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British Weekend – Rittergut Remeringhausen bringt königliches Flair nach Schaumburg
British Weekend auf dem Rittergut Remeringhausen - Foto: Sabine Christel

British Weekend – Rittergut Remeringhausen bringt königliches Flair nach Schaumburg

Rittergut Remeringhausen. Schon sehr viel von gehört, aber noch nie dagewesen. Das soll jetzt endlich anders werden. Zuerst jedoch etwas Geschichtliches:

Das Gut befindet sich seit mehr als fünfhundert Jahren in Familienbesitz. Die Geschichte des Rittergutes ist untrennbar mit dem Namen derer von Münchhausen verbunden und befindet sich bereits seit (mindestens) 22 Generationen in Familienbesitz.

Börries von Münchhausen, geb. 1515, Erbherr auf Apelern und Lauenau, verheiratet mit Heilwig Büschen, erbt von seinem Schwiegervater Claus Büschen im Jahre 1565 die Güter Oldendorf und Remeringhausen.
Wiederherstellung des Gutsparks in Zusammenarbeit mit der Stiftung Historische Gärten, der Schaumburger Landschaft und anderer Institutionen. So wird der Park nach den Plänen des Hofgärtners Homburg aus dem Jahr 1804 wieder hergestellt. Ein kleiner Hügel mit einem mächtigen Sandsteintisch und Sandsteinbänken inmitten des Parks, der sog. Charlottenbrink, lädt zu einem Picknick unter imposanten Kastanien mit Blick auf die romantische Gutsanlage ein. Besonders sehenswert ist die uralte Linde (vermutlich mehr als 500 Jahre alt), die trotz eines Sturm- und eines Brandschadens mit einem Stammumfang von fast sieben Metern erahnen lässt, was sie in den letzten Jahrhunderten erlebt hat. Auch ein seltener Tulpenbaum ist in dem Park im Stil eines englischen Landschaftsgartens zu finden.
Der besondere Reiz des Remeringhäuser Parks besteht in dem Beieinander von zwei Ausprägungen von Kultur, nämlich der landwirtschaftlichen Nutzung des Bodens in Form des Küchen- und Streuobstgartens und der ästhetischen Nutzung in Form des Lustgartens. Diesem Typus von Gutsanlagen kommt inzwischen Seltenheitswert zu.

Rittergut Remeringhausen

Die Geschichte des Ritterguts spiegelt somit auch ein Stück deutscher Geschichte wider und zeigt, wie wichtig es ist, solch historische Gebäude der Nachwelt zu erhalten und – dass man sie auch gut in die heutige Zeit einbinden kann und sicherlich zwecks Erhaltung und Pflege, auch tun muss.

Rittergut Remeringhausen – Foto: Sabine Christel

Grund genug, sich auf den Weg zu machen und eine dieser dort stattfindenden Veranstaltungen zu besuchen. Davon gibt es im ganzen Jahr insgesamt vier: Im April starten die „Pflanzentage„, gefolgt vom „British Weekend“ im Juni, dann im August „Romantic Garden“ und es endet mit dem „Novemberklüngel“ im November.

Natürlich kann man die Räumlichkeiten auch für Events buchen, uns interessiert allerdings das British Weekend.

Die Anreise

Da blitzt etwas in der Ferne… – Foto: Sabine Christel

Schon viel von gehört, aber: Wo ist das eigentlich? „Irgendwo zwischen Stadthagen und Bad Nenndorf “ sagt man uns. Beim Fahren bemerken wir dann rechts eine in der Sonne glitzernde Autokolonne. Da muss es sein! Nur, wie kommt man dahin? Eine Abzweigung einige Kilometer später verrät, hier geht es zum Rittergut. Im Ort Heuerßen selbst deutet noch nichts darauf hin, dass hier das Gut derer von Münchhausen ist. Wir folgen einfach dem Straßenverlauf und entdecken schließlich ein Hinweisschild an einer Abzweigung. Was viel eher ins Auge fällt, ist jedoch das handschriftliche Plakat daneben: „Wer im Dorf parkt wird abgeschleppt!“. Okay, dass ist mal eine Ansage. Das könnte man auch gut in Bückeburg, zur Zeit von Landpartie oder Weihnachtszauber, verwenden, wenn Zugereiste den extra eingerichteten (und kostenlosen!) Shuttleservice nicht nutzen, sondern gern „wild“ und für Anwohner nervend irgendwo auf Privatparkplätzen stehen. Uns zumindest hat das Plakat abgeschreckt, obwohl wir gar nicht geplant haben im Dorf zu parken. Was auch nicht nötig ist, denn rund um das Rittergut sind genügend Parkplätze auf dem freien Feld vorhanden.

Direkt vor dem Eingang sind dann sogar noch Plätze frei. „Ein Glücksfall“, denken wir. „Nicht ohne Grund“, stellen wir später fest, als wir unser Auto in einem Zustand völliger Verstaubung wiederfinden. Alle vorbeifahrenden Autos wirbeln genügend Staub auf, um aus einem ehemals frisch geputzen Wagen eine Werbung für Autowaschanlagen zu machen.

Staubige Angelegenheit – Foto: Sabine Christel

Aber bis dahin lassen wir uns vom Flair des Ritterguts gefangennehmen.

Rittergut – das klingt nach stolzer Errungenschaft, nach tapferen Männern in Rüstungen, aber auch nach friedlichem Landleben.

Eingangsbereich – Foto: Sabine Christel

Und ein bisschen taucht man ein, sobald man das Gelände betritt. Vergleicht man Remeringhausen mit den Veranstaltungen in anderen Orten muss man sagen, dass es hier schon deutlich gemütlicher und überschaubarer zugeht. Die Anzahl der Verkaufsstände und auch das Angebot ist weniger. Die Landpartie in Bückeburg wirkt in ihrer Opulenz dazu eher wie die „reiche Tante“ aus einer entfernten Verwandtschaft. Sie ist als Veranstaltung allerdings in den vergangenen 20 Jahren entsprechend gewachsen (Mehr dazu HIER)

Aber – das Rittergut Remeringhausen hat etwas, was dafür in Bückeburg nicht mehr uneingeschränkt möglich ist – aufgrund des Platzes: Es ist ein traumhaft schönes Gelände für Picknicks.

Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel

Und hatten wir nicht gerade Picknicks für Sie vorgestellt (Lesen Sie dazu auch HIER)?

Landpartie oder Gartenfestival ist eine Bezeichnung für Freiluftveranstaltungen, die zumeist im Umfeld von Schlössern oder Gutshöfen durchgeführt werden. Sie finden an bestimmten Wochenenden, vielfach an verlängerten Wochenenden wie Christi Himmelfahrt oder Pfingsten, zumeist in der warmen Jahreszeit (von Anfang April bis Anfang Oktober) statt.

Bei Landpartien bilden repräsentative historische Gebäude, wie Herrenhäuser, Schlösser, Güter einschließlich ihrer meist parkähnlichen Umgebung die optische Kulisse für die Präsentation und den Verkauf von Pflanzen, Gartenbaubedarf, Accessoires für die Gartengestaltung und kulinarischer Genüsse. Die Verkaufsstände befinden sich meist in Zelten. Landpartien bilden auch den Rahmen für Modenschauen, Oldtimer-Ausstellungen und -Rallyes sowie für kulturelle Veranstaltungen aller Art.

Nicht alle Gartenfestivals sind Landpartien. Im Ausland, vor allem in den englisch- und französischsprachigen Ländern, ist „Gartenfestival“ eher ein Synonym für „Gartenschau“ im Stil von Bundesgarten- oder Landesgartenschauen. Bei derartigen Veranstaltungen ist das Element einer Verkaufsmesse bei weitem nicht so ausgeprägt wie bei Landpartien, und sie sind zumeist auf längere Dauer als diese hin angelegt.

Ein Trend geht dahin, Landpartien an denjenigen Standorten, an denen sie auch in der wärmeren Jahreszeit stattfinden, in der Adventszeit durchzuführen, wodurch sich die Marktform „Landpartie“ mit der eines Weihnachtsmarktes verbindet. Es werden auf solchen Veranstaltung sowohl die landpartiespezifischen (wobei der Anteil der Pflanzen reduziert ist) als auch adventspezifische Angebote unterbreitet, und oftmals werden im Freien weihnachtsmarkttypische Holzbuden aufgestellt.

Wikipedia

British Weekend

Das Rittergut wirkt auf den ersten Blick sehr idyllisch: Das Gebäude, passend zum Thema mit der britischen Fahne geschmückt, wirkt tatsächlich, wie aus einer anderen Zeit. Und wir treffen hier eher weniger auffällig gekleidete Damen mit Hut, dafür umso mehr Herren in traditionellen Kilts. Altes verbindet sich mit Moderne, was den besonderen Reiz des Guts ausmacht.

Im Innenhof lockt Gastronomie und auf der Treppe zum Gutshof empfängt uns ein Dudelsackspieler. Geht man die Stufen hinauf blickt man in den Teesalon, in dem man, so verrät der Aufsteller mit der Queen von Großbritannien, nicht nur stilvoll seine Tea-Time genießen, sondern auch an einer Lesung teilnehmen kann.

British Weekend – Foto: Sabine Christel
Innenhof – Foto: Sabine Christel

Uns zieht es jedoch in die Sonne, von der es jetzt zum Glück reichlich gibt. Und hinaus in den Garten. Ach was Garten, in den Park! Man könnte einfach nur stehenbleiben und schauen, so anmutig wirkt die Parklandschaft. Und man versteht, warum die Familie von Schöning hier soviel Engagement aufwendet, um dieses Kleinod zu erhalten.

Schöner Wohnen – himmlisch! – Foto: Sabine Christel
Froschkonzert – Foto: Sabine Christel
Dudelsack – Foto: Sabine Christel
Picknicker – Foto: Sabine Christel

Die Außengastronomie ist gut besucht, aber wir haben andere Pläne: Wie so viele Gleichgesinnte, suchen wir uns einen schönen Platz neben dem Teich, genießen gratis ein Froschkonzert und essen dabei unsere mitgebrachten (stilechten) Kressesandwiches. „Oh yes, my dear. I am very pleased!“ Vom Platz auf der Decke haben wir einen guten Überblick über das Angebot. Viele Zelte bieten eine Auswahl dessen, was man sich unter einem „British Weekend“ so vorstellt: Kissen und Plaids, Hundezubehör (Die Briten sind echte Hundefans), Köstlichkeiten wie Fudges (Karamell in Variationen) und natürlich Tea. Außerdem auch das, was man auf Landpartien so zu kaufen pflegt: Hochwertige Mode, robuste Bekleidung für die Jagd, allerlei Dekoratives und Schmuck, Schwerpunkt Britisch und natürlich Pflanzen, vorwiegend Rosen, in großer Auswahl.

Außengastronomie – Foto: Sabine Christel

Aber man hat auch die Möglichkeit, die Highlandgames kennenzulernen oder sich ein Polospiel anzusehen. Wenn starke Männer (und Frauen!) Kugeln oder Baumstämme (haben wir zwar nicht gesehen, lag aber griffbereit parat) werfen oder Polopferde etwas snobistisch mit ihren Reitern über das Feld galoppieren.

Frauenpower – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Highlandgames – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel

Hunde waren nicht nur an der Leine unterwegs, sondern auch an einigen Zelten aktiv, wo sie interessierten Hundefans und zukünftigen Hundebesitzern vorgestellt wurden und sichtlich die Streicheleinheiten der bevorzugt jungen Gäste genossen.

Seehund – Foto: Sabine Christel
Neidischer Blick – Foto: Sabine Christel

Einen Beagle hätten wir auch gern mitgenommen, gar zu schmusig sahen sie aus, auch, wenn es Jagdhunde sind und sicherlich nicht als „Sofakuschler“ gedacht.

Foto: Sabine Christel

Etwas mehr Pferdestärken hatten sowohl die „Minis“, deren Fahrer sich zu einem großen Picknick zusammenfanden, als auch die Oldtimer, bei denen man die derzeitigen Benzinpreise vergisst und begeistert unter die Motorhaube und ins Innere schaut.

Minis – Foto: Sabine Christel
Pause – Foto: Sabine Christel
Very british – Foto: Sabine Christel
Gemütliches Innenleben – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Scarlettfarbenes Auto – Foto: Sabine Christel
Oh yes!! – Foto: Sabine Christel

Zu den bereits erwähnten Highlandgames und Polospielen, gab es zudem eine Shetland Hunter Prüfung, die erstmalig vor Ort stattgefunden hat. Die Hütehunde Border Collis stellten sich ebenso vor, wie auch der Kerry Blue Terrier Club. Sehr traditionell auch die Schauschleppe der Böhmer Harrier Meute sowie das Dogfrisbee – Sie sehen, die Briten lieben Hunde! (Und Pferde natürlich).

Sehr überraschend standen wir dann einigen Greifvögeln gegenüber: Die Falknerei Kroll hatte drei Tiere mitgebracht, zwei Steppenadler und einen kleinen Falken (mit nur 700g das Leichtgewicht), die eigentlich recht entspannt im Umgang mit Zuschauern sind, durchaus aber auch ungehalten mit den Flügeln schlagen, wenn der Dudelsack pfeifenderweise vorbeiläuft oder irgendwo ein Knall ertönt.

No Pics, please! – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel

Markus Kroll erzählte, dass die Steppenadler nach jedem Freiflug gern zurückkehren – zum einen, weil die gute Verpflegung lockt und zum anderen, weil diese Tiere eine enge Beziehung, fast schon Symbiose, zu ihrem Menschen aufbauen. Und so nah, wie er dem sehr einschüchternden Schnabel kam, muss das stimmen, denn der Vogel hätte jederzeit die Chance gehabt, ihm seine Meinung zu hacken.

Markus Kroll mit Vogeldame – Foto: Sabine Christel

Aber – wie bei den Menschen – ist auch im Tierreich die Dame oftmals etwas anstrengend: Während das Greifvogelmännchen eher gelangweilt und majestätisch blickend die auf sich gerichteten Smartphones betrachtete, war die Vogeldame weniger begeistert und lüftete Flügelschlagend ihr Gefieder. Mehr zu den Greifvögeln finden Sie auch hier:

Und wenn British Weekend, dann richtig: So fanden an zwei Abenden die 4. Schaumburger Proms Konzerte statt mit dem BOK, Blasorchester Krainhagen. Und an der Begeisterung seitens der Musiker ist zu sehen, dass nicht nur Dirigent Roman Reckling begeisterter Britenfan ist, sondern dass auch das Orchester es genießt im Ambiente eines Ritterguts klassisch traditionelle Musikstücke zu spielen und abends bei der stimmungsvollen Serenade im Gutsinnenhof für Gänsehautmomente zu sorgen.

Man könnte demzufolge behaupten, das BOK ist ein Geheimtipp für besondere Veranstaltungsorte, da die Konzerte aber zumeist restlos ausverkauft sind gibt es schon sehr viele, die diesem Geheimnis auf die Spur gekommen sein müssen. Sie möchten auch Fan werden? Lesen Sie sich hier schon einmal ein: „Blasorchester Krainhagen“ und dann können Sie zum nächsten Auftritt am 28. Juni 2019 um 19.00 Uhr vorbeischauen. Sie werden sehen, es lohnt sich! Infos auch HIER!

Was gibt es noch?

Für Trägerlose – Foto: Sabine Christel
Kopfbedecker – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Tea Time – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Grill mal wieder – Foto: Sabine Christel
Gute Verpflegung – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel

Wenn Sie nun den Rundgang über das aus- und einladende Gelände derer von Schönings gemacht und mit vielen „Ahs“ und „Ohs“ die zauberhafte Parklandschaft bewundert haben, sich selbst vielleicht wie bei einem Picknick auf der berühmten Gardenparty der Queen gefühlt haben, dann haben wir gute Nachrichten für Sie: Im August findet „Romantic Garden“ statt. Dann können Sie das Rittergut wieder herausgeputzt und in voller Blüte erleben..

Unser Tipp:

Parken – aber nicht direkt im Eingangsbereich, auch wenn dort Platz ist (Verstaubung, Sie erkennen Ihr Auto nur noch an der Form). Picknickkörbe bereithalten – die Parklandschaft bietet nahezu überall schöne Plätze für ein Picknick. Geld mitnehmen – viele Artikel gibt es nur auf diesen Veranstaltungen zu erwerben und so nehmen Sie ein bisschen von dem Flair mit in Ihr Zuhause. Sich Zeit nehmen – es lohnt sich.

Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Idylle – Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Foto: Sabine Christel
Gastronomie Innenhof – Foto: Sabine Christel
Tierisch nass – Foto: Sabine Christel
Ewiglicher Liebesbrief – Foto: Sabine Christel
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