Die Kolumne auf Scarlett Magazin: „Bleibt zu Hause!“
Scarlett - Die Kolumne

Die Kolumne auf Scarlett Magazin: „Bleibt zu Hause!“

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Das Coronavirus bestimmt unseren Tagesablauf. Die Medien stellen ihre Programme um, statt entspannender Unterhaltungssendungen kommen Sonderberichte, die durch Interviews mit Experten auf die Gefahren des Virus hinweisen, die Auswirkungen auf den Körper bildlich darstellen, dazu Interviews mit Betroffenen und immer wieder auch der Blick auf andere Länder.

So ein Virus bringt das Beste, aber auch das Schlechteste in den Menschen zum Vorschein.

Als ich gestern unterwegs war, um in einem Geschäft, in dem nicht so viel Betrieb ist, Lebensmittel für meine Eltern zu besorgen und damit zu verhindern, dass sie sich der Gefahr einer Ansteckung aussetzen, war gut zu sehen, wie unterschiedlich die Menschen sind. Ältere, die im Laden das kauften, was sie sonst auch kaufen würden und mit einer Handvoll Lebensmittel zur Kasse gingen. Jüngere, die ja eher der Meinung sind, dass sie das Virus nicht betrifft, sich aber trotzdem den Wagen voll geladen haben, zeigte, wie unterschiedlich man mit der Situation umgeht. Und wann hat man den anderen zuvor gewünscht: „Bleiben Sie gesund“?

Dann gibt es natürlich immer wieder Menschen, die diesen Ausnahmezustand unglaublich witzig finden, in den Geschäften laut Husten und sagen: „Erschießt mich nicht, ich habe kein Corona“ und man sich fragt, was muss eigentlich passieren, damit auch der Dümmste begreift, dass es jetzt sehr ernst geworden ist?

Nach wie vor ist die Todesrate bei Herz- und Kreislauferkrankungen, durch die Influenza, durch Verkehrsunfälle, durch Drogen, durch Gewalt immens hoch. Aber für viele Kranke und Erkrankungen gibt es einen Impfstoff wie gegen die Grippe oder auch gegen Masern, es gibt die Möglichkeit der medizinischen Überwachung im Vorfeld wie bei Herz- und Kreislauferkrankungen, es gibt Faktoren die man ausschließen kann, um ein Versterben einzuschränken – Du kannst im Straßenverkehr einfach Dein Auto stehen lassen oder achtest auf gesunde Ernährung, schränkst Genussmittel ein und kannst aktiv etwas tun, indem Du es weglässt und damit ist auch schon viel getan. Der Unterschied zu diesem Virus ist: Es gibt keinen Impfstoff und es gibt kein Mittel, das dieses Virus behandelt. Man lindert nur die Symptome.

Das einzige Mittel, dass jeder einzelne von uns derzeit in der Hand hat, ist die Prävention, die Vorbeugung

Wichtige Dinge, die jeder Einzelne tun kann:

  • Bleiben Sie zu Hause
  • Händewaschen – Wasser und Seife genügt! Gründlich und mehrfach!
  • Abstand halten – mindestens 1,5 bis 2 m
  • Stoßzeiten beim Einkaufen vermeiden!
  • Nur das Notwendigste einkaufen – Lassen Sie anderen die Chance, auch etwas zu kaufen
  • je weniger gekauft wird, desto kürzer sind die Warteschlangen an den Kassen
  • vermeiden Sie den Aufenthalt an öffentlichen Plätzen
  • Gruppen sind verboten, also halten Sie sich bitte daran
  • Rücksicht auf Risikopatienten, chronisch Kranke, ältere Mitbürger
  • Helfen Sie, wenn Sie können – beachten Sie dabei die Hygienevorschriften!!
  • Informieren Sie Ihre Mitmenschen und informieren Sie sich über Neuerungen der Bundesregierung
  • damit unterstützen Sie auch das Pflegepersonal und alle, die derzeit im Einsatz sein MÜSSEN
  • bleiben Sie freundlich – ein Lächeln ist der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen – (Japanische Weisheit)
Das einfachste Desinfektionsmittel besteht aus Wasser und Seife. Altes Hausmittel.

Täglich gehen Mahnungen heraus: Bitte bleibt zu Hause. Nehmt Rücksicht aufeinander. Auch, wenn ihr euch nicht selbst betroffen fühlt, auch wenn ihr der Meinung seid, ihr seid jung und/oder euch kann nichts geschehen.

Trotzdem gibt es viel zu viele Menschen, die von Corona-Ferien reden und mit ihren Kindern in den Park gehen, sich in Gruppen treffen und gemeinsam auf Spielplätzen sind. Es gibt immer Menschen, die die Gelegenheit nutzen für Ausflüge, selbst für Urlaubsreisen.

Es gibt Menschen, die irgendwo an Urlaubsorten verweilen und sagen „aber hier ist es doch viel schöner als zu Hause, warum sollten wir zurück nach Deutschland reisen?“

Es gibt Menschen, die sagen „mir geht es gut und das wird schon nicht so schlimm sein.“

Als man das HIV-Virus entdeckt hat hieß es „benutzt beim Geschlechtsverkehr Kondome“ und trotzdem gab es noch viele Dumme, die gesagt haben „ich habe kein AIDS, ich bin gesund“, als ob einem an der Stirn steht „Achtung, Du bist infiziert!“

Genauso wenig werden Sie Ihrem Kindergartenkind ansehen, ob es das Coronavirus hat, wenn Sie es zur Betreuung zu den Groß- oder Urgroßeltern schicken. Genauso wenig werden Sie es sehen, wenn Sie im Supermarkt dicht gedrängt in der Kassenschlange stehen, ob die Person hinter oder vor Ihnen nicht doch infiziert ist.

Die Bundesregierung hat eine Schulschließung sowie eine Schließung der Kinderbetreuungseinrichtungen angeordnet, damit die Kinder zu Hause bleiben.

Für die Kinder sind das also keine Corona-Ferien, sondern das Thema müsste lauten „Homeschooling“, sie müssen den Unterricht also zu Hause nachholen, jeden Tag!

Dafür werden über die Schulen und Lehrer Aufgaben verteilt. Dazu gibt es die Möglichkeit, online Programme zu nutzen. Und – Vokabeln lernen, lesen üben gehört ebenfalls dazu.

Natürlich bleibt auch Zeit für Fernsehen, für Spiele, für Telefonate, aber es heißt „Homeschooling“ und „Betreuung zu Hause“, nicht auf dem Spielplatz, nicht im Park, nicht auf dem Sportplatz, nicht bei Freunden im Zimmer oder draußen!

Die Geschäfte sind aus gutem Grund geschlossen worden, weil man verhindern möchte, dass die Leute shoppen, bummeln, durch die Stadt gehen und sich in der Innenstadt oder in Einkaufszentren aufhalten.

Trotzdem gibt es immer noch findige Geschäftsleute, die spontan einen Onlinehandel einrichten und anbieten „schaut euch im Schaufenster etwas an, wir liefern, wir posten Bilder online und ihr könnt kaufen“ oder Restaurants, die sagen „wir machen einen Lieferservice“, obwohl sie dafür gar nicht eingerichtet sind! Und wieder sind dann Menschen unterwegs, die ausliefern, die in Schaufenstern gucken, die durch die Gegend spazieren und NICHT zu Hause sind. Und immer gibt es deshalb neue Ansteckungsmöglichkeiten!!

Diese Dummheit der Leute ist genau so ansteckend, wie dieses Virus! Einer fängt an, der Nächste macht es nach.

Natürlich sind das jetzt schlimme Zeiten für Geschäftsleute, für Gastronomiebetriebe, für Angestellte, für Selbständige, für gewerblich Tätige, für Künstler, für sehr viele Berufsgruppen und auch ich persönlich bin davon betroffen.

Was uns allen hilft ist die Möglichkeit, dass wir hinterher (sofern wir einigermaßen gesund und vor allem lebend! aus dieser Sache herauskommen) finanzielle Unterstützung erhalten, das jetzt Kredite ausgesetzt werden, dass uns Vermieter und Anbieter von Strom, Gas und Wasser entgegenkommen, wenn wir sagen „es tut mir leid, aber ich kann diesen Monat nicht bezahlen.“

Was uns letztendlich schadet sind diese „findigen“ Menschen, die immer noch draußen unterwegs sind und auch dafür sorgen, dass andere unterwegs sind. Die ihr Geschäft über die Gesundheit der Allgemeinheit stellen.

Denn dieses derzeitige Verhalten ist nicht nur dumm, sondern sogar sehr gefährlich!

Und wer so etwas unterstützt und fördert und propagiert handelt dumm und grob fahrlässig! Wir müssen uns alle an das Infektionsschutzgesetz halten, jede Zuwiderhandlung ist eine Straftat!

Je eher wir alle uns daran halten, alle, ausnahmslos!, desto mehr steigt die Chance auf ein positives Ende!

Um auch den letzten Dummen davon zu überzeugen wird die Bundesregierung vermutlich in absehbarer Zeit eine Ausgangssperre verhängen über ganz Deutschland, das bedeutet, Sie dürfen nur noch raus zur Arbeit, um das Lebensmittelnotwendigste einzukaufen, zum Arzt zu gehen und das war’s.

Social Distancing bezieht sich auf den äußeren Abstand der Menschen zueinander – bleiben Sie mit dem Herzen miteinander verbunden und bedenken Sie das, bei allem, was Sie sagen oder tun. Bleiben Sie gesund!

Nur einzeln an die frische Luft, wenn Ihr Hund Gassi gehen muss. Dann dürfen Sie mit ihm eine Runde drehen, wohlgemerkt: Sie allein und nicht ihre Familie, ansonsten sind Sie eingesperrt in Ihren eigenen vier Wänden – wohl dem, der einen Balkon oder Garten hat, alle anderen sitzen drinnen und müssen dort ausharren, solange, bis die Regierung der Meinung ist, die Anzahl der Infizierten geht zurück, wir können die Ausgangssperre lockern oder aufheben.

Machen Sie sich das bewusst: Ausgangssperre heißt, Sie dürfen nicht mehr vor die Tür!

Jetzt bedeutet die Einschränkung, Sie dürfen einzeln draußen spazieren gehen, maximal mit Ihrer engsten Familie und das war’s. Bei einer Ausgangssperre wird Ihnen diese Gelegenheit genommen, also sollten Sie sich an die Maßnahmen der Bundesregierung halten! Wir haben keinen Impfstoff, die Krankheit verbreitet sich rasend schnell und es ist ein sehr gefährliches Virus!

Die Bundesregierung braucht Zeit, Zeit, um einen Impfstoff zu finden, Zeit, um ein Medikament zu finden, aber auch Zeit, um die bereits Infizierten, die eine Intensivbetreuung benötigen, die schlicht und ergreifend keine Luft mehr bekommen und daran sterben, versorgen zu können.

Wenn Sie also wieder mal eine supertolle dumme Idee haben, wie Sie die Anordnung umgehen können, um geschäftlich einen Nutzen zu ziehen, dann schauen Sie sich die Bilder aus Italien an, wie Menschen elendig sterben, und wenn Sie zuwiderhandeln tragen Sie Ihren Teil dazu bei!

Bleiben Sie zu Hause! #staythefuckhome #stayathome #bleibzuhause #lockdown #flattenthecurve #coronavirus #covid19 #rettetleben #bleibtgesund #bekind #wirbleibenzuhause

Abstandhalten zueinander – das schließt aber Egoismus aus. Bleiben Sie freundlich, helfen Sie, wenn Sie können und halten Sie zum Wohle aller die Regeln ein.

Und vor allem bleiben Sie freundlich und tolerant zueinander.

Wir berichten normalerweise über Veranstaltungen und über alles aus dem Bereich Lifestyle und Kultur, haben jetzt natürlich keine Gelegenheit dazu, auch für uns ist das finanziell gerade sehr schlecht und trotzdem versuchen wir Sie zu unterhalten. Wir lesen immer wieder, dass Sie interessiert sind Neues zum Virus zu erfahren, wir möchten aber nicht ständig nur darüber berichten, welches Geschäft zu hat oder was die Stadt Neues angeordnet hat.

Wir möchten Ihnen zeigen, wie Sie sich zu Hause beschäftigen können:

Wir stellen Ihnen Bücher vor, denn Lesen ist das beste Mittel gegen Langeweile und vor allem gegen Dummheit!

Buchtipp der Woche

DVDs – schauen Sie sich zu Hause Filme an, lenken Sie sich ab!

Gartenarbeit – bepflanzen Sie Ihren Balkon oder Garten neu, putzen Sie die Gartenstühle, nutzen Sie jedes gute Wetter!

Koch- und Backrezepte – kochen Sie, denn Sie werden jetzt sicherlich genug zu Hause haben. Backen Sie, probieren Sie Ihre vielen Mehlsorten aus und backen Sie Brot für Ihre Nachbarschaft!

Brotzeit bei Scarlett

Lesen Sie doch mal unsere Kolumnen und fühlen Sie sich gern unterhalten, machen Sie das, was sonst liegengeblieben ist, jetzt haben Sie Zeit, viel Zeit, um Dinge zu Hause zu tun, entrümpeln Sie Ihren Keller, sortieren Sie Ihren Kleiderschrank neu, putzen Sie die Schränke aus, machen Sie einen riesen Hausputz!

Das können Sie jetzt alles tun:

Genießen Sie Zeit mit Ihrer Familie, denn denken Sie daran, das Leben ist endlich und es kann auch für Sie morgen vorbei sein, weil Sie vielleicht doch nicht so harmlos auf das Virus reagieren oder weil Sie an irgendeiner schweren Erkrankung leiden oder weil Ihnen schlicht und ergreifend ein Ziegelstein auf den Kopf fällt (beim Müllrausbringen oder so), nutzen Sie die Zeit, die Sie jetzt haben:

Spielezeit
  • telefonieren Sie mit den Eltern und Großeltern
  • mit Menschen, von denen Sie lange nichts gehört haben
  • nutzen Sie die Gelegenheit, in Ihrem Leben aufzuräumen.
Schützen wir diejenigen, die besonders gefährdet sind – aber bleiben wir in Kontakt. Dafür wurden Telefone erfunden 🙂

Dieses Virus zeigt uns allen, dass unser Leben begrenzt ist.

Und all den Jugendlichen, die Corona Partys und anderes feiern – #towhomitmayconcern #coronaparty #waskannmirschonpassieren #egal – und das alles so witzig finden, möchte ich ganz speziell und persönlich etwas mit auf den Weg geben:

Eure Eltern, vorwiegend eure Mütter haben sich den „Hintern aufgerissen“, um euch zu versorgen, haben auf vieles verzichtet, haben euch versorgt, wenn ihr verrotzt und voller Viren aus dem Kindergarten nach Hause gekommen seid, wenn ihr mit dem Norovirus die ganze Familie lahmgelegt habt und euch eure Mütter und Väter trotzdem versorgt haben, obwohl es ihnen selbst nicht gut ging.

Wir als Eltern hatten schlaflose Nächte, wenn ihr Albträume hattet, als die ersten Zähne kamen, wenn ihr Fieber hattet und es euch nicht gut ging.

Wir haben euch von A nach B gekarrt: zum Fußball, zum Ballett, zur Musikschule, zu Freunden, zu Kindergeburtstagen.

Wir haben euch Kleidung gekauft, wir haben euch Geschenke gemacht, wir haben für euch auf unbequemen Kinderstühlchen beim Elternsprechtag gesessen und euch verteidigt, bedingungslos unterstützt und dafür gesorgt, dass aus euch hoffentlich verantwortungsvolle und gute Menschen werden und jetzt macht ihr euch mit diesem gleichgültig oberflächlich und überaus egoistischen Verhalten lustig über diejenigen, die euch versorgt und aufgezogen, die sich um euch gekümmert haben, ohne Rücksicht auf sich selbst, die auf vieles verzichtet haben – euretwegen! Mit einem „was kann uns schon passieren?“

Haben wir euch dazu erzogen, dass ihr Egoisten seid, die nur an sich selbst denken?

Wenn dem so ist, dann solltet ihr euch schämen und dann müssten wir uns auch schämen, denn dann haben wir in unserer Erziehung, in unserer Herzensbildung etwas falsch gemacht. Jetzt ist die Zeit sich verantwortungsbewusst zu zeigen. Nutzt die Chance! Schützt euch und eure Familien durch bedachtes und verantwortungsvolles Handeln!

Bleiben Sie zu Hause, bleiben Sie freundlich und tolerant und bleiben Sie gesund

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