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Buchtipp: Otto Waalkes – Die große Otto Biografie – Nach einer wahren Geschichte
Buchtipp der Woche

Buchtipp: Otto Waalkes – Die große Otto Biografie – Nach einer wahren Geschichte

Anlässlich seines 70. Geburtstages hat Otto Waalkes sein neues Buch „Die große Otto Biografie – Nach einer wahren Geschichte“ herausgebracht. Doch bevor wir Ihnen Ottos neuestes Werk präsentieren, widmen wir uns zunächst dem Autor:

Foto: Otto Waalkes

Wer kennt sie nicht? Die liebenswerten kleinen Ottifanten, erfunden und gezeichnet von Otto Waalkes. Überall geben sie ihren Kommentar in ihrer typischen Form: Rüssel, große Augen und immer einen Schalk im Nacken. Otto Waalkes begeistert seit Jahrzehnten. Und wer hätte gedacht, dass der Junge aus Emden, seinerzeit mit Gitarre und Blödeleien auf den Bühnen unterwegs, der mit seinen gezeichneten Ottifanten Büchern noch heute begeistert, einmal einer der bekanntesten deutschen Künstler werden wird?

Ottifanten (Foto: Ottifanten.de)

Allein die Comics von Otto, die über die Ottifantenfamilie berichten, sind schon überaus erfolgreich:

Die Ottifanten Comics

Wenn jemand aus dem „Land der Leuchttürme“ so berühmt wird, widmet man ihm auch gern ein Museum: So geschehen in der Stadt Emden, die ihrem bekanntesten Sohn ein „Otto-Huus“ gab, in dem man nicht nur eine Menge Fanartikel erwerben kann, sondern auch alles über die Welt der Ottifanten erfährt. Doch neben den Comicfiguren war Otto Waalkes selbst durch seine Bühnenperformance einzigartig. Angefangen von seiner eher strähnigen Frisur, über die weiten Jeans samt Trägern bis zu seinem hoppeligen Gang kreierte er die Person Otto.

Und wie hat alles angefangen: Youtube
Ein Beispiel für das Talent des selbsternannten „Friesenjung“.

Seine Familie war ihm stets wichtig: Otto Gerhard Waalkes, meist nur Otto, ist am 22. Juli 1948 in Emden als zweiter Sohn des Malermeisters Karl Waalkes und seiner Frau Adele, geb. Lüpkes, geboren. Otto wuchs zusammen mit seinem älteren Bruder Karl-Heinz im Emder Arbeiterstadtteil Transvaal auf.

Otto Waalkes war von 1987 – 1999 mit Manuela „Manou“ Ebelt verheiratet. 1987 wurde der Sohn Benjamin Karl Otto Gregory geboren. Im Jahr 2000 heiratete Waalkes die Schauspielerin Eva Hassmann. Das Paar trennte sich Anfang November 2011 offiziell. Am 22. November 2012 wurde die Ehe geschieden. Otto Waalkes lebt heute in Hamburg.

1968 bestand Otto Waalkes am Gymnasium für Jungen in Emden die Abiturprüfung. 1970 nahm er an der Hochschule für bildende Künste Hamburg – nachdem er keinen Studienplatz in Freier Malerei erhalten hatte – ein Kunstpädagogikstudium auf, übte den Lehrerberuf jedoch nie aus.
Seinen ersten Auftritt auf einer Bühne absolvierte er im Hamburger Folkloreklub „Danny’s Pan“, wo man für fünf Mark zehn Minuten lang sein Können zeigen konnte. In Hamburg wohnte er in der Wohngemeinschaft „Villa Kunterbunt“ mit vierzehn Mitbewohnern, unter ihnen Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen.
Zur Finanzierung seines Studiums trat Otto Waalkes mit der Gitarre weiter in kleinen Clubs in Hamburg auf. Er erzählte zu seinen Liedern ein paar Witze, und wenn er mal ganz nervös das Mikrofon fallen ließ, dann entschuldigte er sich dafür. Irgendwann kamen die Entschuldigungen besser an als seine Musik und so entwickelte sich langsam seine Bühnenshow. Die Clubs wurden immer größer – und hießen plötzlich nicht mehr „Onkel Pö“, sondern „Westfalenhalle“. 1972 lernte Waalkes seinen späteren Manager Hans Otto Mertens kennen, hatte mit seiner Band „The Rustlers“ sein erstes großes Konzert in Hamburg, wobei er live und auf eigene Kosten mitschnitt, und gründete mit Mertens das Label „Rüssl Räckords“. Das Label wurde gegründet, da keine Plattenfirma die Live-Mitschnitte Waalkes’ veröffentlichen wollte. Noch im gleichen Jahr erschien die LP „Otto“, die sich 500.000 Mal verkaufte.

Wikipedia
Ottos Band „The Rustlers“ – Foto: Otto Waalkes
Neues von Otto Waalkes – Kleinhirn an alle

70 Jahre Otto Waalkes!

Durch Rollen wie zum Beispiel „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ (2004), „Otto-Der Film“ (1985) oder auch „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“ (2015), wie auch als Synchronsprecher in „Ottos Ottifanten“ (1993), als das Faultier Sid in „Ice Age“ (2002) und auch in „Der Grinch“ (2018) erlangte er Bekanntheit. Natürlich kennt man Otto als Musiker, Regisseur, Komiker, Comiczeichner und eben als Autor. Zahlreiche Auszeichnungen hat er bereits erhalten, wie fünf „Bambis“, den deutschen Comedypreis (2007), die goldene Henne (2018) sowie den „Echo“ (1997).

Zum Klappentext: Otto wird rund! 70. Geburtstag am 22.07.2018. Darauf haben Generationen von Fans gerade noch gewartet: Otto erzählt aus den ersten 70 Jahren seines Lebens – einem märchenhaften Aufstieg vom Deichkind zum Alleinunterhalter der Nation. Seine Sketche und Figuren haben unser kollektives Gedächtnis und unseren Witzwortschatz bereichert: Harry Hirsch (übergibt sich ins Funkhaus), Robin Hood (der Stecher der Entnervten), Susi Sorglos (föhnt ihr goldenes Haar), Louis Flambée (kocht Pommes de Bordell) Peter, Paul and Mary (are planning a bank robbery) und der „Schniedelwutz“ (hat es bis in den Duden gebracht). Aber: Wer waren eigentlich Ottos Vorbilder? Wo kommt er her? Was treibt ihn an? Wie entsteht seine eigene Art von Komik? Und wozu überhaupt? Gibt es ein Geheimnis?

Unser Fazit: Ein lustiges und unterhaltsames Buch, das den bekannten Komiker einmal von einer anderen, sensiblen Seite zeigt, indem er nicht nur von den fröhlichen Momenten seines Lebens berichtet. Für diejenigen, die ihn allein mit seinen Otto Filmen verbinden oder der Ansicht sind, es ist ihm alles „zugeflogen“ werden hier eines besseren belehrt. Vollkommen ehrlich erzählt Otto in diesem Buch nicht nur mit viel Witz, sondern auch mit einer ungewohnten Ernsthaftigkeit von seiner Geburt bis zum heutigen Tag, ohne, dass das Buch anfängt zu langweilen oder es überzogen vorkommt. Angefangen von seinem Studium, über die berühmte WG, seinen Anfängen und ersten Erfolgen, bis hin zum heutigen Tag erfährt der Leser viele persönliche Begebenheiten abseits dessen, was die „Yellow Press“ bislang berichtet hat. Ein talentierter Künstler, der sich sein Publikum erspielt hat. Von kurzen 10-Minuten Auftritten bis hin zu den ganz großen Hallen war es ein langer Weg. Disziplin und ein Gespür für das, was die Leute wollen, hat ihn so erfolgreich werden lassen. Dabei hat er nie das verloren, was ihn so sympathisch macht: Das Bodenständige, die Ehrlichkeit und die Gabe, sein Privatleben weitestgehend privat zu halten und jede „unangenehme“ Frage mit einem Scherz abzuwimmeln. Die Bodenhaftigkeit erkennt man auch in den Interviews, in denen ein Stück des ernsthaften Otto zu sehen ist. Dabei hinterlässt er einen eher schüchternen und unsicheren Eindruck, was seine Person, wie auch seine Rolle als Comedian so liebenswert macht.

Seine Liebe zu seiner Heimat Friesland hat er nie verleugnet, was sich nicht nur in seinen Erzählungen, sondern auch in den Schausplätzen der Filme zeigte. Und wenn es jemand schafft, eine einzelne Figur so zu skizzieren, dass Sie anhand der Zeichnung sofort mit dem Erfinder in Verbindung gebracht wird, dann ist das schon besonders.

Die Rezensionen zum Buch sind durchweg positiv: Wer ein Buch gefüllt mit Witz und Klamauk erwartet, stellt nach wenigen Kapiteln fest, dass Otto Waalkes mehr wollte. Hier ist seine Biografie, in seinen Worten und so persönlich, als würde man sich privat mit ihm unterhalten. Er gibt einen Einblick in die Anfänge und berichtet nebenbei über die 70er und 80er Jahre.

Alles in allem ein Buch, das sich zu kaufen lohnt, tiefsinnig, aber trotzdem noch humorvoll, von Otto Waalkes, sympathisch und ehrlich wie immer.

Otto Waalkes, Kleinhirn an alle, Die große Otto Biografie.

ISBN: 978-3453201163

Preis: 22,00 €

Seiten: 416

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