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Buchtipp: Verona Pooth – „Nimm Dir alles, gib viel!“
Buchtipp der Woche

Buchtipp: Verona Pooth – „Nimm Dir alles, gib viel!“

Der Name in pink, es ist neu und macht neugierig: Das Buch von Verona Pooth, geborene Feldbusch, ist ab heute in den Buchhandlungen zu finden. Und es ist keinesfalls ihr Erstlingswerk, dafür aber eine Biografie über ihr bisheriges Leben im Scheinwerferlicht der Medien.

Bekannt geworden ist sie der breiten Masse durch ihre sehr kurze Ehe mit dem Pop-Titanen Dieter Bohlen (DSDS, Superstar, Modern Talking, Blue System), mit dem sie nur vier Wochen verheiratet war, von 1996 bis1997, als die Ehe medienwirksam wieder geschieden wurde.

Die drei „Bs“ bestimmten ihre Karriere, nämlich Bohlen, Blubb und Bücher. Mit dem einen war sie verheiratet, dass andere machte sie zur Werbeikone und vom dritten gibt es immerhin drei und dieses davon wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch erfolgreich werden. Warum? Weil Verona einfach weiß, wie man sich selbst mediengerecht vermarkten kann. Ein guter Buchtitel wäre möglicherweise auch: „Nimm kein Blatt vor den Mund, wenn Du weiterkommen willst“. Eine böse Kritik? Mitnichten. Wir wissen gutes Marketing und Ehrlichkeit zu schätzen. Denn eines ist sie bei all dem Rummel um ihre Person immer geblieben: Sie selbst. Und wir wissen, wer ehrlich ist, polarisiert. Sich trotzdem nicht zu verbiegen, sondern den eigenen Weg zu gehen – dass erzeugt Respekt. Daher heute unser Buchtipp der Woche.

Verona Pooth – Nimm Dir alles, gib viel!


Verona Pooth, wurde als Verona Feldbusch am 30. April 1968 in La Paz, Bolivien geboren. Ihre Eltern zogen mit ihr und ihrem Bruder nach Hamburg, der Heimatstadt ihres Vaters, und ließen sich aber scheiden, als sie 10 Jahre alt war. Von da an lebte sie bei ihrer Mutter. Sie besuchte in Hamburg die Hauptschule und wurde mit 15 Jahren von einem Fotografen für Werbeaufnahmen entdeckt. Ende der 1980er Jahre besuchte sie noch die Höhere Handelsschule, erreichte aber keinen Abschluss.

1990 wurde sie von dem bekannten DJ Alex Christensen (u. a. Das Boot) angefragt, den Song „Ritmo de la Noche“ zu singen. Als Mitglied der Gruppe „Chocolate“ erreichte der Titel immerhin Platz 23 und hielt sich insgesamt 21 Wochen in den deutschen Charts. Der Song avancierte zum Sommerhit 1990. Außerdem nahm sie erfolgreich an mehreren Schönheitswettbewerben teil und wurde 1990 „Miss Germany“. 1993 gewann sie den Titel „Miss Intercontinental“ und 1995 den Titel „Miss American Dream„.

Nach ihrer kurzen Beziehung mit Dieter Bohlen, entdeckte das Fernsehen Verona und gab ihr die Erotikshow „Peep!„, die sie von 1996-1998 moderierte, bis sie die Tätigkeit beendete, weil sie ihr nach eigenen Worten „zu pornografisch“ geworden war.

Danach wechselte sie den Sender und erhielt ihre eigene Late Night Comedytalkshow mit dem Namen „Veronas Welt„, die sie von 1998-2000 moderierte.

Nach diversen Fernsehformaten („The Swan – endlich schön“, „Engel im Einsatz – mit Verona Pooth“) kündigte der Fernsehsender im April 2008 die weitere Zusammenarbeit, weil gegen ihren zweiten Ehemann Franz-Josef „Franjo“ Pooth, wegen Bestechung und Insolvenzverschleppung ermittelt wurde.

Ende 2010 kehrte sie mit neuen Folgen von „Engel im Einsatz“ zurück auf den Fernsehbildschirm. Es folgte eine Gastrolle in der Krimiserie „Die Rosenheimcops“. 2014 zeigte RTL zudem eine Testfolge „Verona privat – Zuhause bei den Pooths“.

Bereits 1998 spielte sie im Film „Wer liebt, dem wachsen Flügel“ mit und 1999 drehte sie den Fernsehfilm „Modern Talking“. In der Kinokomödie „Heirate mir!“ von 1999 übernahm sie die Hauptrolle.

Neben der Karriere in der Medienwelt eröffnete sie 1990 mit einer Schulfreundin in Hamburg die Boutique „Immerschön“, in der sie auch selbst designte Kollektionen anbot.

Von 2002-2004 vermarktete sie unter dem Label „Veronas Dreams“ Dessous und Schmuck. Das Unternehmen „Veronas Dreams – Feldbusch GmbH“ war bereits 1998 von ihrem Vater gegründet worden.

Durch ihren schnell wachsenden Bekanntheitsgrad wurde sie auch von der Werbung entdeckt. Besonders ihr Spruch „Da werden Sie geholfen“ der Telefonauskunft „Telegate“ machte sie bekannt. Auch dem Spinat mit dem „Blubb“ verhalf sie zu neuer Aufmerksamkeit. In Anlehnung an ihre oftmals fehlerhafte grammatikale Aussprache war sie sowohl beim Publikum, als auch den Marketingfirmen sehr beliebt.

Das Unternehmen „Maxfield“ ihres Mannes Franjo, welches ein Verfahren nach sich zog, sorgte dafür, dass viele Werbepartner eine weitere Zusammenarbeit ablehnten. Erst 2009 gab es eine neue Kampagne mit „Kik“, die jedoch aufgrund der häufig kritisierten Produktions- und Arbeitsbedingungen der Firma nicht gut ankam, zumal Pooth stets ihr eigenes soziales Engagement betonte.

Foto: Zimbio.com

Ihren jetzigen Mann Franjo Pooth lernte sie im Jahr 2000 kennen, 2004 heirateten sie und die beiden Söhne (San Diego *2003 und Rocco *2011) machten die Familie komplett.

Bereits zu ihrer ersten Schwangerschaft entstand das Buch „Der kleine Feldbusch„, erschienen 2003, zuvor kam bereits das Buch „Kochen mit dem Blubb„, im Jahr 2000 heraus.

Worum geht es in ihrem neuen Buch?

Nach einer sehr medial ausgelebten schnell startenden Karriere, in der sie vor allem als ihre eigene Marke auftrat und besonders als Werbeikone erfolgreich war, brachte das Insolvenzverfahren ihres Mannes, welches sehr durch die Bekanntheit der Pooths von den Banken gefördert wurde („Insolvenzverfahren gegen Franjo Pooth eröffnet“, Die Welt, März 2008), die ihrerseits meist zusammen in Talkshows auftraten und bei denen Franjo Pooth gute Werbung für sein Unternehmen machte, Verona Pooth in ein schlechtes Licht. Obwohl nicht selbst am Unternehmen beteiligt, machte sie zumindest Werbung für Maxfield. Durch diese große Aufmerksamkeit florierte Maxfield anfangs und Franjo Pooth wurde 2006 sogar Finalist des Wettbewerbs „Entrepreneur des Jahres“.

Im Nachhinein sagte man, dass der Bekanntheitsgrad der Pooths die Kreditvergabe vereinfacht haben solle. (Bestechungsvorwurf gegen Veronas Ehemann: Sparkasse – da werden Sie geholfen – Bericht aus 2008)

2008 musste die Firma jedoch wegen Überschuldung Insolvenz anmelden. Eine Zeit, an die sich beide ungern zurückerinnern.

Und genau darum geht es letztendlich: Erinnerungen aus dem Leben einer Werbeikone. Vom Aufwachsen als Scheidungskind über ihre musikalischen Anfänge und ihre Kurzehe bis hin zu der erfolgreichen Unternehmerin.

Heute macht Verona besonders auf Instagram Furore, wo sie ihre Follower mit immer neuen Bildern von sich und der Familie auf dem Laufenden hält. Wer so gern öffentlich sein privates Leben teilt, wozu dann noch ein Buch darüber schreiben? Aber Verona Pooth möchte nun einmal ihre eigene Sicht der Dinge erzählen. Und wer sie erlebt hat, ahnt, dass sie das durchaus mit einer Gabe macht, sich über eigene Unzulänglichkeiten lustig zu machen und auszusprechen, was ihr durch den Kopf geht, auch, wenn das Ergebnis nicht unbedingt zu ihrem Vorteil ist. So finden sich im Buch Episoden á la: Wie sie ihre kurze Musikkarriere sieht. Wie die Ehe mit Dieter Bohlen tatsächlich war. Wie sie ihren Traumprinzen kennenlernte und schließlich zu einer Familie wurden. Wie sie zur Werbeikone aufstieg und wie sie ihrerseits die Boulevardpresse sieht.

Nicht unamüsant dabei, dass derzeit die „Bildzeitung“ Teile der Biografie abdruckt, so dass selbige Presse am Ende doch wieder der Steigbügel zu sein scheint, den man benötigt, um wieder am Rennen um den ersten Platz der Printmedien teilnehmen zu können.

Eine Passage des Buches bekommt derzeit in den sozialen Netzwerken und der Presse besondere und eher negative Aufmerksamkeit: Die kurze Ehe mit Herrn B. Was vor über 20 Jahren schon für wildes Rascheln im Blätterwald der Yellowpress sorgte, wird nun noch einmal aufgekocht und wiedergegeben. Bereits zum 65. Geburtstag gratulierte Frau Pooth Herrn Bohlen süffisant auf Instagram und versprach ein Exemplar ihres neuen Buches als Geschenk zu übersenden. Was zuerst noch recht witzig klang, erhält nun durch diese neuerlichen Schlagzeilen einen üblen Beigeschmack. Biografie – ja, aber muss man dafür alte Kamellen, die längst durch die Medienlandschaft gelaufen sind, nochmals aufwärmen? Selbst Franjo Pooth ist „not amused“ über den Teil der Geschichte, den er, so sagte er gegenüber der Presse, ausgeblendet hat. Seine Insolvenz und die Kurzehe seiner Frau würde er gern abhaken. Nicht jedoch Verona, die diesen Teil als so wichtig erachtet, dass er ins Buch musste: „Immerhin eine Ehe“. Man könnte auch sagen, der Mitauslöser einer beispiellosen Karriere. Denn gerade dieser Kontakt sorgte damals dafür, dass man der Bohlen-Ex verschiedene Angebote im Fernsehen machte. Mit der schlagzeilenträchtigen Beziehung begann der kometenhafte Aufstieg einer Werbefigur, die mit Plateauabsätzen und perfekt geschminkt, ihre Worte im hamburger Dialekt in die Kamera sprach.

Dass sie die Gunst der Stunde gut für sich genutzt hat, im Gegensatz zu vielleicht anderen Ex Damen von Herrn Bohlen, ist dabei ohne Frage. Und dafür muss man sie dann schon wieder mögen, dass sie auch dazu steht. Wenn schon eine Biografie, dann doch bitte alles hinein, was das Ganze noch etwas unterhaltsamer und interessanter macht.

Ihr Erfolgsrezept? Aus wenig Chancen das Bestmögliche herausholen, dabei authentisch bleiben und zu seinen Schwächen und Schummeleien stehen. Sie ist auch eine der wenigen prominenten Damen, die zu ihren nachgeholfenen Verschönerungen steht und nicht von „guten Genen und viel Wasser“ daherredet. Auch hat sie nie ein Abitur oder einen Doktortitel dazugedichtet, wo kein Abschluss zu finden war. Und auch die Supermama lässt sie nicht raushängen, genau so wenig wie die tolle verzeihende Ehefrau. Das merkt man nicht nur in den Auftritten vor der Kamera, sondern auch in vielen Zeilen ihres Buches.

Warum übrigens gerade die Bildzeitung Auszüge drucken darf ist schnell erklärt: Die Mitautorin Johanna Völkel (übrigens Ehefrau von Boss Hoss Sänger Alec Völkel) schreibt für das Boulevardblatt, so schließt sich der Kreis.

Unser Fazit: Durchaus unterhaltsam geschrieben, eine Mischung aus bekannten Schlagzeilen und Aussagen aus der Sicht von Verona. Ein Rückblick auf 30 Jahre Medienerfahrung und aus der Reihe der übrigen Biografien durchaus amüsant hervorzuheben.

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Gebundene Ausgabe: 272 Seiten Verlag: mvg Verlag (27. Februar 2019) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3868829881 ISBN-13: 978-3868829884

19,99 € Hardcover

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