Buchtipp: „Jan Fedder – Unsterblich“ die Biografie
Buchtipp der Woche

Buchtipp: „Jan Fedder – Unsterblich“ die Biografie

Heute stellen wir Ihnen die autorisierte Biografie „Jan Fedder – Unsterblich“ von Tim Pröse vor, welche am 02. April 2020 erschienen ist.

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Und wir machen das bewusst an einem Donnerstag, denn heute ist der „Welttag des Buches“ und dieses Buch verdient einen besonderen Platz – in unseren Buchtipps und in Ihrem Bücherregal.

Ganz klar – wir mögen Jan Fedder. Auch und gerade für diesen weltbesten Satz:

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„Es ist doch oft so, dass die attraktivsten Frauen allein sind. Weil die Männer Angst vor toughen, intelligenten Frauen haben. Ich kenne viele Beispiele von Superfrauen, die als Single leben.

Jan Fedder (Frauenversteher, Menschenkenner) *Interview „Das Erste“

Warum war Jan Fedder so beliebt?

Weil Jan Fedder jemand war, der erst gar nicht versucht hat, jemand anderes zu sein: Besser, klüger, humorvoller,… Wie sagte er so schön?

„Ich habe wie Dirk Matthies (Sein Alter Ego in „Das Großstadtrevier“) ein großes Herz für kleine Leute, die Schwachen. Ich beurteile Menschen nicht danach, was sie beruflich machen, was sie haben.“

Jan Fedder, Mopo

Jan Fedder war Jan Fedder und fertig. Nicht immer nett, aber immer ehrlich. Auch, wenn man damit aneckt und sich nicht unbedingt Freunde macht. Und auch, wenn man gegenüber den Medien nicht alles sagen sollte, was einem so über die Zunge will. Aber Fedder hatte nichts übrig für irgendwelche arroganten „Spacken“:

„Hauptberuflich bin ich Mensch und nebenberuflich Schauspieler“.

Jan Fedder, Mopo

Jan Fedder verkörperte auch ein Stück Hamburg, und zwar die Seite, die nichts mit Blankenese oder der Hautevolée zu tun hat, sondern mit dem Kiez und dem Hafen, das einfache Leben eben, die einfache Sprache, Bodenständigkeit, ein sehr trockener Humor, eine gewisse Wortkargheit und ein Blinzeln im Auge, das zeigte, „der Junge hat es faustdick hinter den Ohren, leg Dich besser nicht mit ihm an, du könntest verlieren“.

Als Jan Fedder dann am 30. Dezember 2019 für viele plötzlich und unerwartet viel zu früh gestorben ist, ging mit ihm auch der, wie er selbst über sich sagte, letzte Volksschauspieler. Einer, der fürs Volk spielte und dem man seine Rollen abgenommen hat, weil da einiges von ihm selbst drin steckte. Schwierige, einsame Charaktere, irgendwie immer der Typ Einzelgänger. So, wie er durchaus auch privat war. Obwohl er 20 Jahre mit seiner geliebten Marion verheiratet war, lebten beide in verschiedenen Wohnungen. Denn:

Schauspielerkollegen und Regisseure kamen manchmal über Wochen oder Monate bei mir unter. Aber bei Frauen habe ich immer gesagt, lass’ uns mal lieber getrennt wohnen. Ich kann hier meine Pizza-Reste liegen lassen, mache die Tür zu und habe meine Ruhe.

Jan Fedder, Fernsehinterview

Denn Fedder war jemand, der sich zurückzieht, wenn es nicht gut läuft, der Dinge mit sich selbst abmachte, niemandem zur Last fallen wollte, auch der eigenen Familie nicht und dem Jammern gar nicht lag. Dabei hatte er durchaus Grund dazu, seine schwere Krebserkrankung 2012 hat ihm sehr zu schaffen gemacht. Und so richtig wieder auf die Beine gekommen ist er danach nicht mehr. 2016 ist er noch schwer gestürzt, danach wurde es stiller um ihn. In seinem letzten großen Fernsehinterview 2018 mit Reinhold Beckmann, erzählte er zum ersten Mal über seine schwere Krankheit und den Kampf gegen den Krebs:

„Es war wohl das 14. Mal, dass ich ans Tor oben geklopft habe. Aber der liebe Gott hat gesagt, er will mich noch nicht. Dieses Mal war es jedoch wirklich knapp!“

Jan Fedder zu Gast bei Reinhold Beckmann

Ganz entspannt erzählte er dann auch von seiner Beerdigung, die sei natürlich genauestens geplant und würde in der Hamburger St. Michaelis Kirche stattfinden, dem „Michel“. Damit verband er selbst sehr viel: Getauft, konfirmiert und geheiratet habe er da und deshalb natürlich auch die Beerdigung. Wie alles ablaufen sollte, dass sei längst festgelegt.

Im Gespräch kamen aber auch die ganzen Kuriositäten zu Tage, die Fedder so sammelte. Zum Beispiel hatte er in einem Gespräch mit Altkanzler Helmut Schmidt, was nicht gerade freundlich begonnen hatte, gemeinsam ein paar Zigaretten geraucht und die Kippen von Schmidt dann mitgenommen. Fedder liebte solche Sammlerstücke, auch eine Strumpfhose von Inge Meysel war in seinem Besitz und ein Schreibtisch von Hans Albers. Alles das lagerte auf seinem Bauernhof, im Norden, wo er gern Zeit verbrachte. Auch wieder allein. Dann hatte er noch eine Wohnung mit Blick zum Hafen auf St. Pauli, ohne seine Frau, denn getrennte Wohnungen sind ja wie bereits erwähnt (s)eine Garantie für eine glückliche Ehe, so sagte er. Obwohl – ganz am Anfang, als das mit den Frauen losging, habe er mal probiert und vier Wochen mit einer Frau zusammengewohnt, dann sei klar gewesen, so das richtige ist das nicht für ihn.

Dafür hat er gelebt, gerne und auch gerne exzessiv. Die Kerze, die an beiden Enden brennt, das verbindet man auch mit ihm. Denn gefeiert hat er, und getrunken:

„Was ich alles erlebt habe…Was ich getrunken habe – die Elbe ist ein Dreck dagegen.“

Zitate von Jan Fedder

Und einige gute Filme gemacht, die Lenz Verfilmungen zum Beispiel oder das legendäre „Boot“, wo er mit Leuten wie Wennemann, Prochnow und Grönemeyer zu Kultfiguren avancierte.

Apropos Grönemeyer, Musik hat er auch gemacht, und dass gar nicht mal schlecht. Die Bühne, dass war immer sein Ding. Und es gab viele Kollegen, die manche Rolle seinetwegen angenommen haben.

Gedreht hat er auch bis zum Schluss. Seine Paraderolle, die des Polizisten Dirk Matthies in „Das Großstadtrevier“. Die spielte er so gut, dass man ihn sogar zum Ehrenkommissar ernannte. Aber auch, weil er durch seine Rolle viel positives für das Ansehen der Hamburger Polizei und den Polizeidienst im Allgemeinen geleistet hatte. Fast 30 Jahre war er mit der Rolle in der Serie verbunden. In ganz jungen Jahren hat er angefangen zu schauspielern, mit 13 Jahren stand er das erste Mal auf der Bühne und war begeistert von der Schauspielerei. Ob Theater oder Film, Fedder nannte sich selbst ein Zirkuspferd, dass immer auftreten müsse. Die letzten Folgen der neuen Staffel der Vorabendserie „Großstadtrevier“ konnte er nun nicht mehr beenden. Er wurde während der Dreharbeiten sehr krank und schaffte es nicht mehr zurück ans Set.

Fedder starb so, wie er es wollte: Allein, in seiner Hamburger Wohnung, nur niemandem zur Last fallen, bis zum letzten Atemzug sich in seine einsame Höhle zurückziehen.

Am 14. Januar 2020, eigentlich wäre es Fedders 65. Geburtstag gewesen, fand die ungewöhnliche, aber sehr bewegende Trauerfeier im Michel statt. Querbeet aus allen Gesellschaftsschichten kamen die Trauergäste: Von der Politik und Medienlandschaft über engen Freunden bis hin zu Wegbegleitern aus St. Pauli saß man gemeinsam in den Kirchenbänken und erinnerte sich an ihn, bis zum Schluss schaffte er es, die Leute zu überraschen. Die Musik war eigenwillig, spiegelte Fedders Leben wieder, die Reden auch mal etwas frecher, aber eins hatten sie alle gemeinsam: die Erinnerung an das große Herz Fedders, dass unter seiner knurrigenFassade schlug, für seine Frau Marion, für seine Freunde und Wegbegleiter und am meisten sicherlich für seine große Liebe – Hamburg und den Kiez. Und so ging es zum Abschied nochmals über die Reeperbahn, begleitet von vielen Fans und Freunden, die an den Straßen standen und „ihrem Jan“ ein letztes Mal zuprosteten. In Hamburg ist es eben alles etwas anders. (Lesen Sie den Bericht zum Abschied von Jan Fedder hier):

Alles das findet sich auch in dieser Biografie wieder. Geschichten, die man kennt, aber auch Momente, die Fedder dem Autor in vielen Gesprächen geschildert hat. Über allem liegt ein Stück Wehmut, darüber, dass Jan Fedder viel zu früh gegangen ist. Und ein bisschen auch die Hoffnung, dass sich die Leute an mehr erinnern als nur an den Polizisten aus dem Großstadtrevier. „Jan, Du fehlst!“

Über Tim Pröse:

Tim Pröse, geboren 1970 in Essen, lebt als Buchautor und freier Journalist in München. Sein 2020 erschienenes Buch „Jan Fedder – Unsterblich“ schaffte es aus dem Stand heraus auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften, Politik und Psychologie war Pröse Chefreporter der Münchner Abendzeitung und schrieb für das „Reportagen“-Ressort des Magazins Focus. Eines seiner einfühlsamen Porträts wurde beim Katholischen Medienpreis ausgezeichnet.

2016 erschien bei Heyne sein Longseller „Jahrhundertzeugen. Die Botschaft der letzten Helden gegen Hitler. 18 Begegnungen“ (Heyne, in der 5. Auflage). Die FAZ schrieb: „Eines der berührendsten Bücher des Jahres.“ Udo Lindenberg meinte: „Dieses Buch betet nicht die Asche an, sondern reicht die Flamme weiter!“

2017 folgte die Biografie „Hallervorden. Ein Komiker macht Ernst“ im Verlag Hoffmann und Campe (Platz 30 der Spiegel-Bestsellerliste), für das Pröse Hallervorden ein Jahr lang begleitete und den Schauspieler u.a. auf dessen Privatinsel im Atlantik besuchte. Markus Lanz sagte in seiner Sendung vom 26.09.2017: „Ein schönes und gelungenes Buch, in dem ich viel und gern gelesen – und einen völlig anderen Hallervorden kennen gelernt habe!“

2018 erschien „Samstagabendhelden. Persönliche Begegnungen mit den legendärsten Stars aus Film, Funk und Fernsehen“. Stefan Felbinger (Welt am Sonntag) schrieb dazu: „Eine liebens- und lesenswerte Zeitreise, nicht nur für alle, die mit Winnetou, ,Wetten, dass..?‘ und Hape Kerkeling groß wurden! Tim Pröses Helden haben Strahlkraft bis heute.“

2019 kam dann „Mario Adorf. Zugabe!“ bei Kiepenheuer & Witsch (Platz 31 der Spiegel-Bestsellerliste) heraus. Tim Pröse interviewte Adorf für dieses Werk eine Woche in dessen Sommerhaus in St. Tropez. „Das Buch „Zugabe“ zeichnet auf Basis unzähliger Gespräche und Begegnungen ein feinfühliges Porträt des Schauspielers Mario Adorf«, so das ZEITmagazin.

2020 erschien „Jan Fedder – Unsterblich“ und landete gleich nach Erscheinen auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Pröse begleitete Fedder für dieses Buch in dessen letztem Lebensjahr. Die BUNTE nannte die Biografie „eine wunderbare Hommage“ und der NDR meinte „Jan Fedder hat sein Leben unsterblich gemacht“.

Tim Pröse hielt bislang mehr als 150 Lesungen, etwa auf Einladung von Udo Lindenberg (auf dessen „Rockliner“), der „Weißen Rose Stiftung“ in München und der „Gedenkstätte Deutscher Widerstand“ in Berlin. 2018 trat er zusammen mit Dieter Hallervorden in dessen Berliner Schlosspark Theater auf für eine gemeinsame Lesung.

Kontakt und Anfrage für Lesungen: timproese@icloud.com

Quelle: Amazon Autoreninformationen

Zum Buch:

Die erste und einzige autorisierte Biografie von Jan Fedder – mit unveröffentlichten exklusiven Fotos und Interviews


»Ich habe alles gelebt und erlebt. Ich habe all meine Sehnsüchte gestillt und ich vermisse nichts. Denn was bleibt von einem Menschen? Seine Knochen. Und seine Geschichten.«

Jan Fedder

Jan Fedder: direkt, gerade, ehrlich, kein Diplomat, aber mit großem Herzen für die Menschen – so verkörperte er wie kein zweiter DEN Hamburger schlechthin. Er starb am 30. Dezember 2019.
Jan Fedder war nicht nur ein großer Schauspieler, sondern vor allem ein großartiger Mensch, einer von den ganz großen, die es so nie wieder geben wird. Er spielte Dirk Matthies in der ARD Serie »Großstadtrevier«, den Bauern Kurt Brakelmann in »Neues aus Büttenwarder«. Denkwürdige Rollen als Bootsmann Pilgrim im Film »Das Boot« und in den Siegfried-Lenz-Verfilmungen »Der Mann im Strom« und »Das Feuerschiff« zeigen ihn als Darsteller ernsterer Charaktere. Doch bei allen Erfolgen sagte Jan Fedder von sich:

»Hauptberuflich bin ich Mensch – im Nebenberuf bin ich Schauspieler.«

Jan Fedder

Jetzt erzählt Tim Pröse das Leben dieses einzigartigen Mannes. Kurz vor seinem Tod erreichte Jan Fedder das vollendete Manuskript, gespickt mit vielen Zitaten – die autorisierte Biografie, in der Jan Fedder selbst, seine Frau Marion, Freunde und Weggefährten über ihn sprechen, die Geschichte seines Lebens erzählen – in voller Länge, mit all den schönen und jubelnden wie auch mit wehmütigen und traurigen Kapiteln. Aufrecht und geradlinig steht er vor uns! Von einem wie ihm kann man nur lernen…

Preis: 22,00 €

Seiten: 256

ISBN: 978-3453218024

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Informationen zum Welttag des Buches:

Am 23. April 2020 ist es wieder so weit: Deutschlandweit feiern Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen und Lesebegeisterte am UNESCO-Welttag des Buches ein großes Lesefest.

Eine regionale Tradition ist zu einem internationalen Ereignis geworden: 1995 erklärte die UNESCO den 23. April zum „Welttag des Buches“, dem weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren. Die UN-Organisation für Kultur und Bildung hat sich dabei von dem katalanischen Brauch inspirieren lassen, zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher zu verschenken.

Über diesen Brauch hinaus hat der 23. April auch aus einem weiteren Grund besondere Bedeutung: Er ist der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes. Auf der Seite „Welttag des Buches“ möchten wir allen Interessierten und Lesebegeisterten die Aktionen der Welttag des Buches Partner Börsenverein, Stiftung Lesen, cbj Verlag, Deutsche Post, ZDF und avj vorstellen.

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