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Alles Fresh mit Hello Fresh?

Erfahrungsbericht Hello Fresh (nicht gesponsert von hello fresh)

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Auch wir sind dem Hype von Hello Fresh verfallen. Krankheitsbedingt hatte meine Tochter das Kochen übernommen und um es ihr einfacher zu machen und das Speisenangebot auszudehnen und auch den Einkaufsbummel zu reduzieren verfielen wir dem Reiz des amerikanischen Unternehmens.

Es klang auch so gut: Sparen Sie 50 Euro mit dem Gutschein. Und so ging es schon los, der Gutschein verteilt sich nämlich auf mehrere (!) Bestellungen und die Portokosten gehen immer extra.

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Beim Essen kann man auswählen: Vegetarisch, familiär, etc. wir haben uns für die Familienvariante entschieden. Konnte aber keinen großen Unterschied feststellen, zu den übrigen Angeboten, denn: Vegetarisch, familiär, etc. wird sowieso in jeder Sparte angeboten. Man hat die Auswahl aus ungefähr 30 Angeboten, die man sieht, sobald man sich angemeldet und damit bereits bestellt hat. Vorher ist das alles noch sehr nebulös gehalten.

Die Bilder sind vielversprechend und es steht stets dabei, was man dafür zu Hause haben sollte. Neben Salz und Pfeffer, Essig und Öl, kann das die Knoblauchpresse sein, genau so wie bestimmte Gewürze oder Kochsahne.

Der Rest wird personenabhängig mitgeliefert. Und das bedeutet: Man bestellt mindestens für 2 Personen für drei Tage oder 3 Personen für zwei Tage. Weniger geht nicht. Dann wählt man die Gerichte aus und erhält in der darauffolgenden Woche die Ware. Ausrechnet, wie viel jeder normale Durchschnittsbürger verbraucht, so dass es sättigt, aber nichts übrig bleibt.

Somit spart man das lästige Einkaufen, hat stets die richtige Menge an Zutaten und keine halben Gewürzdosen oder Quarkverpackungen oder Gemüse, was dann weggeworfen wird, weil einfach übrig und kein Bedarf.

Soweit, so gut, aber…..

Die erste Lieferung offeriert eins: Müllberge. Jede Woche einen großen Pappkarton, darin Kühlkissen, dessen getautes Eiswasser gern zum Blumengießen genommen werden kann, aber der Plastikmüll bleibt. Genau wie für die vielen kleinen eingepackten Zutaten: Hier ein Päckchen Kochsahne, da ein Päckchen Kräuter in Plastik eingeschweißt, da ein Tütchen, hier ein Beutelchen,… es summiert sich. Müll hatten wir auf jeden Fall in Mengen.

Die Zutaten waren frisch und sahen und schmeckten sehr nach Bio. Und – die Rezepte sind einfach gehalten, alles gut bebildert und in chronologischer Reihenfolge. Auch Kochunerfahrene schaffen somit die Zubereitung. Außerdem sieht das Ergebnis tatsächlich so aus, wie auf den Bildern, und es schmeckt!

Die Zutaten waren optisch gut und durchaus frisch.

Zumindest am Anfang….

Dann ließ die Qualität merklich nach. Entweder, der Karton kam am nächsten Tag und auch, wenn Hello Fresh versichert, es bleibt gekühlt, das Gehackte sah nicht mehr so schön aus und auch die Kräuter ließen ihre Köpfe hängen.

Kein Problem, dafür gibt es dann Gutscheine von Hello Fresh. Gutscheine? Moment, da war doch was…. Ja, genau! Die Gutscheine können natürlich nur wieder mit dem nächsten Einkauf verrechnet werden, auch dann, wenn man gar nicht mehr bestellen möchte. So hält Hello Fresh trotz Mängeln die Kunden bei der Stange.

Dann ging es weiter, es fehlten immer wieder Zutaten: mal die Kräuter für die Kräutersoße, mal Kochsahne, mal bei einem Paprikagericht die Paprika, stattdessen kamen Zucchini. Man erinnert an das Paprikagate, als sämtliche Gerichte mit Paprika einfach durch andere Zutaten ersetzt wurden. Wohlgemerkt, es gab Paprika, aber zu teuren Preisen und scheinbar zu teuer für Hello Fresh, denn verdienen wollen sie ja schließlich.

Beschweren ist schwierig, das erfordert Geduld und viel Ausfüllen am PC, dann erhält man… richtig – wieder einen Gutschein. Der ersetzt in dem Moment zwar weder das fehlende Gut, noch macht es die Sache besser, aber für Hello Fresh scheinen Gutscheine das Trostpflaster für alles zu sein.

Und irgendwann hat es dann gereicht. Die Soßen haben wir durchprobiert, dann kann man es auch ohne Hello Fresh – zumal deutlich günstiger! Selbst nachkochen. Die Gerichte wiederholen sich, vieles ist überteuert und wie gesagt, die Müllberge….

Dafür kann ich mit einem guten Küchenplan auch einmal in der Woche Bioprodukte im Supermarkt kaufen und meinen eigenen Speiseplan erstellen. Die Rezepte sind nicht so schwierig gewesen, man kann auch durchaus mal ein Kochbuch oder das Internet bemühen, wenn man eine tolle Soße oder ein neues Gericht ausprobieren möchte.

Und das Beste: Man weiß, wenn man es selbst kauft, dass es vollständig ist. Und was die Reste betrifft: Wir essen gern abends nochmals die Reste vom Mittagessen, wenn mal was übrig bleibt und auch sonst kann man gut planen, dass erfordert lediglich etwas Mühe. Wem das zuviel ist, dem bleibt neben Hello Fresh noch der Lieferdienst, der auch nicht teurer sein dürfte, zumal man dann nicht mal mehr kochen muss.

Es wird gern darauf hingewiesen, wie einfach das für Berufstätige ist. Ähem, kochen müssen Sie auf jeden Fall noch, also das bleibt Ihnen nicht erspart. Und wie gesagt, so schwierig ist Kochen nicht, wenn man erstmal angefangen hat mal etwas neues auszuprobieren, das geht nämlich auch ohne Kochboxen sehr gut.

Zum Ausprobieren neuer Ideen empfehle ich deshalb gute Kochbücher, die die Zutatenliste schon vorab angeben oder das Googeln im Internet nach schönen Rezeptideen.

Kündigen war übrigens sehr kompliziert: Man kann die Kochboxen pausieren, muss das aber immer wieder machen, sonst kommen sie einfach, denn die Bankverbindung haben sie ja. Direkt Kündigen war deshalb immens schwer, da muss man echt hartnäckig bleiben.

Also verfallen Sie nicht den Verlockungen, auch wenn es noch so schön aussieht und klingt. Es ist mehr Schein als Sein. Bis dahin. Guten Appetit!

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