiv dazu, finden Sie hier unter dem Artikel und unter https://www.pinterest.de/monikawenn/ .

Foto: Monika Wenn

Ich hoffe, Sie hatten und haben Gefallen an dieser Geschichte. Wie auch immer Sie sich entscheiden werden, ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachten mit und ohne Tannenbaum! Sie, Ihre Familie und Ihre Freunde machen das Fest zu dem was es ist und sein soll! Fröhliche Weihnachten! Ihre Monika Wenn.

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