Alles rund um den Muttertag

Alles rund um den Muttertag

Neben dem Valentinstag (lesen Sie dazu auch hier) zählt auch der Muttertag zu den Terminen, die jedem Floristen Tränen der Freude in die Augen treiben. Auch Parfümerien und sogar Juweliere können diesem Tag gespannt entgegensehen. Gern werden kunstvolle Blumensträuße und Gestecke, genauso wie duftige Präsente und glitzernde Aufmerksamkeiten gekauft, verpackt und verschenkt.

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Doch dieses Jahr ist alles etwas anders. Durch das Coronavirus fällt das entspannte Ausgehen schon mal weg. Familien Zusammenkünfte sind ebenfalls momentan noch nicht gestattet. Da bleibt eigentlich eher, per Skype oder Telefon Glückwünsche zu überbringen.

Aber die heimische Gastronomie war auch sehr findig und bietet Muttertagskuchen oder fertige Menüs zum Mitnehmen an. Auch Blumengrüße können online bestellt und verschenkt werden.

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Wir haben auch in diesem Jahr mal gefragt. Was macht ihr denn so, am Muttertag?

Muttertag ist irgendwie wie Geburtstag, nur mit mehr Aufwand, dass haben uns die jungen Befragten berichtet. Man macht ein bisschen mehr – Aufräumen ohne Meckern, Frühstück für die Mama und manche backen sogar einen Kuchen. Die kleinen Geschwisterkinder basteln oder malen und man versucht, diesen einen Tag zu nutzen, um der Mama zu zeigen, wie wichtig sie ist. Und als Geschenk gibt es oftmals etwas aus der Parfümerie, der Kosmetikabteilung oder eben Blumen. Manchmal auch tolle neue Haushaltsgeräte, da freut sich doch jede Mutti drüber…. Und dann soll ihr an dem Tag die gesamte Hausarbeit abgenommen werden.

Dass dies gar nicht so einfach ist und die Kids zumindest mal ein Gefühl dafür bekommen, dass Aufräumen kein tolles Hobby und ein Badezimmer zu putzen nicht so leicht ist, wie gedacht, ist ein durchaus positiver Effekt. Hielte es doch nur länger an…. Wie schnell verpufft die Wirkung dieser Erkenntnis wieder und der Alltagstrott hält erneut seinen Einzug. Es ist aber doch auch so bequem, jemanden um sich zu haben, der sich um alles kümmert, oder?

Viele Mütter sehen das dann doch etwas anders. Ach, wäre doch mindestens einmal im Monat Muttertag! Und würde man dann jeden Tag zur Kenntnis nehmen, wieviel Arbeit es macht, Mutter zu sein, und dass man diesen Vollzeitjob oftmals „nebenberuflich“ zur eigentlichen beruflichen Tätigkeit ausübt. Und, da machen wir uns nichts vor, jeder Mann wird als „Mutterersatz“ gelobt und bewundert, für etwas, was umgekehrt bei einer Frau so selbstverständlich erscheint. Würde die Mutter die gleiche Tätigkeit hingegen in einer anderen Familie ausüben, sie wäre eine überaus gut bezahlte Mary Poppins.

Mütter sind jeden Tag im Einsatz, nehmen oftmals sich und die eigenen Bedürfnisse zurück, um an erster Stelle die Familie, allen voran die Kinder, zu stellen. Und der rundum Service wird zu gern genutzt und als allzu selbstverständlich angesehen.

Putzen, waschen, kochen? Frische Kleidung im Schrank und die perfekte Mischung aus Kindermädchen, Putzfrau, Köchin, Krankenschwester, Lehrerin, Chauffeur, Beratung, Psychologin, Hausmeister, Reparaturservice, Mitspieler, ideal zur Lösung von Problemen, schwierigen Fragen und obendrein noch Prellbock für pubertäre Anwandlungen und sämtliche Trotzphasen geeignet. 24 Stunden rund-um-die-Uhr Service. Krankheitstage nur, wenn es passt und Urlaub bedeutet: gleiche Arbeit mit Luftveränderung. Sonn- und Feiertage sind wie Ferien: Mehr Arbeit mit mehr Unterbrechungen.

Das „M“ in Mutter steht für Multitasking

Das Aufgabengebiet ist groß und kann beliebig ergänzt werden. Und dass wird tatsächlich oft übersehen. Nur einen Tag im Jahr wird man daran erinnert und hat die Gelegenheit, ein wenig „Danke“ zu sagen.

Wir haben auch einige Mütter gefragt, worin ihre Wünsche bestehen.

Da ging es weniger um Blumen oder ähnliches, vielmehr waren es einfache Dinge: „Dass ich nicht zig mal um etwas bitten muss“, „dass von allein aufgeräumt wird“, „mehr Mithilfe im Haushalt“, „nicht diese ständigen Diskussionen“, mal in Ruhe etwas für sich selbst tun können, und wenn es nur ein entspanntes Bad ist, ohne, dass vor der Tür schwere Kämpfe der sich streitenden Kinder ausgetragen werden oder dass jede Pause mit einem „Mama, kannst Du mal…?“ unterbrochen wird. Tja, Mütter haben so ihre eigenen Wünsche zum Muttertag. Die sind oftmals aber langwierig oder unbequem. Viel leichter ist es doch Blumen zu kaufen oder eben einen Kuchen zu backen.

Der älteren Generation, den Großmüttern, war der Besuch der Familie am Wichtigsten. Alle Lieben um sich versammelt, der Tisch wird gedeckt und man muss mal gar nichts tun, gefiel am besten.

Das steht ganz oben auf der Liste: ZEIT. Die Familie um sich haben, keiner blickt zur Uhr oder aufs Smartphone, man kann erzählen, wie es früher so war, dass ist am Schönsten. Natürlich freuen sie sich aber auch über Blumen und Konfekt, die neue Handcreme oder das schöne Halstuch. Aber materielles ersetzt eben nicht die gemeinsame Zeit und davon gibt es viel zu wenig. Die junge Generation gibt vor keine Zeit zu haben und die ältere Generation hat oftmals zu viel davon und fühlt sich unter Umständen einsam und freut sich umso mehr, wenn doch mal jemand vorbei schaut.

Letztendlich brauchen wir wohl tatsächlich (mindestens) einen Tag im Jahr, an dem wir uns bewusst machen, dass man für viele Dinge dankbar sein sollte und nicht alles so selbstverständlich ist. Und dass ein Anruf oder ein Besuch durch nichts zu ersetzen sind.

Wissenswertes zum Muttertag

Am 08. Mai 1914 legte der Kongress der Vereinigten Staaten den zweiten Sonntag im Mai als Muttertag fest. Die Ursprünge gehen allerdings sogar bis zu den Verehrungsritualen der Göttin Rhea im antiken Griechenland zurück und auch die Römer verehrten mit dem Kybele- und Attiskult die „Große Göttermutter“. Die heutige Form jedoch entstammt der britischen und amerikanischen Frauenbewegung. Ann Maria Reeves Jarvis gründete 1865 eine Mütterbewegung namens „Mothers Friendships Days“. Bei den dazu gehörigen Meetings konnten sich Mütter zu verschiedenen Themen austauschen. 1870 startete zudem Julia Ward Howe eine Mütter-Friedenstag-Initiative, mit dem Ziel, zu verhindern, dass Söhne nicht mehr in Kriegen geopfert werden sollten.

Anna Marie Jarvis

Endgültig gegründet wurde der Muttertag, in der Form, wie wir ihn heute kennen, jedoch von Anna Marie Jarvis, der Tochter von Reeves Jarvis. Am 12. Mai 1907, es war der Sonntag nach dem zweiten Todestag der Mutter, veranstaltete sie ein „Memorial Mothers Day Meeting“ in West Virginia, USA. Die Idee wurde begeistert angenommen und fortgeführt. Zuerst als Andacht für alle Mütter. Doch ihr Ziel war, einen offiziellen Muttertag zu begründen, zu Ehren der Mütter. Dafür startete sie eine Initiative, in dem sie Briefe an Politiker, Geschäftsleute, Mitglieder der Kirche und diverse Frauenbewegungen schrieb. Und bereits 1909 wurde der Muttertag in immerhin 45 Staaten der USA gefeiert. Seit dem 08. Mai 1914 wurde der Muttertag offiziell festgelegt. An diesem Tag soll man alle öffentlichen Gebäude beflaggen lassen, um den nationalen Feiertag entsprechend zu begehen.

Von den USA nach Europa

1912 gründete sich eine „Mother’s Day International Association“, um den Tag auch international zu verbreiten. In Großbritannien wurde dieser Tag mit dem „Mothering Sunday“, dem vierten Fastensonntag zu Ehren der Mutterkirche zusammengebracht. 1917 zog die Schweiz nach, 1918 Finnland und Norwegen, 1919 Schweden und 1923 endlich auch Deutschland. Seit 1924 gibt es den Muttertag dann in Österreich.

Interessanterweise gefiel der Begründerin des Feiertages die steigende Kommerzialisierung des Tages gar nicht, da der Ursprungsgedanke, dass Ehren der Mütter, aus ihrer Sicht verloren gegangen war. Sie wandte sich nicht nur von der Bewegung ab, sondern versuchte, den Tag wieder abzuschaffen. Einmal ins Rollen gebracht gelang ihr das jedoch nicht.

In Deutschland wurde der Muttertag 1922/23 vom „Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber“ mit diversen Plakaten „Ehret die Mutter“ (man müsste hinzufügen: „Kauft Blumen“) und eher unpolitisch als „Tag der Blumenwünsche“ gefeiert. Der erste Vorsitzende des Verbandes, Rudolf Knauer, bereitete zum ersten deutschen Muttertag, am 13. Mai 1923 den Weg für das, was bis heute den Tag ausmacht: Blumengrüße, Gedichte für die Mutter und Werbekampagnen.

Eine dunkle Zeit erlebte die Bewegung zur Zeit des Nationalsozialismus, als man besonders kinderreiche Mütter als Heldinnen des Volkes zelebrierte. 1933 wurde der Muttertag zum öffentlichen Feiertag erklärt und erstmals am dritten Maisonntag 1934 als „Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter“ mit der Einführung des Reichsmütterdienstes in der Reichsfrauenführung begangen. Die Idee des Nationalsozialismus, den kinderreichen Frauen Ehre und Auszeichnungen zu verleihen, diente – so weiß man heute – letztendlich einem ganz anderen Zweck: Die Erhaltung der sogenannten „arischen Rasse“ und für zukünftige Soldaten, die herangezogen wurden. Damit widerspricht sich der Gedanke mit dem Ursprung, der auch den Schutz der Söhne vor sinnlosen Kriegen im Sinn hatte.

Der zweite Sonntag im Mai nach Kriegsende 1949 war der 08. Mai. Die 15 Tage später am 23. Mai 1949 mit der Verkündigung des Grundgesetzes gegründete Bundesrepublik Deutschland beging ihren ersten Muttertag erst 1950.

In der späteren DDR gab es offiziell keinen Muttertag, stattdessen wurde der Internationale Frauentag (lesen Sie dazu auch hier) am 08. März sehr festlich begangen.

Floristen florieren

Obwohl nicht gesetzlich als Feiertag deklariert, dürfen Blumenläden, aufgrund ihrer Sonderstellung, an diesem Tag geöffnet sein. Nicht gesetzlich verankert bedeutet, dass das Datum auf Übereinkünften von Wirtschaftsverbänden basiert ist. Die Floristenverbände in Deutschland haben den zweiten Sonntag im Mai als Muttertag festgelegt.

In den USA werden die Geschenke für den Muttertag nur noch durch Weihnachten übertroffen. Ca. 172 US-Dollar gibt der US-Bürger im Durchschnitt für die eigene Mama aus. In Deutschland liegen wir bei ca. 25 Euro im Durchschnitt für Muttertagsgeschenke. Der Trend geht zwar in Richtung Sachgeschenke (Parfüm, Schmuck, Picknickkörbe,….), aber es werden tatsächlich immer noch am meisten Blumen verschenkt. Bis zu 130 Millionen (!!) Euro Umsatz werden derzeit mit Schnittblumen zum Muttertag erzielt. Damit ist der Muttertag sogar noch verkaufsstärker als der Valentinstag.

Wir wünschen allen Müttern einen entspannten Muttertag! Sie sind wunderbar – an jedem Tag 🙂

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