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„Der dritte Titel muss her!“ – DTM Champion René Rast begeistert Mindener Motorsportfans
DTM Champion René Rast in Minden - Foto: Sabine Christel

„Der dritte Titel muss her!“ – DTM Champion René Rast begeistert Mindener Motorsportfans

DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

Eine Pressekonferenz im Victoria-Hotel in Minden an einem Samstagmittag – mittendrin ein überaus charmanter und zuvorkommender junger Mann im Sportdress: René Rast. Der zweifache DTM Champion (plus ein Vizetitel) ist das beste Aushängeschild für den Motorsport und für Audi, denn alles an ihm strahlt die Begeisterung und das Engagement für eben diesen Sport aus. Zudem macht er Lust auf die DTM, denn durch seine sympathische Art erreicht er auch diejenigen, die bislang mit Autorennen eher wenig „am Hut“ hatten.

DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

Ein paar Zitate:

„René Rast hat der DTM in den letzten drei Jahren seinen Stempel aufgedrückt.“

Sat 1 Kommentator Eddie Mielke
ITR Geschäftsführer Achim Kostron, links und Sat1 Kommentator Eddie Mielke, rechts – DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

„Wir wollen den Mensch und Sportler in den Mittelpunkt stellen. Viele Sponsoren und Förderer sind von Anfang an dabei.“ Und: „Minden zeigt sich sehr gastfreundlich – diese Veranstaltung dient auch dazu, neue DTM Fans zu generieren.“

ITR Geschäftsführer Achim Kostron

„Die konstante Leistung von Rast ist fast unglaublich.“ Und: „Es gibt keine Titelgarantie. 2018 sind wir erst zur Saisonmitte eingestiegen und dann mit einem Riesenaufwand Zweiter geworden.“

Audi Sportchef Dieter Gass
Audi Sportchef Dieter Gass – DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

„Wir haben nie den Begriff „Meisterschaft“ in den Mund genommen, wollten nur in der DTM fahren. 2017 wurde uns bewusst, jetzt kann es passieren.“

Berater Dennis Rostek, Autohaus Rostek
Berater und Autohaus Rostek Geschäftsführer Dennis Rostek – DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

„2017, am letzten Finalwochenende, war das Ziel, aufs Podium zu kommen. Wir wollten nicht Vierter werden, sondern unbedingt unter die ersten Drei. Ich hatte ein gutes Qualifying. Dann wusste ich: Ich kanns gewinnen.“

René Rast, DTM Champion
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

Audi Motorsportchef Dieter Gass bringt es mit wenigen Worten auf den Punkt: „Hier hat man außerhalb der Rennstrecke die Möglichkeit, den Menschen Rast kennenzulernen“, was sich durchaus positiv auf das Interesse an der DTM auswirkt und zeigt, wie ist der Rennfahrer eigentlich, den man sonst nur im Rennanzug mit Helm in seinem Auto sieht.

Diese Gelegenheit ließen sich die vielen Fans nicht entgehen, die schon vor Beginn der Veranstaltung auf der Radio Westfalica Bühne den Marktplatz in Minden säumten. Altersmäßig war das Publikum bunt gemischt, was zeigt, dass die Mindener zurecht stolz auf „ihren“ René Rast sind, denn der gebürtige Mindener (aber aufgewachsen in Steyerberg/Nienburg), jetzt wohnhaft in Österreich, fühlt sich sehr heimatverbunden und gibt im Interview zu, wie besonders der Termin in Minden ist, wenn man Familie und Freunde um sich hat und wie sehr er es zu schätzen weiß, dass man ihm die Ehre zuteil werden lässt, den Marktplatz für eine Runde mit dem Siegerfahrzeug zur Verfügung zu stellen und er sich ins „Goldene Buch“ der Stadt Minden eintragen darf. Und: „Mit einem Pokal kommt man natürlich lieber nach Hause.“

DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

Dr. Jörg-Friedrich Sander, Geschäftsführer der Minden Marketing GmbH, erzählte, dass man am vergangenen Donnerstag per Ratsbeschluss diese Ehre an Rast herangetragen habe. Nur Bürger und Gäste, die sich um die Stadt verdient gemacht haben, dürfen sich dort eintragen. So steht der Namen René Rast nun neben so wohlklingenden Namen wie „Queen Mom“ oder dem „Prince of Wales“.

Bürgermeister Michael Jäcke (links) und GF der Minden Marketing GmbH Dr. Jörg-Friedrich Sander – DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

Doch bevor es soweit ist, richtet Sat1 Sportkommentator Eddie Mielke in der Pressekonferenz seine Fragen an den Champion und das Team drumherum, Manager und Berater Dennis Rostek (Autohaus Rostek), Audi Motorsportchef Dieter Gass und ITR Geschäftsführer Achim Kostron. Ebenfalls dabei Mindens Bürgermeister Michael Jäcke.

DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

Natürlich ist Thema, wie die zukünftigen Pläne sind und da äußern sich alle am Rennsport Beteiligten ganz klar: Der dritte Titel muss her. Da gibt es keine Abnutzungserscheinungen, dass man nach der zweiten Meisterschaft den Ehrgeiz verliert, sondern jeder Titel ist eine Herausforderung und das klare Ziel ist, das Triple zu schaffen. Was für manche Zuschauer keine Herausforderung zu sein scheint, wird im Interview ganz klar richtiggestellt: „Es gibt keine Titelgarantie“ so Audi Motorsportchef Dieter Gass.

Dieter Gass (links) und Dennis Rostek – DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

Wie alles angefangen hat, wurde Dennis Rostek gefragt. Und er erzählte, dass man bereits 2005 zusammengekommen sei und schon 2006 habe man überlegt, nach dem Polo-Cup direkt in die DTM aufzusteigen. Dreimal insgesamt habe man diesen Aufstieg verschoben, ganz so einfach wie gedacht, sei es dann doch nicht gewesen. Irgendwann ist dann die Ansage von Rast gekommen, „jetzt könnte es soweit sein“. 2017 gelang dann der Einstieg in die DTM und wurde sogar mit dem Titel belohnt.

Die Frage nach „was kommt als nächste Herausforderung, lockt die Formel 1“? beantwortete Rast ganz klar damit, dass er sich in der DTM sehr gut aufgehoben fühlt. Ein Wechsel in die Formel 1 sei gar kein Thema, zumal er selbstkritisch zugibt, mit 33 Jahren dafür auch zu alt zu sein, denn die Fahrer werden immer jünger.

Im Gespräch mit „Scarlett-Magazin“ kommt die Frage auf, das man die DTM ja auch die „Formel 1 mit Dach“ nennt, ob die DTM nicht doch etwas sicherer sei? Rast meinte dazu, dass in der DTM auf jeden Fall andere Geschwindigkeiten herrschen und auch das Auto etwas mehr „Puffer“ hat, als ein Formel 1 Bolide, für ihn deshalb nicht nur das ideale Rennauto, sondern die DTM sei zudem stets sein erklärtes Ziel gewesen.

DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

Die Frage, ab wann er erkennt, dass das Rennen gut laufen könnte, beantwortete er mit „gleich nach dem Start“, denn schon bei den ersten Runden hat man als Fahrer ein Gefühl dafür, ob das ein gutes Rennen wird. Die letzten beiden Runden sind dann schon mit einer gewissen Spannung verbunden, weil natürlich dann auch noch etwas passieren könnte, ein Unfall oder ein Defekt am Wagen.

Das bestätigte übrigens auch der Motorsportchef von Audi, Dieter Gass, und sagte, dass die letzten Runden des Rennens dem Team oftmals sehr lang vorkommen, weil man hofft, den Vorsprung – so man denn einen hat – halten zu können. Nicht nur ein Defekt am eigenen Fahrzeug, sondern auch ein Fahrfehler einer der anderen Fahrer kann so einen Vorsprung zunichte machen. Umgekehrt, wenn man dabei ist, einen Vorsprung aufzuholen, können die letzten Runden einem auch zu kurz vorkommen. So bleibt jedes Rennen – egal, wie gut oder schlecht ein Start ist – ein Nervenkitzel und eine Herausforderung.

Wie lange hält die Euphorie so eines Sieges an, wollen wir wissen und René Rast meinte dazu, dass natürlich der direkte Moment nach Überfahren der Ziellinie das Schönste sei, aber man auch noch die nächsten zwei oder drei Tage dieses Gefühl transportieren kann. Gleichzeitig richtet man den Blick natürlich auf das, was noch kommt.

Im Interview wird Rast gefragt, welcher der beiden WM Titel ihm wichtiger sei, der erste oder – nachdem er dazwischen Vizemeister wurde – der zweite Titel. Obwohl der erste viel emotionaler ist, natürlich sehr überraschend kam und ihn in der DTM bestätigt hat, sei der zweite Titel hart erarbeitet und damit gleichwertig. Der dritte Titel sei etwas, was er auf jeden Fall herbeisehne, denn das Triple, das kann nicht jeder Fahrer vorweisen, dazu gehört schon etwas, von daher ist er nach wie vor hochmotiviert.

Wie sehr ihn der Rennsport beschäftigt, wurde in einer Nebenbemerkung deutlich, als er erklärte, dass die DTM seinen Alltag bestimmt und auch an Weihnachten oder anderen Festtagen der Rennsport für ihn allgegenwärtig sei.

Angesprochen, wie er auf die Nummer 33 als Kennung gekommen sei, erzählte er, dass es sich dabei um einen Zufall gehandelt habe. Allerdings habe die Zahl mittlerweile eine besondere Bedeutung, denn seine Startnummer ist die 33, 3 Gewinne und dann wird er auch noch 33 Jahre, scheint also doch irgendwie seine persönliche Glückszahl zu sein…

Kurze Statistik zu René Rast:

Richtig los ging es für ihn in der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft (DTM) 2017, gleich den Titel geholt, 58 Rennen mittlerweile gefahren, davon 17 Siege, 27 Mal auf dem Podest gestanden und 13 Poleposition erreicht plus zwei Meisterschaften.

Dabei ist Rast eher ein „Spätstarter“, andere Kader haben durchaus jüngere Fahrer.

Darauf angesprochen meinte Dieter Gass, dass er gar nicht mal der älteste Fahrer sei, da gibt es noch zwei andere, die doch noch älter sind. Man sei allerdings mit dem Team sehr gut aufgestellt. So zeichne man sich zwar nicht durch den jüngsten Kaderfahrer aus, aber dafür durch den erfolgreichsten.

Es sei zudem nicht vorhersehbar gewesen, dass Rast „so einschlagen würde“. In drei Jahren DTM zweimal den Titel zu gewinnen und das sogar in der Debutsaison sei eine „Wahnsinnsleistung“. Was ihn ausmacht, ist, dass er wirklich immer schnell fährt und abliefert. Auch im Qualifying hat er stets die Punkte geholt und beste Zeiten herausgefahren.

ITR Geschäftsführer Achim Kostron, (ITR ist der Dachverband der DTM Veranstaltung) auf die Frage, ob René Rast als Marke „ein Geschenk“ für die DTM sei, erwiderte, dass Rast wirklich mit seiner Leistung dafür sorgt, dass es wieder einen spannenden Motorsport gibt und zudem freut ihn besonders, dass er hier in Minden als Lokalmatador so gut ankommt und soviel Begeisterung auslöst.

Bürgermeister Michael Jäcke musste sich schon in der Pressekonferenz die Frage gefallen lassen, wie oft er denn beim Motorsport zusehen würde und wand sich ein wenig dabei, gab zu, eher dem Handballsport anzugehören, aber natürlich würde er die wichtigen Rennen – besonders natürlich mit René – auf jeden Fall ansehen. Er erhielt spontan eine mündliche Einladung, ein Rennen zu besuchen und man kam in der Pressekonferenz überein, sich da terminlich zu kontakten.

Tauscht demnächst vielleicht den Platz auf der Tribühne in der Kampa Halle mit der Tribühne an der Rennstrecke, Mindens Bürgermeister Michael Jäcke – DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

Später, auf der Bühne vor Publikum, scherzte Moderator Mielke, ob man nicht in Minden ein DTM Rennen stattfinden lassen könnte, ihn als Bremer würde die Nähe (80 km Anfahrt) besonders zusagen und auch das Publikum quittierte die Bemerkung mit lautem Jubel.

DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

So kam dann die Frage an Kostron: „Warum macht man nicht eigentlich ein Stadtrennen in Minden?“ Kostron zeigte sich sehr schlagfertig und spielte den Ball elegant zum Bürgermeister mit der Bemerkung, dass man das durchaus in die Rennplanung 2020/21 überdenken könnte, wenn Politik und Stadt dabei mitmachen.

Anm. d. Red.: Wenn die Kampa Halle doch gerade wegfällt, vielleicht die Gelegenheit, neben Handball den Motorsport hier anzusiedeln…

Sat 1 Kommentator Eddie Mielke und Star DJ Timo Maas – DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

Unter den Fans auch Star-DJ und Lokalmatador in Bückeburg, was Musik betrifft, Timo Maas, der sehr gern seinen „Bro“ Mielke begrüßte und sich zudem auf die versprochenen Donuts (Kreisel, den der Rennfahrer um sich selbst fährt, mit ordentlich Gummi auf dem Asphalt) freute. Dazu fragten wir den Sportkommentator, wie sehr man dem Sport verbunden sein muss, um ihn zu kommentieren. Es sei zumindest hilfreich, wenn man sich dafür interessiert, so Mielke. Er kommentiert neben den Auto- auch Motorradrennen. Schwer sei es, wenn dort einer der Fahrer (tödlich) verunglücken würde und man die Situation trotzdem kommentarlich begleiten müsse. Es trifft einen persönlich sehr, zumal, wenn man die Fahrer teilweise lange und persönlich kennt. Und obwohl der Rennsport sicherer sei, als noch vor einigen Jahren, sei er eher verwundert, dass so wenig passieren würde. Er erinnerte an das Rennen auf dem Lausitzring in 2018, als René Rast einen schweren Unfall hatte, aber unbeschadet aus dem Auto gestiegen sei. (René Rast hat später dazu gesagt, dass das Auto so gut gebaut sei, dass er sich sehr sicher darin fühlen würde, was für Audi spricht).

Was die Sympathie für die Fahrer angeht, davon könne man sich auch als Kommentator nicht freimachen, so Mielke, gerade René kenne er schon sehr lange Jahre, noch aus den Porsche-Cup-Zeiten und ihn beeindruckt sehr, die kontinuierliche aussergewöhnliche Leistung von Rast. Er selbst gab auch an, schon sehr früh ein gutes Gespür für den Gewinner eines Rennens zu haben. Sofern man die Rennen verfolgt und auch im Qualifying sieht, wie ein Fahrer Leistung abliefert, da bekommt man schon recht schnell einen Eindruck, wer es dieses Mal schaffen könnte.

Natürlich haben wir auch mit Dennis Rostek ein paar Worte gewechselt. Der Berater von René Rast und zudem Geschäftsführer vom Autohaus Rostek zeigte sich gelöst und sehr zufrieden mit der Veranstaltung in Minden. „Wenn wir das machen, dann wird das gut“, sagte er zurecht. Denn die Begeisterung der Fans auf dem bis auf den letzten Platz gefüllten Marktplatz war deutlich zu spüren. Dazu war die ganze Veranstaltung schon eines Champions würdig: Vom Spalier über den roten Teppich bis hin zu den beiden Meisterpokalen auf der Bühne war es perfekt organisiert.

DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

Anfangs hielten sich alle Besucher noch ordnungsgemäß hinter der Absperrung auf, um den ohrenbetäubenden Einlauf des DTM Champions in seinem Audi RS 5 DTM zu erleben.

Video: Scarlett Magazin

Wobei man sich schon gedulden musste, denn der Champion zögerte den Moment wirkungsvoll heraus. Zum Schluss bremste ihn kurzfristig der Wagen der Stadtreinigung aus. Dann jedoch raste Rast heran und drehte wie angekündigt seine Donuts vor dem Rathaus. Unter dem Applaus und Jubelrufen des Publikums hielt der Wagen schließlich auf dem roten Teppich vor der Bühne und entließ den Champion. Und ab da gab es für die Mindener kein Halten mehr und alles stürmte zum Auto und zur Bühne.

DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
Siegerpokale – DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

Nachdem Rast im Beisein seiner Wegbegleiter sich ins „Goldene Buch“ der Stadt eingetragen hatte, die letzten Fragen beantwortete und sich bedankte, bei all denen, die erschienen waren und natürlich ein wenig von seinen Zielen (Dritter Titel!) sprach, entgegnete er auf die Frage, wie lange er denn Zeit habe, dass er jeden Autogrammwunsch und jedes Selfie heute erfüllen werde, er habe den ganzen Tag Zeit.

DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
Eintrag ins „Goldene Buch“ der Stadt Minden – DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

Wer so sympathisch rüberkommt und sich so intensiv seinen Fans widmet, ist wirklich das beste Aushängeschild – für die DTM, für Audi, für alle seine Begleiter und natürlich für den Sport. Zu keinem Zeitpunkt wirkte er genervt, ungeduldig oder hinterließ den Eindruck, jeden schnell abzufertigen. Stattdessen nahm er sich für alle Anfragen Zeit, posierte mit Kindern, wie mit Erwachsenen, bewunderte Fan Alben ebenso wie mitgebrachte Souvenirs, die er mit einem Autogramm veredeln sollte. Noch lange nach Ende des Interviews sah man ihn umringt von einer Menschentraube und unermüdlich Autogramme schreiben.

Kurzes Gespräch mit Audi Motorsportchef Dieter Gass:

Dann blieb noch ein Moment Zeit, um sich mit Dieter Gass (seit 2017 für Audi als Motorsportchef tätig) zu unterhalten. Er ist früher selbst Rennen gefahren, hat es aber nicht in die DTM geschafft. Die Formel 1 wäre gar nichts für ihn gewesen, „dazu bin ich viel zu groß“, so Gass, denn in der Formel 1 sind die Fahrer eher klein und ziemlich dünn. Die Karriere von René Rast ist für ihn schon unglaublich, auch wie kontinuierlich er die Leistung erbringt. Und so eine Veranstaltung, wie jetzt in Minden, ist natürlich eine gute Werbung für die DTM, zumal mit so einem sympathischen Fahrer wie Rast. Was das Sicherheitskonzept betrifft, sagte er, dass die Autos heutzutage ganz anders gebaut werden, dem Fahrer das bestmögliche an Schutz bieten sollen, das gilt für alle Rennwagen einschließlich der Formel 1 Fahrzeuge. Man sieht es deutlich an dem schon erwähnten Beispiel, als Rast nach dem Unfall unbeschadet das völlig zerstörte Auto verlassen konnte. Aus seiner Zeit als Techniker erinnerte er sich daran, wie schlimm das Gefühl bei einem Rennen oftmals war, wenn man nicht wusste, ob man den Fahrer, dem man vor dem Rennen noch in die Augen geschaut hat, hinterher noch lebend sehen würde.

Sich selbst bezeichnet Gass als eher schlechten Bei-, aber guten Fahrer. Natürlich fährt er gern schnell, so es die Strecke erlaubt, aber gerade in seiner Position – und das schließt auch die Fahrer mit ein – kann man sich ein Punktekonto oder eine Anzeige bei der Polizei gar nicht erlauben.

Als wir über den Audi A2 sprechen, werden wir beide ein wenig wehmütig, denn der A2, so Gass, war seiner Zeit weit voraus. So vorausschauend gebaut, bedenkt man, dass die richtig alten Fahrzeuge noch von Rost betroffen waren, konnte man den A2 (und kann man heutzutage überhaupt die Modelle von Audi) fahren und da rostete nichts. Deshalb ist dieses Auto auch heute noch sehr beliebt und obwohl es nicht mehr gebaut wird, kann man die alten Modelle noch zu einem durchaus hohen Preis kaufen. Er selbst fährt einen 99er TT, der sei wie neu. Ob Audi eine Neuauflage des A2 plane wisse er nicht, aber der A1 sei durchaus vergleichbar und optisch und von der Ausstattung her ein schönes Auto.

Während für mich bei Audi auch die Sportlichkeit im Vordergrund steht, gibt Gass zu, dass man bei Audi schon versucht von der reinen Sportlichkeit wegzugehen. Hin zur Mobilität – Digitalisierung, Verringerung des CO2 Fußabdrucks und alternativen Antriebsmethoden. „Sustainable Mobility“ – nachhaltige Mobilität lautet das Zauberwort. Wir sprechen kurz über personalisiertes und autonomes Fahren. Schon heute muss man zwar die Hand am Lenkrad haben, aber das Auto ist technisch so weit entwickelt, dass es selbstständig Fahrwege und Unsicherheiten erkennt und entsprechend handelt. Wäre rein autonomes Fahren denkbar? Ja, aber dann müssten alle Autos so funktionieren, so Gass, sonst wäre ja wieder der Mensch bei einigen Fahrzeugen involviert und die Autos wären nicht aufeinander abgestimmt. Die nächste Frage ist, wie gut funktioniert es? Wenn das Auto sich an Fahrbahnmarkierungen orientiert, was passiert bei Schnee oder ähnlichem? Da ist noch einiges, was konstruiert werden muss. Ein interessanter Gedankenaustausch am Rande der Veranstaltung.

Hier ein paar Impressionen von einem motorsportlichen Samstag in Minden: Danke an René Rast und das gesamte DTM und Audi-Team!

DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
Meisterpokal – DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
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DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel
DTM Champion René Rast in Minden – Foto: Sabine Christel

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