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Der Ring des Nibelungen – Aufführung des kompletten Ring im Stadttheater Minden II
Der Ring des Nibelungen - Die Walküre

Der Ring des Nibelungen – Aufführung des kompletten Ring im Stadttheater Minden II

Das Stadttheater Minden hat 2019 den vollständigen Ring des Nibelungen im Programm. Weltweit, und Sie haben richtig gelesen!, reisen Wagnerianer an, um sich dieses Ereignis nicht entgehen zu lassen. Sie haben die Möglichkeit, noch Restkarten zu erwerben. Entweder für einen Teil des Zyklus oder zeitversetzt für den kompletten Ring. Genießen Sie das Opus Summum (bedeutendste Opernwerk) Richard Wagners live im Stadttheater Minden. Dazu finden rund um den Ring Veranstaltungen zum Thema Wagner statt. Der Ring wird in zwei Zyklen aufgeführt.

Wir stellen Ihnen hier den Ring vor, Sie haben die Möglichkeit, direkt Karten zu bestellen. Eine einmalige Gelegenheit, den Ring direkt vor Ort zu erleben. Teil II – Die Walküre.

Die Walküre – Vorspiel und erster Aufzug

Das Orchestervorspiel beschreibt ein heftiges Gewitter. Es beginnt nachzulassen, als sich der Vorhang hebt und das Innere von Hundings Hütte freigibt. Siegmund tritt ein und wirft sich erschöpft auf ein Bärenfell, wo ihn Hundings Frau Sieglinde findet. Sie bringt ihm Wasser. Von ihrem Gesicht fasziniert, fragt er sie, wer sie sei. »Dies Haus und dies Weib sind Hundings Eigen«, antwortet sie. Ihr Gatte habe nichts zu befürchten, erwidert er, er sei unbewaffnet und verwundet. Sie verlangt besorgt, nach seinen Wunden zu sehen, aber er beruhigt sie: Sein Leib sei stark, und wenn sein Schild und sein Speer es ebenso gewesen wären, so hätte er nicht vor seinen Feinden fliehen müssen. Doch sie hätten seine Waffen zerschmettert und ihn verfolgt.

Sieglinde reicht ihm ein Trinkhorn mit Met. Als er trinkt, fühlt er sich immer stärker zu ihr hingezogen. Aber da er fürchtet, er werde ihr Unheil bringen, bricht er abrupt auf. »Wer verfolgt dich, dass du schon fliehst?« fragt sie. »Mißwende folgt mir, wohin ich fliehe«, gibt er zur Antwort und geht zur Tür. »So bleibe hier!« ruft sie, »nicht bringst du Unheil dahin, wo Unheil im Hause wohnt.« Sie blicken einander tief ergriffen lange in die Augen. Hunding kommt herein und fragt schroff, wer der Fremde sei. Sie erklärt seine Lage, woraufhin Hunding barsch selbst seine Gast-freundschaft anbietet. Als Sieglinde den beiden Männern das Nachtmahl aufträgt, erkennt Hunding voller Widerwillen und Argwohn die Ähnlichkeit zwischen seiner Frau und dem Fremden. Er fragt ihn, was ihn hierhergetrieben habe. Ausweichend antwortet Siegmund, Sturm und starke Not hätten ihn gejagt. Wie sein Name laute, fragt Hunding nach.

Als Sieglinde ebenfalls ihre Anteilnahme zeigt, erwidert Siegmund, er müsse sich Wehwalt nennen, und beschreibt, wie er eines Tages von der Jagd mit seinem Vater Wolfe heimkehrte und ihr Haus niedergebrannt und seine Mutter erschlagen vorfand; außerdem sei seine Zwillingsschwester entführt worden. Er fährt fort, dass er die Spur des Vaters verloren habe und von der Gesellschaft geächtet worden sei. Er habe einem Mädchen beigestanden, das von ihrer Sippe zur Heirat mit einem ungeliebten Mann gezwungen werden sollte. Er habe ihre grausamen Brüder getötet, aber nachdem man ihm Speer und Schild zerschlagen habe, sei er nicht mehr fähig gewesen, die Frau zu beschützen. Sie sei vor seinen Augen gestorben, und er habe vor dem wütenden Heer fliehen müssen. Hunding erkennt jetzt, dass die von Siegmund angegriffenen Männer seine Verwandten waren und dass er den Feind in seinem Haus beherbergt. Das Gastrecht zwingt ihn dazu, Siegmund für diese Nacht Schutz zu gewähren, aber am nächsten Morgen will er mit ihm kämpfen.
Als Sieglinde für Hunding den Nachttrunk bereitet, schüttet sie ein Schlafmittel hinein. Sie verlässt den Raum mit einem sehnsüchtigen Blick auf Siegmund und weist mit den Augen auf eine Stelle am Stamm der Esche, um die herum der Saal errichtet ist. Siegmund bleibt allein zurück, verwirrt über seine Erregung bei Sieglindes Anblick und verzweifelt über seine Wehrlosigkeit. Ihm fällt eine Prophezeiung seines Vaters ein, er würde in der Stunde der höchsten Not ein Schwert finden. Der Schein der aufsprühenden Glut fällt auf eine Stelle im Baumstamm, wo jetzt ein Schwertgriff zu sehen ist.

Sieglinde tritt wieder ein und erzählt, wie bei ihrer Hochzeit ein Fremder in grauem Gewand, den Hut über ein Auge gezogen, das Fest unterbrochen und ein Schwert bis zum Heft in den Stamm gestoßen habe. Nicht einmal die stärksten Männer könnten es um einen Zoll bewegen. Siegmund umarmt Sieglinde leidenschaftlich und ruft, Waffe und Weib seien für ihn bestimmt; sie sei alles, was er je ersehnt habe. Plötzlich springt die Türe auf, eine mondhelle Frühlingsnacht wird sichtbar. Siegmund preist Lenz und Liebe als Bruder und Schwester, und Sieglinde erkennt in Siegmund den Lenz, nach dem sie sich immer gesehnt hatte. Der Rest des Aufzugs ist ein ekstatisches Geständnis ihrer beider Liebe. Der Name Wehwalt ist nun nicht mehr angebracht, Sieglinde erkennt und benennt ihren Bruder Siegmund, der nun zu ihrem Entzücken das Schwert Nothung aus dem Baum-stamm zieht. Sie offenbart ihm, mit dem Schwert Schwester und Braut gleichzeitig gewonnen zu haben. Sie umarmen sich voller Ungestüm, und der Vorhang fällt – zumindest in traditionellen Inszenierungen – in schicklicher Eile.

Zweiter Aufzug
In einem wilden Felsgebirge beauftragt Wotan seine Tochter Brünnhilde – die Walküre, nach der die Oper benannt ist -, dafür zu sorgen, dass Siegmund den Kampf gegen Hunding siegreich beendet. Sie stößt den Schlachtruf der Walküren aus, warnt ihn aber, dass ihm noch ein weiterer Kampf bevorstehe: Seine Frau Fricka nahe wütend in einem von Widdern gezogenen Wagen. Brünnhilde verschwindet, und Fricka tritt auf, zornig, aber mit Würde. Als Hüterin der Ehe sei sie von Hunding angerufen worden, das ehebrecherische Wälsungenpaar zu bestrafen. Wotan will wissen, was so schlimm an der Tat sei: Der Lenz habe das Paar liebend vereint. Auf ihren Vorwurf, sie hätten den heiligen Eid der Ehe verletzt, erwidert er: Ein Eheeid, der eine Ehe ohne Liebe erzwingt, müsse nicht respektiert werden. Fricka klagt daraufhin die inzestuöse Natur der Verbindung zwischen dem Zwillingspaar an und beschuldigt Wotan, die Werte nicht zu achten, die das Ge­schlecht der Götter zusammenhielten. Die Götter bräuchten einen Helden, antwortet Wotan, einen, der vom göttlichen Schutz befreit sei und die Tat vollbrin­gen könne, die ihnen verwehrt sei. Wenn Siegmund keinen Schutz benötige, dann solle er ihm das Schwert nehmen, erwidert Fricka. Wotans Einwand, Siegmund habe es selbst in der Not gewonnen, wird von Fricka widerlegt: Er habe für Siegmund diese Notlage ebenso wie das Schwert geschaffen. Sie lässt ihn versprechen, dass weder er noch seine Walkürentochter bei dem bevorstehenden Kampf Siegmund helfen würden. Brünnhildes Walkürenruf kommt näher, als Wotan, der die Logik von Frickas Argumenten einsehen muss, in äußerstem Unmut seinen Eid leistet.
Mit seiner Tochter allein, lässt Wotan seinem Zorn und seiner Scham freien Lauf. Brünnhilde drängt ihn, ihr zu vertrauen. Er zögert, weil er fürchtet, es könne als Zeichen von Schwäche ausgelegt werden. Aber als Brünnhilde darauf hinweist, er spreche zu seinem eigenen Willen, wenn er zu ihr spreche, gibt er nach und beginnt seine große Erzählung. Er beschreibt, wie er, als die jugendliche Liebe in ihm verblich, anfing, nach Macht zu verlangen. Er habe die Herrschaft über die Welt gewonnen, aber dabei sei er in Verträge verstrickt worden. Während sich in ihm die Sehnsucht nach Liebe wieder regte, habe der Nibelungenzwerg Alberich der Liebe entsagt, um das Rheingold zu erringen. Der Ring, den dieser daraus geschaffen habe, sei von ihm, Wotan, selbst gestohlen worden, aber anstatt ihn den Rheintöchtern zurückzugeben, habe er ihn dazu verwendet, die Riesen zu bezahlen.
Dann habe er Erda, die Quelle alter Weisheit, im Schoß der Erde aufgesucht. Er habe ihre Geheimnisse erfahren, und sie habe ihm Brünnhilde geboren. Diese sei zusammen mit ihren acht Walkürenschwestern (die übrigens anscheinend keine Töchter der Erda sind) aufgezogen worden. Gemeinsam sollten sie tote Helden auf dem Schlachtfeld aufsammeln, damit sie Wotan in Walhall dienten. Diese Helden würden Wotan, wie er glaubt, verteidigen, falls Alberich ein Heer aufstellen sollte; doch unter allen Umständen dürfe dieser nie den Ring zurückgewinnen. Deshalb müsse er um jeden Preis den Ring seinem jetzigen Besitzer entreißen, dem Riesen Fafner, der sich in einen Drachen verwandelt habe, um seinen Schatz besser bewachen zu können. Er sei jedoch machtlos gegenüber Fafner, weil er durch einen Vertrag mit ihm gebunden sei. Aus diesem Grund brauche er einen besonderen Helden, der frei handeln könne, aber für die gleichen Ziele kämpfen würde, die auch er anstrebe.
Doch er könne seine Hoffnung nicht in den Wälsung Siegmund setzen, wie Brünnhilde vorschlägt, da Fricka den Selbstbetrug durchschaut habe. Nun müsse er aufgeben, was er am meisten liebe; er sehne sich nur mehr nach einem Ende für all sein Leiden. Er habe gehört, daß Alberich einen Sohn gezeugt habe, den er voll Grimm segnet: »Was tief mich ekelt, dir geb ich’s zum Erbe …« Brünnhilde dürfe bei der kommenden Schlacht nicht Siegmund beschützen, sondern müsse für Hunding den Sieg erfechten. Sie versucht, seinen Sinn zu ändern, aber er bleibt unerbittlich und droht ihr die schwerste Strafe an, wenn sie nicht gehorche. Siegmund und Sieglinde tauchen atemlos auf. Von Schuldgefühlen geplagt, fleht sie ihn an, sie zu verlassen, aber er schwört nur, die Schande, die ihr angetan wurde, dadurch zu rächen, dass er Hunding töte. Hörner erklingen aus dem Wald. Sieglinde, die sich wie im Fieberwahn vorstellt, wie Hundings Meute ihre Zähne in Siegmunds Fleisch schlägt, fällt in Ohnmacht. Darauf folgt eine Szene, die für die Tetralogie von entscheidender Bedeutung ist: die Todesverkündigung. Brünnhilde erscheint und verkündet Siegmund, dass er ihr nach Walhall folgen müsse. Dort werde er nicht nur den großen Walvater (Wotan), sondern auch seinen eigenen Vater finden und von Wunschmädchen bedient werden. Als Siegmund vernimmt, dass er seine bräutliche Schwester nicht mitnehmen könne, beschließt er, nicht nach Walhall zu gehen. Brünnhilde teilt ihm mit, dass sein Los unabänderlich sei. Sie ist bekümmert über seine offensichtliche Liebe zu Sieglinde und lässt sich erweichen, als er sogar droht, eher Sieglinde zu töten als sich von ihr zu trennen; sie verspricht, ihn entgegen dem Befehl Wotans zu beschützen. Siegmund neigt sich liebevoll über die schlafende Sieglinde.
Hundings Horn ist zu hören. Im folgenden Kampf versucht Brünnhilde, Siegmund mit ihrem Schild zu decken, doch da erscheint Wotan und lässt Siegmunds Schwert an seinem Speer zerspringen. Hunding ermordet Siegmund, wird aber dann selbst von Wotan in bitterer Wut getötet. Danach verfolgt Wotan Brünnhilde, die Sieglinde in Sicherheit bringt.

Dritter Aufzug
Zum Vorspiel, dem Walkürenritt, versammeln sich die Walküren auf dem Gipfel eines Felsberges, um die gefallenen Helden nach Walhall zu bringen. Sie stellen fest, dass Brünnhilde fehlt, aber schließlich taucht sie auf, hält jedoch keinen Helden, sondern eine Frau im Sattel. Brünnhilde bittet ihre Schwestern, sie selbst und Sieglinde, die sie vom Schlachtfeld gerettet hat, vor dem Zorn Wotans zu beschützen. Keine der Schwe­stern wagt ihr zu helfen. Sieglinde will sterben, doch als sie erfährt, dass sie einen Wälsung gebären wird, bittet sie Brünnhilde um Hilfe. Diese heißt sie in die östlichen Wälder fliehen und übergibt ihr die Bruchstücke des Schwerts, aus denen ihr Sohn eines Tages eine neue Waffe schmieden wird.

Als Wotan herbeistürmt, versuchen die Walküren, Brünnhilde vor seinem Zorn zu schützen. Er verhöhnt ihren Wankelmut und berichtet von Brünnhildes »Verbrechen« der Untreue und des Ungehorsams ihm gegenüber. Brünnhilde stellt sich der Bestrafung und erfährt, dass sie keine Walküre mehr sein könne; außerdem würde sie auf dem Berg in wehrlosem Schlaf dem ersten Mann zum Opfer fallen, der sie finde und erwecke. Die Walküren protestieren entsetzt, aber als Wotan ihnen dieselbe Strafe androht, falls sie sich einmischten, fahren sie auseinander und stürzen davon.

Allein mit Wotan zurückgeblieben, bittet Brünnhilde um Gnade. Sie erzählt ihm, wie der Wälsung ihr Herz gerührt habe und wie sie sich entschlossen habe, ihn zu beschützen, weil sie gewusst habe, dass dies Wotans innerster Wunsch sei. Wotan zeigt sich taub gegenüber ihren Bitten und ist verärgert, dass sie ihn an die Wälsungen erinnert. Er bleibt bei seinem Verdikt, sie schlafend auf dem Felsen zurückzulassen. Brünnhilde fleht ihn an, sie wenigstens vor der Schmach einer unwürdigen Verbindung zu bewahren: Er solle sie mit einem Feuerkreis umgeben, der alle bis auf den kühn­sten Helden abschrecken würde. Überwältigt zieht Wotan die kniende Brünnhilde zu sich herauf und umarmt sie. Er besingt leidenschaftlich ihr leuchtendes Augenpaar, das er so sehr geliebt habe, und versenkt sie dann mit einem Kuss auf die geschlossenen Augen in Schlaf. Nachdem er ihren Körper niedergebettet hat, ruft er Loge herbei und zeigt ihm mit dem Speer, wo seine Feuer rund um den Felsen entflammen sollen. Traurig entfernt sich Wotan.

Koproduktion des Richard Wagner Verband Minden, der Nordwestdeutschen Philharmonie und des Stadttheater Minden

Bereits im Herbst 2015 hat das Stadttheater Minden mit der Operntetralogie „Der Ring des Nibelungen“ begonnen, die vom Publikum und in den Medien gleichermaßen enthusiastisch gefeiert wurde.

Dieses Jahr 2019 schließt sich der Kreis mit dem „Ring“-Zyklus. Der Richard Wagner Verband und dessen Produktionspartner, die Nordwestdeutsche Philharmonie und das Stadttheater Minden, sehen einem großem Ereignis entgegen.

Seit seiner Uraufführung bei den Bayreuther Festspielen 1876 hat „Der Ring des Nibelungen“ in immer neuen Aufführungen die Welt erobert, obwohl er an die aus-führenden Künstler und an das Publikum ungeheuerliche Anforderungen stellt. Er hat alle Beteiligten zu immer neuen Auseinandersetzungen herausgefordert, hat begeisterte Zustimmung und erbitterte Ablehnung erfahren und so viele unterschiedliche Analysen und Deutungen provoziert wie kein anderes Werk des Musiktheaters. Anscheinend haben Wagners mythische Helden, Walküren, Götter, Riesen und Zwerge auch unserer Zeit noch viel zu sagen, und faszinieren immer wieder neu.

2019 den gesamten Ring-Zyklus und das historische Minden erleben! Freuen Sie sich auf ein grandioses Finale und beachten Sie bitte auch das umfangreiche Begleitprogramm.

Karten erhältlich beim

Express-Ticketservice & mehr, Obermarktstrase 26 – 30, 32423 Minden, Tickethotline 0571 88277, Telefax 0571 882700, tickets@express-minden.de

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