Die Sonntagskolumne – Das Duschvergnügen und die Gesundheit
Scarlett - Die Kolumne

Die Sonntagskolumne – Das Duschvergnügen und die Gesundheit

Duscherlebnis….

…so eine wärmende oder kühlende Dusche, je nach Jahreszeit, ist schon was Herrliches! Es macht einfach gute Laune, mit duftenden Shampoos und Gels sich zu verwöhnen…

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…mit Einschränkungen.

Auch ich mache mir viel zu wenig Gedanken, was da alles in einem Shampoo drinnen steckt. Seit dem ich mich erinnern kann, hatte ich aber schon sehr trockene Haut. Hinzu kamen sogenannte Kontaktallergien und eine Allergie gegen Duftstoffe. Noch immer bekomme ich Atemnot, wenn ich Parfüm rieche. Sogar in Cremes für Allergiker rieche ich heraus, ob ich gegen diese allergisch bin. Doch welche Inhaltsstoffe befinden sich nun so in einem Shampoo und Duschgel?

Die Inhaltsstoffe im Shampoo.

Wie in so vielen Produkten wird Aqua, also Wasser, als erstes aufgelistet. Im Übrigen, der Inhaltsstoff, der den meisten Anteil im Produkt aus macht, steht immer an erster Stelle. Danach folgen Tenside, Glycerin und diverse Duft- und Farbstoffe (Parfum). Die Inhaltsstoffe müssen nach dem INCI-System (Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe) deklariert werden. Wer sich für die Vorgaben der INCI interessiert, kann dies im Internet nachlesen.

Die Tenside, kurz PEG und PEG Derivate.

Sodium Laureth Sulfate (Natriumdodecylpoly(oxyethylen)sulfat) kurz SLES, gehört zu den anionischen Tensiden. Dieses Tensid ist stark öl-, fettlösend und schäumt gut. Ansonsten wird es als hautreizend eingestuft und fördert die Austrocknung der Haut. Die Barriere der Haut wird dadurch geschädigt so das Keime eindringen können und Allergien hervorrufen. Kurz um, nur wegen der schäumenden und reinigenden Eigenschaft befindet sich Tensid im Shampoo.

Während des Herstellungsprozesses von Sodium Laureth Sulfate entsteht Dioxan, ein Lösungsmittel das als krebserregend eingestuft wird. Wie für viele Stoffe gibt es Grenzwerte und solange der Inhaltsstoff unter diesem Wert ist, gilt das als unbedenklich. Bleibt noch zu erwähnen, dass so manche Stoffe unter Grenzwerten liegen und deshalb nicht unbedingt ausgewiesen müssen.

„Die Dosis macht das Gift.“ Denn auch wenn bei jedem Produkt alles unter den Grenzwerten bleibt, so umhüllt doch uns eine Menge an Produkten, die ihre Chemikalien ausdünsten. In der Masse lässt uns das eben erkranken – an Krebs.

Stimmt nicht? Unsinn? Lesen Sie hierzu diesen Artikel, um einzuschätzen, in welchen Produkten Erdöl steckt https://www.deutschlandfunkkultur.de/mineraloele-wie-viel-erdoel-steckt-in-unseren-lebensmitteln.993.de.html?dram:article_id=399946.

Leider bleibt das auch nicht für die Umwelt und deren Kreislauf ohne Folgen. Tenside werden aus Erdöl gewonnen. Die Kläranlagen können diese Stoffe nicht hinausfiltern, biologisch abbaubar sind diese auch nicht und schon gelangt so was auch noch ins Trinkwasser.

Glycerin und seine Eigenschaften.

Glycerin wird aus Tierischen- oder Pflanzenprodukten hergestellt. Bei der Herstellung von Biodiesel oder bei der Weiterverwendung von Erdöl entsteht als Nebenprodukt Glycerin. Bio-Glycerin basiert häufig auf Palmöl. Glycerin trocknet ebenfalls die Haut aus. Dem Bindegewebe wird die Feuchtigkeit entzogen. Denn Glycerin hat die Eigenschaft Feuchtigkeit zu binden. Genau deshalb wird es auch in Kosmetikprodukten verwendet, damit diese nicht austrocknen.

Die Hauptbestandteile von Shampoo sind…

…kurz zusammengefasst, u.a. Tenside und Glycerin, die auf Basis von Erdöl oder Palmöl hergestellt werden. Diese Öle werden unter folgender Kennzeichnung aufgeführt:

  • Paraffinum Liquidum
  • Isoparaffin
  • (Microcrystalline) Wax
  • Vaseline
  • Mineral Oil
  • Petrolatum
  • Cera Microcristallina
  • Ceresin
  • Ozokerite

Die Eigenschaften von Erdöl und die daraus gewonnenen Stoffe für Kosmetika sind, dass die Haut nicht mehr atmen kann, da die Poren verklebt werden.

Panthenol, das Provitamin für das gesunde Gewissen.

Panthenol wird in Verbindung mit Wasser und Öl besonders gut von der Haut aufgenommen. Die Elastizität, die Zellneubildung, die Wundheilung und noch einiges mehr kann dieses Chemieprodukt, das eine Verbindung von Polyolen und Amiden ist. Dieser Stoff wird gekennzeichnet als Dexpanthenol , D-Panthenol oder  Provitamin B5, gilt als entzündungshemmend und juckreizlindernd. Allerdings kann auch hier sich eine Allergie entwickeln und trotzdem zu Hautrötungen führen.

Sodium Benzoate…jetzt wird es so richtig (un-)angenehm.

Sodium Benzoate sind natürliche Salze der Benzoesäure und Benzoeharz die beispielsweise in Honig oder in der Milch vorkommen. Sodium Benzoate hat die konservierende, die maskierende sowie die korrisionshemmende Eigenschaft. Daher ist es sehr beliebt in Kosmetika und Lebensmittel einzusetzen. Die Produkte werden durch Sodium Benzoate haltbar gemacht, unangenehme Gerüche werden neutralisiert und Konserven fangen nicht an zu rosten.

Die tägliche Dosis von fünf Milligramm pro Kilo sollte nicht überschritten werden. Wer also viel Fleisch, Ketchup oder ähnliches isst, vielleicht noch gerne aus Konserven Lebensmittel zu sich nimmt, hat diese Menge bestimmt schnell überschritten.

Folgende schädliche Auswirkungen kann dieses Salz im Körper hervorrufen: allergische Reaktionen, Asthma-Anfälle, Krämpfe, ADHS-Symptome, Verdauungsprobleme, erbgutschädigende Wirkung. In Verbindung mit Vitamin C wird aus diesem Salz der Benzolsäure, Benzol und das wird als krebserregend eingestuft.

Der Krebs kommt auf leisen Sohlen im Shampoo verkleidet.

MOAH“ (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) oder auch MOSH (mineral oil saturated hydrocarbons) sind Mineralölkohlenwasserstoffe. Diese Stoffe sind Grundstoffe, die durch den Verarbeitungsprozess vom schwarzen Erdöl, ins reine weiße Öl herausgefiltert werden sollten – eigentlich. Zufällig wurde dieser Stoff in Kosmetika gefunden. MOAH steht in Verdacht krebserregend zu wirken. Bis jetzt ist noch nicht nachgewiesen, dass dieser Stoff durch die Hautbarriere gelangt, so viel sei aber sicher, in Lebensmittel ist MOAH verboten. Dennoch kommt es zu Verunreinigungen der Lebensmittel über Verpackungsmaterialien, Schmieröle aus Ernte- und Verarbeitungsmaschinen, Abgase aus der Umwelt und Dressings aus mineralölhaltiger Wellpappe Lebensmittelzusatzstoffe (Trenn-, Überzugs-, Glanz-, Antistaubmittel).

Formaldehyd

Die Chemikalien-Verbotsverordnung sieht vor, dass u.a. bei Pflegemittel der Wert des Formaldehyds nicht über 0,2% liegen darf. Formaldehyd ist ein natürlicher Stoff, der bei Lebewesen durch den Stoffwechsel und die Zellerneuerung entsteht. Wir atmen und scheiden diesen Stoff also selber aus. Auch bei Pflanzen konnte dieser Stoff, der dort auf natürlicherweise entstand, nachgewiesen werden.

Es handelt sich um ein Gas was sich gut in Wasser auflöst und im Bereich der Kosmetik wegen der konservierenden Eigenschaft eingesetzt wird. Aber auch sonst dient Formaldehyd zur Herstellung von Kunststoffen und vielem mehr. Das wiederum hat den Nachteil, dass dieser Ausgangsstoff überall eingesetzt wird und in der Menge für den menschlichen Organismus gefährlich wird. Formaldehyd wirkt in großen Mengen krebserregend. Formaldehyd wird weiterhin im Bereich der Textilien, Möbeln, Bodenbeläge u.v.m. verarbeitet. Daraus ist zu schlussfolgern, dass auch hier der menschliche Organismus täglich übermäßig damit belastet wird, denn all diese Produkte umgeben uns.

Unter folgenden Begrifflichkeiten wird Formaldehyd, bzw. synthetische Stoffe die Formaldehyd ausdünsten, ausgewiesen: DMDM Hydantoin 2-Bromo-2-nitropropane-1,3-diol; 5-Bromo-5-nitro-1,3-dioxane; Diazolidinyl Urea; Imidazolidinyl Urea; Quaternium-15; DMDM-Hydantoin und Formaldehyde.

Duften wie ein MOSCHUS

Im Ernst, bei den im Shampoo gekennzeichnet Duftstoffen, handelt es sich mitunter auch um tierische Sekrete. Diese Sekrete werden aus den Duftdrüsen von männlichen rehartigen Tieren, die nun auch vom Aussterben bedroht sind, gewonnen. Der animalisch, süß riechende Stoff, ist mittlerweile zumindest in Europa verboten. Dieser Stoff konnte zwischenzeitlich synthetisch hergestellt werden. Das Umweltbundesamt warnt jedoch, denn die synthetischen Stoffe wirken auf unseren Hormonhaushalt, verstärken die Schadwirkung anderer Giftstoffe, schädigen Nerven und das Erbgut und stehen im Verdacht krebserregend zu wirken. Es ist auch nachgewiesen, dass die Stoffe in die Muttermilch übergehen. Synthetische MOSCHUS müssen nicht deklariert werden und die Allgemeinbezeichnung/Kennzeichnung auf den Shampoos lautet Parfum oder Aromastoffe. Der ausführliche und empfehlenswerte Bericht dazu, ist auf den Seiten von Greenpeace nachzulesen.

Mikroplastik

Das Thema wurde in der letzten Zeit ausführlich durch die Medien behandelt. Dennoch findet sich auch in den kinderfreundlichsten Shampoos EDTA oder nachfolgende Stoffe:

Acrylate Copolymer (AC)

Acrylate Crosspolymer (ACS)

Polyamide (PA, Nylon-6, Nylon-12)

Polyacrylate (PA)

Polymethylmethacrylate (PMMA)

Polyethylene (PE)

Polyethylenterephthalate (PET)

Polypropylene (PP)

Polystyrene (PS)

Polyurethane (PUR)

Acrylates Copolymer (AC)

Acrylates Crosspolymer (ACS)

Polyquaternium (PQ)

Polyacrylate (PA)

All diese zauberhaften Stoffe stehen im Grund für nichts anderes wie Mikroplastik. Mikroplastik gelangt über die Luft und Wasser in unseren Körper. Die schädliche Wirkung auf unsere Gene und Hormone ist bewiesen.

Die Alternativen zu Körper- und Haarshampoos.

Dies Auswahl hierzu ist gering, dafür einfach: Seifen. Am besten die Seife von Aleppo. Sollten sich die Haare nach dem Einseifen und Ausspülen mit der Seife stumpf anfühlen, kann hier die Anwendung von Apfelessig Wunder bewirken. An dieser Stelle darf ich erwähnen, dass das tägliche säubern von Haut und Haar übertrieben und gar nicht hautfreundlich ist. Denn der Teufelskreis von Waschen und Cremen ist hinlänglich bekannt. Die Cremes sind nichts anderes, wie die nächste Chemiekeule, die auf den Körper einwirkt. Die Haarpflege kann auch durchs tägliche Kämmen ausreichend sein. Auch hier gibt es im World Wide Web viele alternative Tipps. Das Haare waschen mit Mehl ist auch keine Seltenheit mehr. Das Internet hält viele Überraschungen zu diesen Themen parat.

Fazit

Sparen Sie an unnütze und giftige Körperhygienemittel! Das hilft Ihrer Gesundheit und der Umwelt. Einfach ist eben mehr.

Dieser Artikel basiert auf Quellen, Artikel aus dem World Wide Web. Dieser Artikel spiegelt meine persönliche Meinung wieder.

Quellenangaben:

  • Wikipedia (zu allen Inhaltsstoffen)
  • Utopia
  • Die Zeit
  • Focus

Links:

  1. https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/chemische-stoffe/duftstoffe
  2. https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/chemische-stoffe/formaldehyd#textpart-4
  3. https://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/dermatologie/paraffine-16315
  4. https://www.akademie-zwm.ch/uploads/tx_scpublications/Vaseline-Paraffin-in-der-mediz.-Anwendung_CLINICUM_2014.pdf
  5. https://www.daab.de/haut/kontaktallergie/hauptausloeser/duftstoffe/
  6. https://www.produktqualitaet.com/de/lebensmittel/kontaminanten/mineraloelkohlenwasserstoffe-mosh-moah.html
  7. https://www.codecheck.info/news/Moschus-So-gefaehrlich-sind-synthetische-Ersatzstoffe-179251
  8. https://www.greenpeace.org/austria/Global/austria/marktcheck/uploads/media/Kuenstliche_Moschus_Duftstoffe_06.pdf
  9. https://www.bvl.bund.de/DE/03_Verbraucherprodukte/03_AntragstellerUnternehmen/02_Kosmetik/05_Kennzeichnung/02_Duftstoffe/bgs_fuerAntragsteller_Duftstoffe_node.html
  10. https://www.elisabethgreen.com/sodium-laureth-sulfate/
  11. https://youneeq.de/aktuelles/wissen/paraffin-in-kosmetika/
  12. https://www.verbraucherzentrale-bremen.de/en/node/26338
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