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Der zweite „Ring“-Zyklus beginnt – „Das Rheingold“ im Stadttheater Minden

Der zweite „Ring“-Zyklus beginnt – „Das Rheingold“ im Stadttheater Minden

Der erste komplette Ring des Nibelungen wurde mehr als erfolgreich im Stadttheater Minden aufgeführt. Wer ihn auf der Bühne erlebt hat, ist begeistert. Weltweit reisten und reisen noch immer Wagnerianer an, um die Mindener Version, und man muss es so sagen, denn es ist etwas ganz besonderes und einzigartiges, was hier gezeigt wird, zu erleben. Ein kultureller Meilenstein in der Theatergeschichte, der Minden zur Wagnerstadt gemacht hat. Nun haben Sie die wirklich letzte Gelegenheit, um die Geschichte des Rings zu sehen und vor allem zu hören:

Wir beginnen mit dem Rheingold.

Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,
Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,
Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun,
Einer dem Dunklen Herrn auf dunklem Thron
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,
Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.

„Herr der Ringe“ Tolkien
Ein Ring sie zu knechten… Herr der Ringe

„Einen Ring, sie zu knechten, ins dunkel zu treiben,…“ so begann das Buch „Herr der Ringe“. Ein Ring, der dem, der ihn besitzt, Macht verleiht und gleichzeitig als Gegenleistung das Unglück bringt. Wohl dem, der diesem Ring entsagen kann. Damit fängt auch die Tetralogie des Nibelungenrings an, mit dem Rheingold, aus dem der Ring geschmiedet wird. Das Märchen um Zwerge, mythische Helden, Walküren, Götter, Riesen, um Macht und Mord, um Liebe und Verzweiflung, um Verrat und Tod hat bis heute nicht an Faszination verloren. Bereits seit seiner Uraufführung im Jahre 1897 spaltet der Ring die Zuhörer: Wagner ist vielen zu düster, die Musik zu schwermütig, andere verehren jedoch gerade wegen der Düsternis der Handlung, die sich durch die kraftvolle Musik ausdrückt, diese Oper. Und – Wagners Ring ist durchaus als Kritik an der Gesellschaft zu verstehen.

Frieden im Auenland – Herr der Ringe

Gibt es nun aber die Verbindung vom „Ring des Nibelungen“ und dem Buch „Herr der Ringe“? Tolkien selbst wies zu Lebzeiten sämtliche Ähnlichkeiten mit Wagner zurück. „Beide Ringe sind rund, dass ist es auch schon mit der Ähnlichkeit“, so seine Worte. Doch kann er sich nicht ganz dem Vergleich verschließen. In beiden Fällen orientierte man sich an der nordischen Sage und in beiden Fällen hat der Ring die Macht und derjenige der ihn nutzt, verfällt selbiger und erleidet größtes Unglück. Bei Tolkien geht die Geschichte jedoch gut aus, am Ende wird der Ring zurückgegeben und alles ist friedlich. Das wäre Richard Wagner nicht in den Sinn gekommen. Für ihn gehört zu einem fulminanten Ende die Apokalypse. Auch hat Wagners Ring erotische Anspielungen, die familiäre Folgen haben. Wagners Epos ist machtvoll und intensiv, Tolkien hingegen lässt das Gute siegen und überlässt das Ende der Fantasie des Lesers.

Richard Wagner befasste sich intensiv mit den deutschen, nordischen und griechischen Sagen. Die Idee hinter dem Ring war jedoch, die kritische Auseinandersetzung mit der Gesellschaft. Der freie Mensch sollte gegen die Götter kämpfen und durch einen Erlösungstod mit der Geliebten eine bessere Welt einleiten. Die Verknüpfung von Heldensage und Göttermythos wurde zu einem modernen Drama, weit seiner Zeit voraus und auch heute noch ein Stück, welches Interpretationsspielraum lässt. Am Ende machen ein Flammenmeer und die Flut den Weg frei für eine neue Weltordnung.

Und das alles vertont und vertextet in einem Opernzyklus, der mit seiner einzigartigen Musik dieses Drama zum bedeutendsten Werk Wagners machte. So bedeutend, das man noch heute den Vergleich zur Gesellschaft, mit ihrem Streben nach Macht, symbolisiert durch den Ring, ziehen kann.

Wagners Ring des Nibelungen im Stadttheater Minden – Foto: Stadttheater

Vorbereitung für den Theaterbesuch

Allen Besuchern sei gesagt, es macht durchaus Sinn, den vorangehenden Vorträgen zum Ring, die der Einführung in die Handlung dienen, zu folgen. Gleichwohl können Sie auch nur eine der Opern ansehen, allein dadurch erfahren Sie die sicherlich schwermütige, aber auch kraftvolle Musik und das Drama, welches sich über die vier Teile zieht.

In Minden kommt nun hinzu, dass das Team auf der Bühne über Jahre zu einer Einheit zusammengewachsen ist, das Stadttheater zu einem zweiten Zuhause wurde und gerade die Sänger mit ihrer Figur verschmolzen sind. So etwas werden Sie auf keiner anderen Bühne erleben können, das ist mit ein Grund, warum Minden sich so hervorhebt.

Neben dem Stadttheater Minden und dem Mut des ganzen Teams, sich auf dieses Wagnis Wagner einzulassen, haben auch die Nordwestdeutsche Philharmonie und der Wagner Verband in Minden alles dafür getan, dass Wagner und Minden zusammengenannt werden müssen. Die Vorsitzende des Wagner Verbands Minden, Frau Dr. Jutta Hering-Winckler wurde dafür gerade mit einem Ring geehrt, es handelt sich jedoch nicht um einen aus dem unglückbringenden Rheingold gefertigten, sondern um den Ehrenring der Stadt Minden, der ihr vor Beginn des Zyklus, von Bürgermeister Michael Jäcke überreicht wurde. Eine Auszeichnung mit Seltenheitswert, deshalb umso bedeutender.

Wir haben Ihnen bereits HIER das Rheingold einmal vorgestellt. Nun ist es an Ihnen, sich Wagners opus summum in seiner verschlungenen Geschichte um Liebe, Macht und Tod anzuhören.

Tickets für den Ring des Nibelungen

Es gibt noch wenige Tickets, die Sie jetzt reservieren können:

Express-Ticketservice & mehr, Obermarktstrase 26 – 30, 32423 Minden, Tickethotline 0571 88277, Telefax 0571 882700, tickets@express-minden.de

Das Rheingold 2

26. September 2019 |19:00 Uhr – 21:30 Uhr

Die Walküre 2

29. September 2019 |16:00 Uhr – 22:05 Uhr

Siegfried 2

03. Oktober 2019 |16:00 Uhr – 22:00 Uhr

Götterdämmerung 2

06. Oktober 2019 |16:00 Uhr – 22:00 Uhr

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