Bundeskabinett beschließt Fortschreibung der Strategie Künstliche Intelligenz

Kulturstaatsministerin Grütters: „Kultur und Medien sind wichtige Impulsgeber“

Mit der Fortschreibung der Strategie Künstliche Intelligenz (KI) hat die Bundesregierung die weitere Stärkung Deutschlands als Standort zur Erforschung, Entwicklung und Anwendung künstlicher Intelligenz beschlossen. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen aus dem Kultur- und Medienbereich.



„Aus gutem Grund haben wir Kultur und Medien in der Fortschreibung der KI-Strategie des Bundes als wichtige Bausteine fest verankert: Zum einen wollen wir mithilfe Künstlicher Intelligenz den dringend notwendigen Technologiewandel im Kulturbetrieb weiter vorantreiben. Das ist der Schlüssel, um möglichst vielen Menschen Kulturangebote zugänglich zu machen und kulturelle Bildungsinhalte zeitgemäß zu vermitteln. Zum anderen wird KI auch bei der Verifizierung von Medieninhalten und für die Sicherung der Meinungsvielfalt immer wichtiger. Kultur und Medien sind damit zwei maßgebliche Anwendungsfelder für KI-Technologien, von denen wir uns zugleich wichtige Impulse für die Debatte über Chancen und Grenzen dieser so viel versprechenden Technologie erwarten. Deshalb gilt es jetzt, künstlerische und künstliche Intelligenz zusammenzudenken und zusammenzubringen.“

Kulturstaatsministerin Grütters

Zur Förderung von KI-Projekten im Kultur- und Medienbereich sind im Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2021 weitere zwei Millionen Euro vorgesehen. Gefördert werden sollen mit 300.000 Euro die lernende Volltexterkennung alter handschriftlicher Aufzeichnungen und ihre Übertragung in maschinenlesbare Schrift am Beispiel von Dokumenten aus der Kolonialzeit im Bundesarchiv. Auch die Deutsche Nationalbibliothek setzt bei der Erschließung von Publikationen auf KI-Technologie und soll dabei vom Bund mit bis zu 950.000 Euro unterstützt werden.

Neben diesen neuen sollen auch solche Vorhaben unterstützt werden, die auf bereits geförderten Projekten aufbauen und diese weiterentwickeln. So sollen etwa bis zu 500.000 Euro zur Verfügung gestellt werden, um die vom Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie betreute „KI für den Kulturgutschutz“ künftig für den Einsatz durch Ermittlungsbehörden bei der Identifizierung illegal gehandelter Kulturgüter nutzbar zu machen.

Auch für eine nächste Entwicklungsphase des Projekts „KI gegen Desinformation“ der Deutschen Welle sind weitere Mittel von bis zu 500.000 Euro vorgesehen: Ziel ist eine automatisierte Identifizierung gezielter Falschinformationen, mit der Journalistinnen und Journalisten Nachrichten-Manipulationen künftig schnell und verlässlich erkennen.

Die Verfügbarkeit der Mittel steht unter dem Vorbehalt der Verabschiedung des Bundeshaushalts 2021.

*Bundesregierung, Dezember 2020