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Buchtipp: „Marschmusik“ von Martin Becker
Buchtipp der Woche

Buchtipp: „Marschmusik“ von Martin Becker

Heute stellen wir Ihnen das Buch „Marschmusik“ von Martin Becker vor, welches am 14. Januar 2019 erschienen ist.

Doch zuerst über den Autor:

Martin Becker wurde 1982 geboren und wuchs in der sauerländischen Kleinstadt Plettenberg auf. Durch seinen Vater entdeckte er früh die Neigung zu Geflügel- und Kaninchenausstellungen und seine bis heute stark ausgeprägte Liebe zu Feuerwehrfesten und Tombolas. Nach einem Engagement als freier Konservendoseneinräumer begann Martin Becker mit der journalistischen Arbeit für das „Süderländer Tageblatt“, der Lokalzeitung seiner Heimatstadt. Zu seinen Lieblingsgeschichten, die er damals schrieb, zählt die Odyssee eines ausgebrochenen Pfaus, der auf einem Firmengelände Feueralarm auslöste und schließlich gefangen und einer glücklichen Tochter zurückgebracht werden konnte, die das Tier von ihrem Vater zum Geburtstag bekommen hatte. Auf Grundlage dieser Erfahrungen studierte Becker danach ein Jahr Germanistik und Philosophie in Bochum. Anschließend folgte ein Studium von Prosa und Dramatik/Neue Medien am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Seit 2005 arbeitet Martin Becker als freier Autor für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, hatte Lehraufträge an Universitäten und war von 2011 bis 2012 als fester Dozent für Schreibseminare beim „Experimentellen Radio“ der Bauhaus-Universität Weimar beschäftigt. Beim nächtlichen Singen und Lärmen auf den Straßen Weimars wurde er damals von der Polizei fast festgenommen. Dennoch ist sein polizeiliches Führungszeugnis bis heute einwandfrei. Martin Becker lebte lange Zeit in Leipzig und zwischendurch in Prag. Mittlerweile wohnt er in Köln.

Und nun zum Buch:

Tief unter der Erde hält der junge Mann aufgeregt und fiebrig ein warmes Stück Kohle in der Hand. Zum ersten Mal. Hier im Streb, wo Generationen von Bergleuten malocht haben. Bald endet die Kohleförderung in Deutschland. Und damit das Leben unter Tage. Dann ist im Ruhrpott Schicht im Schacht. Und es bleiben nur noch Erinnerungen: An den wortkargen Vater und die Abende mit Bier,Schnaps und Marschmusik aus dem Küchenradio. An ein Milieu, das für immer verschwinden wird. In den frühen Sechzigern lernen sich die Eltern des jungen Mannes kennen: Sie ist Näherin, er ist Kohlenhauer. Viele Jahrzehnte später will der erwachsene Sohn endlich Licht ins Dunkel der eigenen Familiengeschichte bringen: Wie hat die Familie gelebt inmitten von Zechentürmen, Taubenschlägen und Schrebergärten? Und was ist eigentlich noch übrig vom bescheidenen Reihenhaus, das dem erwachsenen Sohn doch früher vorkam wie ein Palast? Wie lange wird seine Mutter noch rauchend im Sessel sitzen und sich an den verstorbenen Vater erinnern? Und was bleibt, wenn es das alles wirklich bald nicht mehr gibt?

Martin Becker erzählt vom Aufwachsen in einer proletarischen Familie am Rande des Ruhrgebiets. Vom Außenseitertum der kleinen Leute, aber auch von Momenten großen Glücks, die in einer vermeintlich tristen Kleinstadtkindheit doch immer wieder aufblitzen. »Marschmusik« ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden, ein Buch über die magische Welt des Kohlebergbaus und über die verführerische Kraft der Finsternis unter Tage – allem Verschwinden zum Trotz immer wieder erzählt mit Leichtigkeit und Witz

Seiten: 288

Preis: 10,00 €

ISBN: 978-3630875101

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