Buchtipp: „Ausgemustert“ von Susanne Fröhlich
Buchtipp der Woche

Buchtipp: „Ausgemustert“ von Susanne Fröhlich

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Unser heutiger Buchtipp ist der Bestseller „Ausgemustert“ von Susanne Fröhlich, der am 3. Februar 2020 erschienen ist.

Über die Autorin:

Foto: Quelle

Ihr Name ist Programm, denn eines scheint Susanne Fröhlich tatsächlich immer zu haben: gute Laune. Dazu hat die 1962 in Frankfurt am Main geborene Moderatorin und Buchautorin auch allen Grund. Ihre Fernseh- und Radiosendungen sind überaus beliebt und ihre Romane und Sachbücher Bestseller; allen voran „Moppel-Ich“, das sich über eine Million Mal verkaufte. Ihr Talent zeigte sich früh, bereits 1984 arbeitete sie als Moderatorin und Redakteurin für den Hessischen Rundfunk. Bekannt wurde sie mit der Singlesendung „hr3 Ausgehspiel“, in der sie ihren Witz und ihre Schlagfertigkeit „an den Mann bringen“ konnte. Heute ist sie eine feste Größe, sowohl im Fernsehen als auch auf den Bestsellerlisten.

Zum Klappentext:

Foto: Sabine Christel

Was tun, wenn der Mann nach zwanzig Ehejahren plötzlich für eine viel Jüngere das gemeinsame Leben verlässt? Wenn einem mit Ende Vierzig, einer halbwüchsigen Tochter und einem Teilzeitjob ein Single-Dasein aufgedrängt wird, das man sich so ganz sicher nicht freiwillig ausgesucht hätte? Wenn Nachbarinnen plötzlich auf Distanz gehen, weil man als Venusfliegenfalle für brave Ehemänner gilt? Und nicht mal die eigenen Eltern Mitleid haben? Da hilft nur der Kaltstart in ein neues Leben und den Zumutungen des alten die Stirn zu bieten. Mit einem Tinder-Account und Männern, die die Suche nach dem Glück auch noch nicht aufgegeben haben.

Unsere Meinung

Susanne Fröhlich, das muss man wirklich sagen, der Name ist Programm. Diese Frau strahlt eine Herzlichkeit aus, bei der man sich vorstellen kann, dass sehr viel von ihr persönlich auch in ihre Figuren übergegangen ist. Mein persönlicher Liebling ist ja die Protagonistin Andrea Schnidt, die als Mutter über Ehefrau bis hin zur Ex-Frau über mehrere Jahre in verschiedenen Bänden (u. a. Treuepunkte, Feuerprobe, etc.) aus ihrem Leben berichtet hat. Basis dieser Bücher waren sehr viel Humor und auch das Eingeständnis darüber, dass man als Frau keinesfalls perfekt ist, es aber gern wäre.
Jeder wünschte sich doch so eine Andrea Schnidt als Nachbarin: Praktisch veranlagt, einem Glas Wein nicht abgeneigt, mit dem Herz auf dem rechten Fleck und mit sehr viel Humor ausgestattet.

Daneben hat Susanne Fröhlich auch andere Bücher geschrieben, z.B. „Moppel-Ich„.

Jetzt hat es eine neue Protagonistin zwischen ein Buchcover geschafft: Ulrike ist 47 Jahre alt und frische Single-Frau, denn mitten zwischen Müsli und Haare waschen teilt ihr Mann ihr mit, dass es da eben eine andere Frau gibt und er sich gern trennen würde.

Plötzlich ist nichts mehr wie es war und sie sieht sich in der Rolle einer Single-Frau, was sie nie sein wollte und auch jetzt nicht sein möchte.

Zugegeben, aus dem Stoff hätte man Einiges machen können und es wirkt ein bisschen wie eine Fanfiktion der Andrea Schnidt Geschichten, denn es ergeben sich bei beiden Frauen Parallelen. Trotzdem ist diese Geschichte nicht so mitreißend, vielleicht, weil wir das von anderer Stelle her schon kennen und es dort besser aufbereitet war, vielleicht auch, weil die Geschichte zu langsam anfängt und zu abrupt aufhört.

Lassen Sie uns kurz spoilern: Die ersten 20 Seiten hätte man sich sparen können, weil es dort nur darum geht, dass die Protagonistin Ulrike lamentiert, weil sie keine Single Frau sein möchte und ihr Leben und sich selbst mehr als in Frage stellt. Und am Ende gibt es verschiedene Handlungsstränge, die nicht auserzählt worden sind, sondern in einem „vielleicht gibt es ja doch noch einen zweiten Teil“ Ende verschwinden. Sollte es diesen zweiten Teil nicht geben, dann schade, schade, denn so lässt uns die Autorin mit der Frage allein, was passiert nun mit ihrer besten Freundin Hanna und was passiert mit Knut?

Kann man einen Anfang auf 20 Seiten auswalzen und ein Ende dann auf drei Seiten abkürzen? – Ganz ehrlich, wir finden nein. Frau Fröhlich, das hätten Sie weitaus besser machen können und normalerweise machen Sie das auch besser.

Deshalb hoffen wir sehr auf einen zweiten Teil.

Und: Auch eine Frau mit Ende 40 kann allein durchs Leben gehen und muss sich nicht verzweifelt auf den nächsten Partner stürzen. Es wäre vielleicht schön gewesen, diese Geschichte anders zu gestalten, als von der Protagonistin Schnidt aus den vorherigen Büchern, und zu sagen: „Hey, sie nutzt ihre Chance und startet vielleicht beruflich groß durch oder findet einen neuen Freundeskreis oder verwirklicht sich“ oder oder oder, warum muss es immer in einer Partnerschaft enden? Sind Frauen ohne Partner nicht lesenswert?

Bilden Sie sich selbst eine Meinung! Trotz oder vielleicht gerade deshalb empfehlen wir dieses Buch. Noch mehr allerdings tatsächlich die Andrea Schnidt Bücher.

Preis: 16,99 €

Seiten: 336

ISBN: 978-3426227077

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