Kontakt: Redaktion@Scarlett-Magazin.de oder Mobil 0151-55684186
Bürgerschützenfest in Obernkirchen – „Wir bringen Leben in die Bergstadt“
Antreten zum Bürgerschützenfest Obernkirchen - Foto: Sabine Christel

Bürgerschützenfest in Obernkirchen – „Wir bringen Leben in die Bergstadt“

Obernkirchen. Eine Stadt mit einem historischen Hintergrund. Noch heute erinnert die Lieht-Halle an die Zeiten, in denen man in Obernkirchen den Bergbau betrieben hat. Denn dort trafen sich seinerzeit die Arbeiter, um ihre Versammlungen abzuhalten. Heute haben die Bürgerschützen diese Halle wieder renoviert und nutzen Sie zum Beispiel für ihr jährlich stattfindendes Grünkohlessen (lesen Sie dazu auch HIER).

Jetzt war die Halle ein wichtiger Bestandteil des Bürgerschützenfestes, welches alle zwei Jahre Leben in den Ort bringt. Denn – obwohl die Stadt architektonisch reizvoll ist, verlagern sich die Einkaufsläden mehr an den Stadtrand, so dass die Innenstadt derzeit ein wenig in einem „Dornröschenschlaf“ liegt. Grund genug also, für ein wenig Abwechslung zu sorgen und das geschah am vergangenen Wochenende mit dem Bürgerschützenfest.

Der alte und der neue Stadtkommandant? Rechts Stadtkommandant Klaus Scholz und links Rottleiter vom „Rott Hütte“ Henning Anke – Foto: Sabine Christel

„Bye Bye, Klaus Scholz“

Festumzug – Foto: Sabine Christel

Wie bereits angekündigt (lesen Sie dazu alles Wichtige HIER) war es das letzte Fest unter der Leitung von Stadtkommandant Klaus Scholz. Nächstes Jahr im Mai enden 11 Jahre Dienst an der Spitze der Bürgerschützen, wobei seine Tätigkeit in den Rotts sich auf immerhin 25 Jahre beläuft. Grund genug, das Zepter abzugeben und sich um andere Dinge zu kümmern, findet Scholz. Und er wehrte etwaige Fragen nach einem „Fällt Ihnen der Abschied schwer“ gewohnt kurz und knapp mit einem „Wieso?“ ab und verwies sogar darauf, dass er beim letzten Mal „machen kann, was ich will“. Und genau diese etwas brummige Art schätzen die Mitglieder der Bürgerschützen an ihm. Er ist und war nie derjenige, der mit langen Reden langweilen oder mit blumigen Komplimenten Eindruck schinden wollte. Kurz, knapp und auf das Wesentliche reduziert, das ist seine Art, und die kommt an.

Stadtkommandant Klaus Scholz und Adjutant Christian Anke (v.l.) – Foto: Sabine Christel

Und so begann das Bürgerschützenfest am Freitagabend mit der Eröffnung durch Bürgermeister Oliver Schäfer auf dem Marktplatz. Sehr gut besucht bei angenehmen Temperaturen genossen die Obernkirchener das Fest. Zur Einstimmung endet dieser erste Tag stets mit einem großen Zapfenstreich.

Warum selbiger in Obernkirchen das Fest einläutet und nicht beschließt, konnte Wolfgang Anke, ehemaliger Stadtkommandant, gut erklären: In Obernkirchen stimmt der Zapfenstreich auf die Festtage ein und soll allen bewusst machen, dass etwas feierliches bevorsteht. Auch in Bückeburg ist das zum Beispiel der Fall, wohingegen man in Minden mit dem Zapfenstreich die Festtage beschließt.

Wolfgang (v.l.) und Udo Anke – Foto: Sabine Christel

Und der Samstag zeigte dann, warum es in Obernkirchen so gemütlich ist: Wenn man mitten in der Nacht sich auf den Weg macht (die Uhr schlug gerade mal neun), um zu einem Rottfrühstück zu fahren, dann lernt man eine andere Seite dieser Veranstaltung kennen. Mit viel Liebe zum Detail, ehrenamtlichem Engagement und dem Gefühl, so ein Rott ist wie eine große Familie, sieht man, wie sich dieses Fest zusammensetzt.

Zünftiges Rottfrühstück – Foto: Sabine Christel
Rottfrühstück Teil 2 – Foto Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Christian Anke, Rottleiter Hütte Rott – Foto: Sabine Christel
Rosen für Denise Anke, die sich sichtlich freut – Foto: Sabine Christel
Rosen auch als Dank für die Damen, die das leckere Essen vorbereitet haben. Und wenn Herbert Lux dazu in die Tasten greift, darf auch getanzt werden … – Foto: Sabine Christel

Rottleiter im Rott Hütte, Henning Anke, war überall zugleich: Begrüßte Gäste, bedankte sich mit Rosen bei den Damen, die für das Frühstück zuständig waren und zudem immer helfen, wenn Hilfe benötigt wird, beantwortete Fragen und sorgte dafür, dass sich wirklich jeder wohlfühlte. Besonders freute ihn der Besuch einer Abordnung des Schützenvereins aus Dorsten, die beruflich in einer ähnlichen Branche tätig sind und man in einem Gespräch zufällig die auf beiden Seiten vorhandene Begeisterung für Schützenfeste feststellte. Auch wenn man in Dorsten mit der Gruppe „Brings“ feiert und „der Wendler“ wohl auch mal vorbei geschaut hat, so mussten sie sich dem Alleinunterhalter Herbert Lux geschlagen geben. Wer so engangiert ein Udo-Jürgens-Medley anstimmt (man ist erstaunt, wie textsicher man selbst ist), „rockt“ das Rott Hütte.

Die Damen des Hütte Rott – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel

Im Garten stand nicht nur ein 100 m² Zelt, sondern auch die schon fertig dekorierten Wagen für den großen Umzug am Familiensonntag, mit dem die Kids der Rotts durch die Stadt gefahren werden, um für gute Laune und musikalische Unterhaltung zu sorgen. Claudia und Andrea waren dieses Mal zuständig für die Gestaltung und Organisation der Wagen sowie des Kinderschützenfestes. Dieses Fest ist einmalig in ganz Schaumburg und wirklich sehenswert! Beide sind seit Wochen mit der Planung beschäftigt, die Rotts haben die Wagen mottogerecht dekoriert und alle freuen sich natürlich sehr auf den großen Tag. Für Claudia und Andrea ist es eine ehrenvolle Tätigkeit, wie übrigens alles, was mit dem Rott zu tun hat. Und wie gut Nachwuchsarbeit funktioniert sah man allein schon daran, dass nicht nur die Eltern und Großeltern (Sohn Mathis als Fahnenträger, Mutter Claudia Festkomitee Kinderschützenfest und Großvater Kurt Otto, der immerhin acht Jahre lang stellvertretender Rottleiter des Rott Hütte war) aktiv dabei sind, sondern auch die Kinder sind von jungen Jahren an sehr interessiert sich bei den Bürgerschützen einzubringen. So durfte Mathis zum ersten Mal die Fahne des Rotts beim Marsch tragen, was für ihn eine besondere Ehre ist.

Andrea (v.l.) und Claudia organisieren den Festumzug zum Kinderschützenfest – Foto: Sabine Christel
Hoher Besuch im Rott. (V.l.) Rottführer Henning Anke, Heinz Joachim Pecher, Stadtmajor Minden, Adjutant Volker Koch, Reiner Walter, Adjutant Bürgerbataillon Bückeburg – Foto: Sabine Christel
Gäste, u.a. Martin Brandt, Stadtmajor Bückeburg – Foto: Sabine Christel

Aber es gab noch einen besonderen Höhepunkt: Wie jedes Mal besuchten Gäste das Rott. Der Stadtkommandant lädt dazu befreundete Kompanien und Vertreter der Nachbarstädte, wie Bürgermeister Oliver Theiß aus Stadthagen sowie ein wenig Politik ein, um die Rotts vorzustellen. Und so fuhren auch dieses Jahr zwei Großraumtaxen vor und luden neben einer Abordnung aus Minden und Bückeburg, sowie Stadthagen auch den scheidenden Stadtkommandanten aus. Er gab sich – wie oben erwähnt – sehr cool und entspannt, ahnte er noch nicht, was auf ihn zukommen würde.

Selbst ließ er sich übrigens auch nicht „in die Karten schauen“ und wollte partout nicht verraten, ob es evtl noch Ehrungen oder dergleichen gibt. „Abwarten“ war sein einziger Kommentar.

Auszeichnung für Bückeburg – Foto: Sabine Christel
Auszeichnung für Minden – Foto: Sabine Christel
Dank an die Damen – Foto: Sabine Christel
Ein bewegender Moment für Stadtkommandant Klaus Scholz – Foto: Sabine Christel

Und so überraschte er dann zwei Herren befreundeter Kompanien: Zuerst Reiner Walter, Adjutant des Stadtmajors vom Bürgerbataillon Bückeburg, mit dem Verdienstorden erster Klasse. Und scheinbar hatte Walter so eine Ahnung, denn extra für Obernkirchen hatte er sich eine neue Hose zugelegt. Sehr erfreut zeigte sich der nächste Geehrte: Stadtmajor Heinz Joachim Pecher aus Minden erhielt ebenfalls diese hohe Auszeichnung. Im Gespräch später erzählte er, dass eine jahrelange gute Freundschaft mit den Bürgerschützen aus Obernkirchen besteht, und wenn man sich lange persönlich kennt, dann ist so ein Orden natürlich etwas ganz besonderes.

Aber so leicht kam Klaus Scholz dann nicht aus dem Zelt. Denn das Rott Hütte, mit Henning Anke an der Spitze, hatte sich überlegt, wie sie dem Stadtkommandanten einen würdigen, aber zugleich sehr herzlichen Abschied geben könnte. Und so stimmten sie zur Melodie von „Bye Bye, my Love“ von den Bläck Fööss, den von Henning Anke umgetexteten Song „Bye Bye, Klaus Scholz“ an. Vor einem singenden Rott zu stehen, umgeben von Wegbegleitern und befreundeten Kompanien, dass war der Moment, bei dem selbst bei einem so locker wirkenden Stadtkommandanten einige Taschentücher zum Einsatz kamen und er mit belegter Stimme um „Gebt mir mal zwei Minuten“ bat, bis er sich dann bei allen Anwesenden bedanken konnte. Schöner kann ein Besuch im Rott gar nicht enden.

Nach dem Rottfrühstück, dass übrigens extra früh stattfindet, damit auch wirklich jeder dort isst und nicht nur auf einen Kaffee vorbeischaut, ging es dann mittags gut gestärkt zum Marktplatz. Dort versammelten sich alle elf Rotts, musikalisch begrüßt vom Musikkorps, die zumindest einige Obernkirchener anlockten, um sich dieses Ereignis nicht entgehen zu lassen. Und wie schade liebe Mitbürger, es war so festlich und ein wenig mehr Publikum hätte dem Ganzen noch mehr Glanz verliehen. So marschierten zumindest die Rotts vollzählig zur Lieth-Halle, wo das Schießen endlich beginnen konnte. Da zeigte sich, dass ein jeder, der teilnahm, wirklich auch den Ehrgeiz hatte, König werden zu wollen. Denn wie sagte Henning Anke so schön: „In Obernkirchen kann man es sich finanziell leisten, König zu werden. Die Kosten halten sich durchaus im Rahmen.“

Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Gruß auch an die Polizei – Foto: Sabine Christel

Länger als zwei Stunden waren nicht angesetzt für das Schießen, weil der eine oder andere sich vorab schon ziemlich „abgeschossen“ hatte und man schließlich auch noch die anschließende Disco genießen wollte.

Antreten – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Festumzug – Foto: Sabine Christel
Einzug der Festwagen mit musikalischer Begleitung – Foto: Sabine Christel
Das Rott Hütte ist startklar – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Den Kindern gefällt es – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Kommandoübergabe – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der Familien – es begann mit dem großen Festumzug der Kinder, die hoch auf den Wagen thronten und von dort aus – sehr fantasievoll verkleidet – den zuschauenden Gästen zuwinken konnten. Alle Rotts fuhren mit den geschmückten Wagen auf den Marktplatz wo sich alles versammelte. Auf der Ehrentribüne nahm Stadtkommandant Klaus Scholz zum letzten Mal den Gruß sämtlicher Rotts und besonders der vielen Kinder an, bevor er sich gemeinsam mit allen Bürgerschützen zur Lieth-Halle aufmachte. Dort angekommen, winkten nicht nur leckere Kuchen zum Kaffeetrinken, sondern auch eine musikalische Unterhaltung diverser Kapellen.

Liam ist begeistert – Foto: Sabine Christel
Bester Platz im Umzug – Foto: Sabine Christel
Die Hotzenplotzdamen – Foto: Sabine Christel
Vor der Lieth-Halle ist ein kleiner Jahrmarkt aufgebaut – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Anstehen zum Schießen – Foto: Sabine Christel
Jugendschießen – Foto: Sabine Christel

Auf dem Platz vor der Lieht-Halle war allerlei für die Kids aufgebaut, von einer Hüpfburg über ein Karussell bis zum Schießen auf Ballons war einiges im Angebot und auch für Essen und Trinken war gut gesorgt.

Hier hatten zudem die Schützen die letzte Gelegenheit sich zu beweisen. Die Herren streng hinter der verschlossenen Türe, die Damen und Gäste, sowie die Kinder öffentlich zugänglich.

Das Wetter unterstrich die ausgezeichnete Stimmung und zeigte einmal mehr die Schönheiten der Bergstadt auf.

Der letzte Bürgerschützenfesttag ist der Montag, bei dem nicht nur der König proklamiert wird, sondern an dem der Königsball tatsächlich – obwohl an einem arbeitsfreudigen Dienstag – die meisten Gäste ins Zelt lockt.

Der Festplatz an der Lieth-Halle liegt idyllisch im Grünen – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel

Vier Tage, die wirklich Farbe und Leben nach Obernkirchen gebracht haben. Und schön, dass es Feste dieser Art gibt.

Natürlich wird man es nie allen recht machen können. Wer meckern möchte, findet immer einen Grund dazu. Nur sei gesagt, durch die Vereine, gerade auch durch die Rotts, wird der Zusammenhalt der Gemeinschaft gepflegt. Anders, als in den sozialen Netzwerken, trifft man sich persönlich, man kennt sich und weiß, was man vom anderen erwarten kann. Durch dieses Engagement wird der Erhalt im Ort und die Verbundenheit der Menschen untereinander gestärkt.

Alle Rotts bestehen nur, weil dort Menschen aktiv sind, die sich für die Sache einsetzen, die gern etwas gemeinsam unternehmen, sich einbringen und das oftmals seit Generationen schon getan haben. Zu früheren Zeiten, als es das Internet noch gar nicht gab, hatte man als Kontaktbörse nur die Möglichkeit, sich „offline“ zu treffen, zu reden und sich gegenseitig zu helfen. Und der Trend geht auch wieder in diese Richtung zurück, denn nach dem ersten Hype stellen viele fest, dass es immens wichtig ist, den Kontakt außerhalb des „www“ zu pflegen, wenn man nicht völlig isoliert leben möchte.

Deshalb hoffen natürlich alle Beteiligten, durch ein entsprechendes Angebot möglichst viele in diesen Kreis der Bürgerschützen integrieren zu können. Entweder in den Rotts oder sogar direkt als „Schwarzkittel“.

Wissenwertes zu den Bürgerschützen Obernkirchen:

Man nennt sie auch die „Kennedys von Obernkirchen„. Gemeint ist die Familie Anke. Sie sind aber auch gleichzeitig das Füllhorn an Informationen, dass man benötigt, wenn man einen Einblick in die Geschichte des Bürgerschießens haben möchte.

Wolfgang Anke war als Stadtkommandant der Nachfolger von Kurt Lübke. Danach folgte Klaus Scholz, der Christian Anke, den Sohn Wolfgangs, als Adjutanten des Stadtkommandanten an seiner Seite hat.

Der Bruder von Wolfgang ist Udo Anke, der Nachfolger von Franz Anke, die beide Rottführer „Rott Hütte“ waren und in dritter Generation ist Henning Anke in diese Position getreten. Gleichzeitig ist Henning der Cousin von Christian und der eventuelle Nachfolger von Klaus Scholz als Stadtkommandant.

Stab der Bürgerschützen

Stadtkommandant Klaus Scholz hat neben seinem Adjutanten Christian Anke noch Stephan Eckert (Finanzen, Beförderungen, etc. = kurz: FSI Financial Superintendent wie er scherzhaft genannt wird), sowie Michael Süper (Ordonnanzoffizier, zuständig für Einladungen, etc.). Neu im Team ist Tobias Kranz, der Stabsquartiermeister und zur Entlastung Eckerts gedacht ist.

Insgesamt gehören noch 135 „Schwarzkittel“, dass sind die Chargierten in Anzug und Zylinder, zum Team der Bürgerschützen. Sie werden in den Rotts gewählt, können auf Antrag als „Schwarzkittel“ dazu kommen. Die übrigen Beteiligten tragen Strohhüte zum Umzug und gehören zum Rott, aber nicht zu den „Schwarzkitteln“. Die Anzahl derer pro Rott ist nicht vorgegeben.

In den Rotts finden regelmäßige Treffen statt, im Fall Rott Hütte zum Beispiel jeden Dienstag und Donnerstag von 17.00 – 19.00 Uhr zur offenen „Quackelstunde“.

Die Schwarzkittel treffen sich ca. viermal pro Jahr zu Sitzungen, da werden unter anderem Reisen und Fahrten geplant für den sozialen Zusammenhalt, damit der Stadtbezirk auch als Gemeinschaft Bestand hat.

Die Rotts treffen ihre Entscheidungen in ihrem Team.

Der Stadtkommandant ist eher als ein „guter Diplomat“ zu sehen, der Großveranstaltungen, wie das Grünkohlessen oder das Bürgerschützenfest mit gestaltet und die Kontakte zu anderen Kompanien und Bataillonen erhält.

Entstehung der Bürgerschützen

Der Ursprung entstammt aus der Zeit, als sich die Stadt Obernkirchen durch eine Bürgerwehr schützen musste und zudem für die Sicherheit in der Stadt zu sorgen hatte. Da Obernkirchen aus Kostengründen keine festen Stadtmauern, sondern nur Hecken hatte, musste man die Leute für die Bürgerwehr ein wenig „locken“. Das gelang auch, zum Beispiel mit dem Bürgerschießen, bei dem der Sieger von den Abgaben befreit wurde. Als Erinnerung an die damalige Schützengilde feiert man heute das Bürgerschützenfest.

Aufteilung

Stadtkommandant mit Stab, dazu 135 Schwarzkittel verteilt in 11 Rotts.

Jedes Rott hat einen Rottführer, sowie den Stellvertreter. Aus dem Rott werden die Schwarzkittel gewählt (Anzug und Zylinder). Die übrigen Mitglieder (das Fußvolk sozusagen) trägt den Strohhut. Die Anzahl der Schwarzkittel variiert je Rott, ist aber nicht auf eine Zahl beschränkt (je mehr, desto besser!). Der Rottführer wird auf Lebenszeit gewählt, es sei denn, er wird abgewählt oder hört von sich aus auf.

Der Stadtkommandant wird auch auf Lebenszeit gewählt, es sei denn, er wird abgewählt oder gibt sein Amt aus eigener Entscheidung ab.

Straßenschmuck

Jahrelang hatte man Tannenbäume als Dekoration am Straßenrand. Nicht aufgrund von einer Vorliebe zu Weihnachten, sondern aus der Tradition heraus. Irgendwann hatte man nicht mehr genügend Bäume zur Verfügung und stellte um auf Birkenzweige, deshalb sehen Sie heute in Obernkirchen geschmückte Birken. Die Farben gelb und weiß sind die Stadtfarben.

Warum mitmachen?

Warum also sollten Sie – sofern Sie die Möglichkeit haben – an diesen Festen teilnehmen oder sogar aktiv im Rott mitwirken? Weil Sie damit eine jahrhunderte alte Tradition bewahren und die Geschichte auch heute noch fortleben lassen. Was wären wir, ohne unsere Traditionen? Wo findet wahre Gemeinschaft statt? Das Internet mag als Informationsquelle dienen, aber der persönliche Kontakt ist das, was uns tagtäglich hilft, den Alltag zu bewältigen. Freunde, mit denen man gemeinsam Zeit verbringt, Hilfen, die unbürokratisch gewährt werden und ein Gefühl von Zusammenhalt in einer mehr als schnellebigen Zeit.

Danke an die Bürgerschützen Obernkirchen für ein mehr als gelungenes Fest!

image_print
Menü schließen