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Die Kolumne – Plastikarm leben
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Die Kolumne – Plastikarm leben

Wie viele Diskussionen hatte ich schon zum dem Thema Plastikarm leben. Und oft musste ich meinem Gegenüber eingestehen, dass es fast unmöglich ist ohne Plastik auszukommen. Doch wie lebt es sich plastikarm und wie kann es für eine Familie machbar gemacht werden?
 
 

 

Ein leichter Einstieg

 
Um einen leichten Einstieg ins Plastikarm leben zu bekommen, befolgen Sie bitte diesen Rat:
langsam, aber dafür kontinuierlich. Konkret heißt das, nehmen Sie sich den Druck aus Ihrem Vorhaben. Gerade als Familie ist es wichtig, dass alle Familienmitglieder ein Gefühl und ein Verständnis für Ihre Idee, Ihr Ziel bekommen. Geben Sie sich Zeit dafür zu experimentieren und zu prüfen, was zu Ihnen am besten passt.
Sehen Sie sich am besten einige Reportagen vorweg dazu an. Eine kleine Auswahl zu den mittlerweile unzähligen Reportagen, ist zum Beispiel der Film „Plastic Planet“ von Werner Boote. Werner Boote ist der Enkel des damaligen Geschäftsführers von Internetplastik-Werke. Dieser galt in den 60er-Jahre als Wegbereiter des globalen Kunststoff-Siegeszugs. Eine Familie die beim Film „Plastic Planet“ mitwirkte, berichtet auch heute noch von ihrem Experiment, das schon seit neun Jahren andauert.
Die Homepage hierzu lautet: www.keinheimfuerplastik.at.
 
Dann gibt es noch eine empfehlenswerte Reportage „Das Experiment-Leben ohne Plastik“ vom NDR. Auch hier verzichtet eine Familie vier Wochen lang auf Plastik.
Bevor Sie anfangen auf Plastik zu verzichten, fragen Sie sich nach Ihrem „Warum?“. 
Informieren Sie sich darüber, wie Plastik auf die Gesundheit wirkt und ganz wichtig, wie kann  Plastik wertvoll und sinnstiftend zukünftig eingesetzt werden. 
 
Sie möchten den Anfang machen? Dann empfehle ich Ihnen, „Das Experiment der gelbe Sack“ von Evelyn Spillmann. Sie startete 2013 mit diesem Experiment und gewann hierzu die Auszeichnung den EU-Award „Europäische Woche der Abfallvermeidung“ . Hierbei geht es um die kleinliche Dokumentation des eigenen Plastikmülls. Das Ganze über vier Wochen. So gewinnen Sie einen Eindruck und ein Bewusstsein von dem, was Sie im Kleinen mit Plastikreduzierung zum Umweltschutz beitragen können. Ich habe bereits dreimal an diesem Experiment teilgenommen. Fazit: es gibt noch eine Menge Optimierungsbedarf.
 
 

Der Anfang ist gemacht

Wie geht es weiter?
Am einfachsten fängt man mit einem Raum an. Am besten beginnen Sie im Badezimmer oder in der Küche. Die Plastikzahnbürste ist schnell gegen eine Bambus Zahnbürste ausgetauscht. Ebenso schnell kann die Zahnpasta gegen Tabletten oder feines Natronpulver (nicht grobkörnig, das greift den Zahnschmelz an) ausgetauscht werden. Für das Duschgel kann eine Seife als Ersatz genommen werden, für den Rasierer aus Plastik ein Rasierhobel, sogar der Rasierschaum lässt sich selber herstellen. Auch ein Deodorant und Schminke kann man selber herstellen.
 
 
Hierzu empfehle ich Ihnen die Internetseite www.smarticular.net.
Die Damen können als Alternative zu Binden und Tampons Stoffbinden und eine Menstruationstasse nehmen. Statt dem Toilettenpapier, dass wiederum in Plastik verpackt ist, kann eine „Popo-Dusche“ genommen werden oder idealerweise haben Sie schon ein Bidet im Bad da. Seien Sie sicher, dass im Bereich Hygiene die meisten Überwindungen stattfinden. Alles eine Sache der Gewohnheit. Reinigungsmittel können Sie im Übrigen auch selber herstellen. Meist reichen diese fünf Zutaten: Waschsoda, Zitronensäure, Natronpulver, Essig und Kernseife. 
 
In der Küche können zunächst alle Gegenstände aus Plastik aussortiert werden. Vieles lässt sich problemlos in Holz oder gegen Edelmetall austauschen. Dass was Sie aussortiert haben verschenken Sie bitte weiter, wenn es noch nicht kaputt ist. Bitte brauchen Sie auch alle Mittel und sonstiges auf, sonst wäre es schade um die Ressourcenverschwendung.
 
 
Plastikarm leben wird bei den Lebensmitteln zu einer echten Herausforderung. Ob vegane- oder Mischkost-Ernährungsweise spielt keine Rolle. Wer auf dem Dorf wohnt und nicht in der Stadt, hat das Pech keinen Unverpackt Laden in der Nähe zu haben. Dafür können Sie sich auf dem Land als Selbstversorger versuchen. Im Grunde genommen können aber auch viele Lebensmittel im Glas im Supermarkt gekauft werden oder Sie schauen ob irgendein Einzelhandel ihre Lebensmittel lose abgibt.
 
Beim Naturwaren-Laden in Mittelbrink, Inhaber Rudolf Wiegert Würffel, bekommen Sie teilweise lose Lebensmittel (Getreide, Mehl, Obst und Gemüse), Hygieneartikel, Gegenstände aus Holz für Badezimmer und Küche. Bei Nudeln, Getreide, Mehl und Kräutern können diese gut in Papier verpackt über den Onlinehandel bestellt werden. Eine weitere Alternative zum Gekauften ist natürlich das selber herstellen von Produkten. Vegane Aufstriche, Butter, Pflanzenmilch, gehen ziemlich schnell gut selber zu machen. Das Einkochen von Gemüse und Früchten in diversen Varianten wie Kompott oder Marmeladen ist ebenfalls kein Hexenwerk. Auch hier empfehle ich Ihnen die Seiten von www.smarticular.net oder Sie schauen bei Facebook nach entsprechenden Gruppen mit diesen Themen. Hierzu kann ich auch die Seiten www.experimentselbstversorgung.net empfehlen.
 
Wirklich verzweifelt bin ich aber bei dem Thema Süßigkeiten und Knabberzeug. Auch hier könnte wiederum selber Süßes hergestellt werden, wie z.B. Fruchtleder – ist eine gern gegessene Alternative zu Gummibären. Auch selbstgemachte Schokolade findet guten Anklang, noch besser sind selbstgemachte Kekse und Kuchen. Salzteig eignet sich gut für herzhaftes Gebäck.
Bei Chips allerdings, habe ich es noch nicht geschafft einen Ersatz zu finden oder eben selber herzustellen. Das Verfahren ist eben sehr aufwendig, trotz eines Dörrautomaten.  Wenn Sie aber gerne Gemüsesticks wie Karotten Paprika Gurken mit einem (veganen) Quark zu sich nehmen möchte, ist dies sicherlich eine Alternative. Getränke können gut in Flaschen kaufen oder wiederum selber Limonaden herstellen. Ein beliebtes Getränk ist hier z.B. Kombucha oder Wasserkefir, die den Vorteil haben die vegane Ernährung in Bezug auf B12 zu ergänzen.
 
Wie schaut es beim Thema Kleidung und Plastik aus?
 
Hier wird es schon wieder etwas schwieriger. Kinderklamotten werden oft mit Plastikaufdruck in den Billig-Discountern angeboten. Auch hier konnte ich nur übers Internet entsprechende Alternativen finden. Natürlich sind auch Kinderbasare, Flohmärkte oder Second-Hand-Läden zu empfehlen. Vielleicht gehören Sie auch zu den Glücklichen, die nähen können. Wenn Sie so wie ich nicht dazu gehören, probieren Sie doch Ebay oder Mami-Kreisel. Diese Internetseiten eignen sich auch, um Spielzeug auszutauschen. Eine weitere Alternative, neben Holzspielzeug, Spielzeug aus Metall oder Stoff bieten auch die „Tauschbörse“ www.meinespielzeugkiste.de. Hier können Sie Spielzeug mieten.
 
 
Wenn Sie von allem etwas für sich im Alltag integrieren können, gebe ich Ihnen das Versprechen, dass sie ihren Plastikmüll bis zu 50% gar 75% locker reduzieren können. Auch das wenn sie Kinder haben!
 
Bei Interesse gebe ich Ihnen auch gerne Seminare oder Einzelbetreuungsstunden. Ich wünsche Ihnen ganz viel Spaß und Erfolg beim Experimentieren! Und vergessen Sie nicht, es ist alles eine Sache der Gewohnheit.
Herzliche Grüße Ihre Monika Wenn
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